Nieder-Röder Närrinnen erklimmen den Fröhlichkeits-Gipfel

Vier ausverkaufte Kreppelkaffeeabende im Bürgerhaus

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Kein Alpenland-Klischee blieb unbedient: Der Kreppelkaffee „Auf der Alm“ war ein närrischer Gipfelsturm mit Ausflügen in die Märchenwelt. 

Nieder-Roden - Rund 500 fast ausschließlich weibliche Jecken haben sich am Freitagabend beim ersten Kreppelkaffee der Saison köstlich amüsiert. Und das war erst der Anfang: Heute Abend geht der Klassiker zum vierten Mal vor ausverkauftem Bürgerhaus über die Bühne.

Bergziegen als Elferrat, statt Orden gibt es Kuhglöckchen, zum Finale packt die Damenriege die Alphörner aus. So kann es zugehen, wenn die Narren Gipfel stürmen und den Auftakt der Nieder-Röder Saalfastnacht „Auf der Alm“ feiern. Auf das Motto kamen Sitzungspräsidentin Nathalie Sander und ihre knapp 100 Akteure über fünfeinhalb Stunden immer wieder zurück. Melanie Wörner-Förtig und Alisa Rebmann eröffneten die Show mit dem Song „Hohe Berge“. Als tanzende Kühe nahmen die Kreppelmädels, mit einem effektgeladenen Maibaumtanz später die Tänzerinnen um Kerstin Kremeier-Falk die alpine Steilvorlage an. Frei nach Loriot verhalfen Tanja Knaf, Veronique Gola und Jenny Keller den Närrinnen zum Jodeldiplom. Nach der Pause war Kondition gefragt: Anja Werner, Bettina Hartmann, Andrea Dürr, Daniela Piplak, Nathalie Sander und Melanie Wörner brachen zum Bergwandern auf - trotz holpriger Pfade mit fröhlichen Liedchen.

Den Blick aus der Gipfel-Perspektive machte sich Bettina Hartmann zunutze: Bei Olympia und der Fußball-EM hatte die tüchtige Sennerin genauer hingeschaut, schwang Sense und Mistgabel gegen rechte Populisten und brach eine Lanze für alle Ordnungshüter, die bei Gefahr auch mal zupacken. Weniger Spaß macht der Protokollerin der „Gruselclown“ im Weißen Haus. Häusliche Herausforderungen hatte Rosi Bergmann zu meistern: Wie rettet man ein Fünf-Gänge-Menü zu Weihnachten, wenn zum Schluss sogar die Teller an der Wand landen?

Mit dem Christfest hatten auch Rita Pfeiffer und Sabine Follmann ihre liebe Last. Im Zwiegespräch verrieten Mutter und Tochter, was bei einem Ausflug zum Sternschnuppenmarkt alles vorkommen kann. „Sing das Ding“ forderten Steffi Swoboda und Britta Kockmann bei ihrer clownesken kölschen Casting-Show, bevor es bei Helene Hartmann wieder etwas zu lernen gab: Als Mädel bei der Bundeswehr zeigte sich das Bütten-As gesetzeskundig weit über die Merkel-Republik hinaus. „Rührt euch“ - da ließ sich die Narrenschar nicht lange bitten.

Nah an die Heimat rückt die Narretei, wenn ein Königssohn aus Giesem im Dudenhöfer Wald auf Schneewittchen und die sieben Zwerge trifft. Während die Zipfelmützenträger an der Gänsbrüh schuften, treibt die böse Königin unter den sarkastischen Bemerkungen des Zauberspiegels ihr garstiges Spiel, die Schönste im ganzen Land landet im gläsernen Sarg - soweit klassischer Märchenstoff. So wie die „Buntgemischten“ hat die Geschichte allerdings noch niemand erzählt. Sabine und Kristin Follmann, Birgit Stowasser, Gabi Reichenbach, Gisela Reinke, Christel Matzka, Rita Pfeiffer, Lilly und Steffi Swoboda setzen mit ihrem Märchen-Ulk ein Glanzlicht.

Bilder: Kreppelkaffee in Nieder-Roden

Bestens aufgelegt, wenn auch vom Einkaufsstress frustriert nahm Elke Spahn ihr Publikum zum Shoppen mit. Ein Gutschein zum Geburtstag? Das geht besser, also auf nach Offenbach und hinein in die moderne Welt mit ihren Technik-Tücken. Inspiriert vom schmissigen Auftritt der Tanzgarde, genossen Melanie Wörner-Förtig und Alisa Rebmann ihren Mädels-Abend, bei dem nicht nur gelästert, sondern auch gesungen wurde. Lieber in den Zoo spazierten „Sannsche“ und „Magreda“. In ihren Paraderollen wunderten sich Anja Keller und Bettina Hartmann über tierische Umgangsformen und suchten zu klären, ob die Jecken im Saal nun eher eine Kolonie, eine Herde, ein Schwarm oder ein Rudel sind. Keine Fragen offen ließ der finale Alm-Auftrieb, wie üblich beim Kreppelkaffee eine eigene Show für sich. Ob Heidi und der Alm-Öhi, Holzfäller, Gipfel-Kraxler oder Wies’n-Laune - unter dem Jubel der Narrenschar blieb kein Alpenland-Klischee unbedient. (rdk)

Quelle: op-online.de

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