TGS-Talentschuppen für Überraschung gut

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Wer ist die Schönste im ganzen Land? Als „böse Königin“ zieht Matthias Ott viele Märchen durch den Kakao.

Jügesheim - Geben sich Wolf und Prinzessin die Hand, ist Fastnacht im Märchenland: Lustvoll und mit viel Witz ziehen die Karnevalisten der TGS Jügesheim den bekannten Märchenschatz durch den Kakao.

Wer die Premiere am Samstag versäumt hat, kann sich mit etwas Glück noch Karten für den 19. oder 26. Januar sichern.

Die Turngesellen beweisen, dass Fastnacht nicht jedes Jahr das Gleiche ist. Der Talentschuppen TGS hat auch in diesem Jahr neue Akteure für die Bühne entdeckt. Satire vom Feinsten präsentiert Kieferchirurg Soenke Herzog, der mit spitzer Zunge das politische Geschehen des Jahres auf den Punkt bringt; literarische Fastnacht hat in der TGS ja Tradition. Als Bajass kehrt Ex-Prinz Michael Bajorat in die Bütt zurück - er verhanswurstet Dauerregentin Angela Merkel.

Als Entdeckung des Jahres feierte das Premierenpublikum den Solo-Sänger Sven Stripling: jung, frech, respektlos. Seine Begrüßung: „Ich liebe Fastnacht. Lauter Irre.“ Seine Texte zu Songs wie „An Tagen wie diesen“ oder „Gib Gas, ich will Spaß“ klingen frei von der Leber weg - und mit seinen Variationen auf „Hänsel und Gretel“ stellt er sich selbstbewusst der Konkurrenz zu Otto Waalkes.

So hat man Hänsel und Gretel noch nie gesehen

Das Märchen-Motto zieht sich durch viele Beiträge des „märchenhaften“ Abends. Der Gugi (Sebastian Mahr) reimt über Räuber Hotzenplotz, König Drosselbart und die Giesemer Stadtmusikanten. Schneewittchen und die sieben Zwerge treffen sich an der Autobahnraststätte. Beim Prinzenball wollen sich drei Prinzessinnen den Märchenprinz angeln. Als böse Königin aus Schneewittchen befragt Ex-Prinz Matthias Ott den Spiegel: „Wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Und wenn Hans im Glück und Rotkäppchen durch den Wald irren, klärt sich die Frage, was der Froschkönig mit dem bösen Wolf zu tun hat.

Mit stimmlich und schauspielerisch sicheren Gesangsparodien überzeugen die „Kehlewetzer“ des AGV Sängerkranz. So hat man Hänsel und Gretel noch nie gesehen! Am Hexenhäuschen treffen sich Lena Meyer-Landrut und der gestiefelte Kater.

Handfestes aus dem Alltag darf neben all den Märchen nicht fehlen. Dafür sorgen die Putzfrauen vor Showbeginn (Helga Görtz, Nicola Otto), „En Haufe Leut’“ bei der Dudenhöfer Holzversteigerung, die resolute Büttenrede von Helga Görtz und der urkomische Stefan Schmidt als „Ümal aus Hainhausen“.

Der bunteste Tanz kommt diesmal aus Klein-Krotzenburg: Die Paradiesvögel der „Dance-Company“ bieten ein subtropisches Feuerwerk der Farben und Bewegungen. Mit opulenten Kostümen und aufwändiger Choreographie (Stefanie Gröpl, Christopher Sattler) überzeugen die „Marionetten“ der TGS mit „Alice im Wunderland“. Die Gruppe „Taktlos“ verkörpert artistische Holzhackerbuam. Die neu eingekleidete Prinzengarde verbindet zackigen Gardetanz mit modernem Showtanz.

Johannes Busch und sein TGS-Blasorchester sorgen für Stimmungsmusik und punktgenaue Tuschs. Als die Guggemusik „Druff Kapell“ einmarschiert, ist es fast wie in alten Zeiten: Die Zuschauer im Saal springen auf und klatschen rhythmisch mit.

Kleine Pannen würzen die Show. Die Leute lachen, als sich zu Beginn des Gardetanzes der Vorhang schließt. Einmal unterbricht Sitzungspräsident Peter Otto das „dreifache Giesem hellau“, weil er noch die Orden überreichen muss, ein andermal nennt er den Mann am Mischpult „Stefanie“ statt Stefano Uslenghi. Na und? Es ist Fastnacht!

eh

Quelle: op-online.de

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