Viel Vergnügen auf engem Raum

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Für große Tanzeinlagen ist auf der Minibühne des Pfarrsaals kein Platz, deshalb präsentierte sich die Gruppe „Revolution“ der SV Weiskirchen mit einem ägyptisch anmutenden Sitztanz im Stil vielarmiger Göttinnen.

Weiskirchen (chz) ‐ Was ist der Unterschied zwischen einer Herren- und einer Damensitzung in der Fastnacht? Die Damen schaffen es auch ohne männliche Animateure und ausschließlich aus eigener Kreativität heraus einen mitreißenden Abend zu gestalten.

Und das sogar ohne große Seitenhiebe aufs vermeintlich starke Geschlecht – und trotzdem ist es lustig! Dafür mussten lokale Größen und auch so manche Nachbar-Stadtteile herhalten, doch auch hier gab‘s nur liebevolle Klapse und keine Prügel. Einzige Ausnahme beim Kreppelkaffee im Haus St. Peter: die Trottwa-Lerchen, erstens männlich, zweitens aus Jügesheim.

Doch da der Sohn von Kreppelkaffee-Urgestein Maria Dörr mitsingt, ließen sich die Damen die Chance nicht entgehen und begrüßten zum ersten Mal die Männertruppe im Saal, die ihr mitreißendes Programm auch freundschaftlich an Weiskirchen angepasst hatte.

Ansonsten schöpften die Damen wieder vollständig aus den eigenen Reihen. Da für große Tanznummern auf der winzigen Bühne ohnehin kein Platz ist, präsentierte die Gruppe „Revolution“ der Sportvereinigung Weiskirchen einen ägyptischen Tanz, in dem sie nur die Arme bewegte. Die Gruppe „Flashlight“ begeisterte mit „Mädchenpensionat“ – dem harten Dasein einer Gouvernante im Schlafsaal, wo nicht nur Kissen flogen. Nina Elmas, Lena Sarbu und Anna Werle gefielen zudem als Tanzgirls.

In die Bütt kam wieder einmal Annemarie Jonas, um aus der Warte des goldenen Kirchturmgickels das Ortsgeschehen zu beleuchten – und von da oben aus sieht man halt in alle Ecken! Simone Förster erhielt viel beifälliges Kopfnicken für ihren Bericht einer gestressten Hausfrau. Maria Schütz und Gertrud Dlabka erzählten von der Kegelrunde. Auf große Heiterkeit und jede Menge Verständnis stieß Gabriele Staab, die als Kundin in einem Handyladen bei Laura Kluth über ihr unhandliches Gerät jammerte.

Show rund um eine Italienreise

Ein Fernseh-Reisemagazin rund um Rodgau erstellte die Gruppe um Bettina Kühn und Bettina Fecher: von Yoga-Tipps über das Weiskircher Nachtleben bis zu aussterbenden Vogelarten wie der Bordsteinschwalbe breit gefächert und herzerweichend schön. Gemeinsam mit Cousine Margarete Ott präsentierte sich Maria Dörr als Rodgauer Cindy von Marzahn oder als Rodgauer Romeo und Julia – zum Tränenlachen erfrischend!

Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Elisabeth Kämmerer, Irmgard Helm, Irmgard Reichenbach, Lotte Jaeckel, Birgit Sann, Birgit Wilhelm, Angelika Merget, Simone Förster und Maritta Toth entführten die Beiden ihre Fastnachterinnen in eine groß angelegte Show rund um eine Italienreise, mit Misswahlen und Mafia, mit Fußballwunder und Pizzabäcker, vielen Oldies und manchem mehr – ein rundes Programm voll sprühender guter Laune.

Kaffee, Kreppel und Schokoküsse

„Es gibt uns jetzt seit 35 Jahre und bei uns steht die Gruppe ganz im Mittelpunkt“, begründet Maria Dörr den Zusammenhalt. Nur einmal fiel der Kreppelkaffee krankheitsbedingt aus; ansonsten erfreut er seit 1976 Frauen aus der ganzen Umgebung mit ortsbezogenem Humor. Die erwirtschafteten Einnahmen fließen in karitative Projekte der Pfarrgemeinde, aber auch in die Gemeinde selbst. Seit Oktober texten und proben, schneidern und basteln die Damen, insgesamt rund 50 Mitwirkende stehen an diesen Abenden auf der Bühne.

Edith Sahm und Helga Spahn sind zwei der Gründermütter des Kreppelkaffees. Hunderte Weiskircher Frauen genießen ihre „Erfindung“ heute noch. Kaffee, Kreppel und Schokoküsse, ungetrübter Spaß im Saal und beste Unterhaltung von der Bühne – in Weiskirchen gibt es das mehrfach in der Fastnachtszeit im Pfarrsaal von St. Peter: Kreppelkaffee in denkbar enger Umgebung (vor allem für die geplagten Bedienungen), aber umso gemütlicher.

Quelle: op-online.de

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