Piratensitzung beim Freundeskreis Turnen und Fastnacht

Als Moses den Baggersee teilte

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Die „Disharmonie“ des Freundeskreises Turnen und Fastnacht war mit ihrer YMCA-Nummer einer der absoluten Höhepunkte des Abends.

Hainhausen - Unter dem Motto „Wir lassen die Puppen tanzen in New York“ stachen die Freibeuter des Freundeskreises Turnen und Fastnacht (FTF) in See und ließen die Sorgen an Land zurück.

Das „Rodgau Kurorchester“ stimmte die Narren ein, bis die Schiffsglocke erklang und die neue Piratengarde übers Deck der SKV-Halle fegte. Mit dem Abi in der Tasche und eigentlich keiner großen Lust auf Arbeit träumten Max Quell und Ankea Metzker vom Studium. Zum Abschluss winkt der Bachelor, also ein Leben in Luxus und mit einer Villa am Strand - so der Plan. Als Businesswoman mit einer schier unendlichen Zahl englischer Begriffe und Abkürzungen war Ankea Metzker stolz auf ihren ersten großen Karriereschritt. Dass sie als „Facility Management Executive Assistant“ allerdings nur der Depp vom Dienst des Hausmeisters war, erschien ihr nebensächlich.

Kleine und große Sauereien aus Politik, Sport und der Welt der Promis brachte Rudi Ott ans Licht: Kanzlergehalt, Schlecker-Verkäuferinnen, Griechenland und das Flughafendesaster, mit Witz ging es von Krisen in Europa und Berlin schließlich vor die eigene Haustür. Erst steif und ungelenk, dann aber ganz grazil, bewegte sich Anna Eser in ihrem Gardetanz als Puppe über die Bühne. Frank Hochhaus, der „Meenzer Überbrücker“, beteuerte zwar „Ich bin doch gar kein Fastnachter!“, doch sein unterhaltsames Talent konnte er nicht verstecken. An der Seite von Martina Streitenberger gab er ein tolles Debüt auf der Bühne. Und mit „uiuiuiuiui“ und „auauauauau“ traf er beim Publikum gleich einen Nerv, als er den Schunkelklassiker in eine Zahnarztpraxis verlegte.

Wie hätten wohl die Zehn Gebote ausgesehen, wenn es damals schon Lobbyisten gegeben hätte? Dieser Frage gingen die „Fastnachtsturner“ unter der Leitung von Doris Oestreicher nach. Da wurde der Sabbat als verfrühte Form des Ladenschlusses gekippt. Und so konnte der vergessliche Moses, der immerhin den Badesee geteilt hatte in „mit und ohne Kleidung“, seinen Meißel wieder beiseitelegen, denn die Steintafel blieb leer. Ihrem Namen „Taktlos“ nicht gerecht wurden die Jungs in ihren Lederhosen. Sie brachten bayerische Gaudi auf die hohe See.

„Mir kommt da nur in den Sinn, dass Eltern überall gleich peinlich sinn“, zog Max Eser bei seinem ersten Auftritt auf der Erwachsenen-Bühne Resümee des Familienurlaubs auf der Skipiste. Musikalische Höhepunkte vergangener Tage präsentierte die „Kokolores Kompany“ in ihrer Chartshow voller Seitenhiebe zu diversen Fernsehformaten. Nach der Pause sorgte dann die „Druff Kapell“ wieder für ordentlich Stimmung, bevor die Gruppe „El Martes“ aus Groß-Zimmern das Publikum erfreute. Als Proll vom Dienst zeigte sich Marco Podroschko: Hochzeit ist für ihn eine besondere Form der Therapie, denn nur hier lernen Männer mit ihren Ängsten zu leben - nachdem sie sie geheiratet haben. „Drum prüfe wer sich ewig bindet, ob sich nicht noch etwas besseres findet“ stimmte auch die „Disharmonie“ in das Thema ein. Mit Socken im Mund, Splitter in der Zunge, aber ohne jegliche Erinnerung an die letzte Nacht brachten sie ihr Publikum zum Kreischen Einen Schritt weiter waren Marcel Rupp und Michael Weimer, die in ihrer Ehe beleidigten und sich am Ende doch wieder vertrugen. Seit jeher fürchten Seeleute die unheilbringenden Sirenen. Als verführerische Fabelwesen verzauberten Vanessa Witt, Alina Schwarz, Nina Seum und Anna Eser die Zuschauer, verschonten aber ihre Leben. Denn den Vortrag des pubertierenden Jugendlichen Frank Eser zu verpassen, das wäre schade gewesen. Der Tanz der Gruppe „Akzeptanz“ und das Finale mit Gesang von Selina Beavers, Anna Eser und Andorin Schäfer schlossen das Spektakel. J pep

Quelle: op-online.de

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