Fastnacht 2013

Kreppel bei Queen Lisbeth

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Die „Kreppelmädels“ als königliche Garde zogen selbst Prinz Charles in ihren Bann.

Nieder-Roden - Wahrhaft königlich feierten die Kreppelfrauen ihre Fastnacht von Frauen für Frauen im Bürgerhaus Nieder-Roden. Vier Tage knallvoller Saal und tolles Programm, so gehört sich das.

Zwischen Big Ben und roter Telefonzelle feierten die Närrinnen wie in London. Neben den Kreppeln gab es auch ein Täfelchen Minzschokolade - auch wenn es noch nicht „nach acht Uhr“ war. Schon vor dem Programmbeginn schwang das Publikum das Tanzbein und feierte sich warm. Nach der Nationalhymne zog Sitzungspräsidentin Natalie Sander als Queen mit ihrem Elferrat, pardon, ihrer Royal Family in den Saal ein und nahm auf ihrem Thron Platz.

Als Politessen eskortierten die Zeremonienmädchen Helene Hartmann und Tamara Wodarz alle Mitwirkenden auf die Bühne, der Knicks vor der Queen musste natürlich sein. Als „Miss Marple“ stürzte sich Bettina Hartmann als Erste auf die Geschehnisse des vergangenen Jahres. In ihrem Protokoll kamen weder der Maya-Kalender noch die US-Wahlen oder die Querelen in der Bundeshauptstadt gut weg. „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“, das gelte zwar nicht in der Bütt, aber wohl für eine First Lady. Neidische Blicke nach „Durrehouwe“ gab es für die dortigen Bauprojekte, das Parkhaus vor der eigenen Tür bekam die Schelte. Zwar müssen die Kreppelfrauen im nächsten Jahr etwas an der Preisschraube drehen, die Sitzung ausfallen zu lassen, habe aber nie zur Diskussion gestanden.

Mitleid und Schadenfreude

Vor Gelächter und Geschrei hielt es das Publikum bei den „Buntgemischte“ kaum noch auf den Plätzen, unklar ob nun aus Mitleid, Schreck oder Schadenfreude. Denn das Teilen stand für die Reisegruppe im Mittelpunkt, und zwar bei jeder Art der Körperhygiene. Nun ja, im Hotel „Billischunngut“ hätte man mit diesem Albtraum beinahe rechnen können.

Mit ihrem Selbstportrait im Scherz feierte Monika Fey ein gelungenes Bütten-Debüt. Obwohl sie inzwischen im Nachbarort wohne, sei sie im Herzen noch immer in Nieder-Roden daheim. „Denn nur weil eine Katze ihre Kinder im Ofen bekommt, sind das immer noch Kätzchen und keine Brötchen“, bemerkte sie zutreffend. Beim nächsten Programmpunkt ließ es die königliche Wache richtig krachen: Die „Kreppelmädels“ begeisterten mit ihrer Tanzshow und zogen selbst Prinz Charles in ihren Bann. Zum Gangnam-Style sattelte auch er sein Pferd.

Gehörig verzockt

„Und die Merkel schaffe ich auch noch“, zeigte sich Britta Kockmann als Queen im Zwiegespräch mit Steffi Swoboda als Charles fest entschlossen, nachdem sie bereits alle deutschen Bundeskanzler überlebt hat. „Werde ich je den Thron besteigen oder etwa nicht?“, sang der Spross mit den großen Ohren verzweifelt. Aufs rote Pferd gesetzt und damit gehörig verzockt hatten sich die Kreppelfrauen bei ihrem Besuch auf der Pferderennbahn in Ascot. Schnell waren sie reich - reichlich knapp bei Kasse und so ging es wieder an den heimischen Herd. „Doch das wahre Glück liegt daheim bei Kreppel und Helau!“

Eigentlich wollte sich Katja Spahn um ihre Büttenrede drücken, doch der Bericht über ihre Ideensuche zum Thema Faschings-Burnout erntete großen Applaus. Da Lachen die beste Medizin ist, war sie am Ende ihres Vortrages sogar geheilt. Als TÜV-Tester für Waren, Produkte, Dienstleistungen und anderen Kram unterhielten Sabine Follmann und Rita Pfeiffer mit kuriosen Geschichten und Testerfahrungen. Dem Publikum hätten sie wohl das Prädikat „Besonders begeisterungsfähig“ gegeben, denn bereits in der Pause zogen die Damen mit großer Polonaise durch das Bürgerhaus.

Kopf und Fuß vermischte der „Zusammengewürfelte Haufe“ bei seinem Auftritt. „Gerührt oder geschüttelt ist uns völlig egal“, tanzten Geheimagenten mit ihren Bond-Girls über die Bühne. Ein großes „Wow!“ verdienten sich Alisa Rebmann als Lady Alisa und Melanie Wörner als Mel Dito mit ihrem live gesungenen Queen-Medley. „We Will Rock You“ und „Radio Gaga“ waren nur einige der rockigen Titel.

Vor dem farbenprächtigen Finale, durch das Alexandra Fritsch und Janina Weber als lebende Standbilder humorvoll führten, hatten Anja Werner und Bettina Hartmann als Frauen im Baumarkt die Lacherinnen auf ihrer Seite. Als „Magreta und Sannsche“ ersetzten sie einen „Fünfer-Bohrer“ ersetzten sie einfach durch zwei Bohrer der Größen zwei und drei und waren ehrlich schockiert, dass Holzschrauben nicht aus Holz sind. Als eine der Kultnummern im Programm zählen ihre irrwitzigen Dialoge zu den Höhepunkten jeder Sitzung. 

pep

Quelle: op-online.de

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