Fahnenhissen am Wasserturm

Großes Hellau in der Dunkelheit

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Mit Guggemusik und Hellau durch Jügesheim: Nach dem ersten Nachtumzug hissten vier Fastnachtspräsidenten gemeinsam die Fahne am Wasserturm.

Jügesheim - Man muss das Rad nicht immer neu erfinden und eine gute Idee sollte man weiterentwickeln: Das dachte sich die Guggemusik und der erste Rodgauer Nachtumzug war geboren.

In Speyer hatten die Musiker einen Nachtumzug gesehen, waren von der Idee begeistert und wollten so etwas auch in Jügesheim veranstalten. Mitstreiter fanden sie im Freundeskreis für Turnen und Fastnacht, aber auch beim RCC „Die Knallkepp“, beim Laternche des SKV Hainhausen und der TG Hainhausen.

So machte sich nach Anbruch der Dunkelheit ein langer Zug bunt bekleideter Menschen, oft mit Lichtern an der Kleidung oder Fackeln in der Hand, auf den Weg vom Bahnhof zum Wasserturm. Ganz am Ende das große Schiff der Freibeuter, dessen Silhouette im Dunkeln fast nur durch Lichter zu erkennen war. Die Guggemusik „Druff Kapell“ gab lautstark das Marschtempo vor. Am Wasserturm warte nicht nur ungeduldig eine große Menschenmenge, sondern auch der Freibeuternachwuchs. Als der Tross mit mehr als 150 Teilnehmern eintraf und laute Rufe „Giesem Hellau“, „Dudenhofen Hellau“, „Haahause Hellau“ und „Rodgau Hellau“ erschollen, wusste auch der Letzte, was die Uhr geschlagen hat: Die fünfte Jahreszeit ist da.

Rückblick auf die vergangene Kampagne

Freibeuter Ulf Schmidt gab einen kleinen Rückblick auf die vergangene Kampagne mit vielen ausverkauften Sitzungen. Er erinnerte auch an die gelungene Teilnahme an der „Windjammerparade“ in Seligenstadt, die nur durch die Kollision des Schiffsausgucks mit einer Ampel etwas getrübt wurde. Auch der Zug in Giesem blieb in guter Erinnerung. Hier war der Freundeskreis mit elf Zugnummern und einem pinkfarbenen Cadillac dabei.

Nach der Vergangenheit kam die Zukunft. Freibeuterkapitän Rudi Ott rief: „Jetzt geht es mit Schwung in die neue Kampagne. Dahin, wo am meisten los ist: Nach Haahause, zum Jahrmarkt“ und verriet damit das neue Motto. Auch TGH-Sitzungspräsident Torsten Rudolph versprachen großartige Sitzungen. Jochen Pommer vom SKV-Laternche verriet, dass Pippi Langstrumpf und die „Villa Kunterbunt“ das große Thema sein wird. Manfred Gonschorek lobte den gemeinsamen Fastnachtsauftakt: „Zusammen bekommen wir so etwas Großartiges hin.“ Auch beim RCC wird es wieder Sitzungen geben, die in der Halle des TSV Dudenhofen stattfinden.

Dann wurde das Narrenvolk auf die kommende Zeit eingeschworen, sich richtig närrisch zu verhalten: „Lieber vom 11.11. bis zum Aschermittwoch narrisch als das ganze Jahr verrückt.“ Bei den Freibeutern läuft vieles recht unkonventionell und manchmal fehlt es etwas an Ordnung. Als Käpt’n Ott das Signal zum Flaggehissen geben wollte, stellte man fest, dass die Flagge noch oben im Wasserturm ist. Kurzerhand seilte sich Adam Kratz von hoch droben ab und brachte das bunte Tuch. Gebannt verfolgte die Menge diesen akrobatischen Akt. Fast symbolischen Charakter könnte dann das Hissen gehabt haben: Vier Präsidenten zogen an einem Strang, um die Flagge nach oben zu ziehen.

ah

Quelle: op-online.de

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