Weltall als Thema in Nieder-Roden

Intergalaktische Fastnachtsschau

+
Die Kostüme und das Bühnenbild sind bei den Kreppelfrauen immer ein Hingucker. Was Yvonne Rebmann (Bühnenbild) und die Schneiderinnen Andrea Stenzel und Else Ries auf die Bühne und in den Saal zaubern, hat professionelle Züge.

Nieder-Roden - Weltall war das Thema - und intergalaktisch gut die Fastnachtsschau. An vier Abenden verwöhnten die Kreppelfrauen im proppenvollen Bürgerhaus ihre ausnahmslos weiblichen Gäste mit einem närrischen Potpourri zum Niederknien.

Büttenvorträge mit Lach-Garantie, Klamauk zum Kringeln, ein herrliches Bühnenbild und tolle Kostüme machten das muntere Vier-Stunden-Programm zum Vergnügen. Von Null auf Betriebstemperatur - das geht beim Publikum der Kreppelfrauen in Sekundenschnelle. Als würde ein Schalter umgelegt. Insofern musste die Kreppelgarde (Bettina Hartmann, Monika Fey, Andrea Dürr, Melanie Wörner) das Eis erst gar nicht brechen. Schon dieser pfundige Auftakt machte klar: Die Kreppelfrauen können auch über sich selbst lachen.

Wie ein roter Faden spannen sich Geschichten rund um ferne Galaxien, Besucher vom Mars und die unvermeidlichen Helden der Star Wars-Reihe durch den Abend. Da hatten nicht nur Kopernikus und Galilei ihren Auftritt, sondern auch die zuckersüße Besatzung des Traumschiff Surprise, der gruselige Darth Vader, die Monster AG und Aliens. Und natürlich kam die Tanzgruppe Kreppelmädels mottogerecht als Superheldinnen daher. Oder die unverwüstlich in diverse Rollen schlüpfende Bettina Hartmann: Als Protokollerin mimte sie den letzten Roboter Wall-E, der die Erde aufräumt, nachdem die Menschheit die Flucht ergriffen hat. Papst-Rücktritt, Bundestagswahl, Bischofsskandal, NSA-Ärger, Nieder-Röder Ärztehaus-Frust und der Bachelor aus Dudenhofen waren ihre kess glossierten Themen.

Schön einfach, aber einfach schön!

Darth Vader und Meister Yoda im Zwiegespräch: „Ich keinen Kontakt habe zur Macht“, ärgert sich Yoda - ein Handy in der Hand. „Scheiß Yodaphone!“

Eine umjubelte Premiere in der Bütt feierte Rosi Bergmann. Die Frau ist wirklich nicht auf den Mund gefallen. Drastisch führte sie vor Augen: „Als Bedienung meschste aaner mit!“ Ein Knaller war die sportlich-heitere Berufe-Show der „Buntgemischte“ Gisela Reinke, Gabi Reichenbach, Christel Matzka, Sabine Follmann, Kristin Follmann, Steffi Swoboda, Rita Pfeifer und Birgit Stowasser. Sie machten bei ihrer Nummer die jeweils zu ihrem Beruf passende Handbewegung, der die Nachbarin nur durch geschickte Koordination der eigenen Bewegungen und vor allem mit vielen Knie- und Rumpfbeugen immer gerade noch so ausweichen konnte. Schön einfach, diese Idee, aber einfach schön! Da war die erste Zugabe des Abends fällig.

Ohne die kam später auch die Prinzengarde der TGS nicht von der Bühne. Sportlich und anmutig zugleich begleitete die Garde die charmante Prinzessin des Rodgau-Prinzenpaars, Carmen I., die mit ihrem begeistert gefeierten Besuch den Abend adelte.

Deutsche Hits, live von Alisa Rebmann und Melanie Wörner gesungen, ermunterten zum Mitsingen. Mitleiden konnten die Zuhörerinnen dann mit Büttenrednerin Monika Fey. Sie reimte als eine, die sich dauernd „uffreescht“, vom Mutter-Stress und der Plackerei beim strengen Abnehmen.

Vortrag in Kölsch

Weil die Aufmerksamkeitsspanne der Gäste nicht unendlich ist, streuen die Kreppelfrauen immer wieder Nummern zum Zurücklehnen ein: etwa den Tanz der Becher im Schwarzlicht oder den Sternentanz im Andromedanebel mit Miriam Hofmann, Stefanie Heckwolf, Claudia Kräuter, Jaqueline Appel und Kerstin Kremeier-Falk. Mit ihren auf den ersten Blick schlichten Umhängen zauberten die Frauen fantastisch fließende Bilder.

„Das ist alles nur geklaut“ stellte die Gesangsgruppe um Christine Biestmann am Keyboard fest. Die Damen kamen als Marsbesucherinnen daher, die feststellen müssen, dass die Erdlinge viele Begriffe aus dem Weltall kopiert haben: Saturn, Apollo(-Optik). Und Pluto entpuppt sich als Hund an der Leine. Zum Schießen komisch. Das galt auch für den Vortrag von Britta Kockmann. In schönstem Kölsch erzählte sie, wie aus einem vermeintlichen Hauptgewinn ganz schnell ein Reinfall werden kann. Mit dem Space-Taxi durch die Milchstraße: „Nee, das möchte ich nich“ lautete ihr vielstimmig mitgesprochenes Credo.

Die Kreppelfrauen beherrschen auch Fastnachtsklassiker - zum Beispiel das Zwiegespräch. Diesmal war’s eins mit Hindernissen, denn die Partnerin von Sannsche (Bettina Hartmann) Anja Keller, musste wegen Krankheit passen. Kurzerhand sprang Patenkind Helene Hartmann ein. Von einem Ersatz zu schreiben, wäre verfehlt.

Denn trotz Büttenpremiere und kaum Zeit zum Üben war die Reise zweier Pilgerinnen ein Genuss mit herrlich trockenen Kommentaren wie diesem: „Es hieß doch pilgern. Von Folter war nicht die Rede!“ Das Finale ist traditionell die Sitzung in der Sitzung. Dann drehen die Kreppelfrauen immer noch mal richtig auf und zeigen, warum sie in Rodgau unter den Fastnachtern zu den Großen zählen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist klar: Jetzt geht die Party richtig los. 

bp

Quelle: op-online.de

Mehr zum Thema

Kommentare