Narren verraten, was im Dudenhöfer Wald passiert

JSK-Fastnacht: Opel-Forscher züchten den perfekten Mann

+
Nicht nur Tänzerinnen und vereinzelte Tänzer, sondern auch reichlich Konfetti wirbelte bei der ersten JSK-Galasitzung über die Bühne der Jügesheimer Schulaula.

Jügesheim - „In Zukunft gibt’s noch mehr zu lache, weil mer’s jetzt zusamme mache“, so lautet das Motto der ersten gemeinsamen Fastnachtskampagne der ehemaligen TGS und TGMSV Jügesheim. In der Aula der Georg- Büchner-Schule brachte die frisch fusionierte JSK Rodgau zur Premierensitzung 23 Programmpunkte auf die Bühne.

Obwohl zeitliche Kürzung auf dem Programm stand und zum Running Gag des Abends wurde, markierte nicht der Einmarsch des Hofstaates den Beginn der Sitzung, sondern ein Vorspiel. Das Eröffnungslied der FKK, der „Fantastischen Klang-Körper“, stimmte den vollen Saal schon um 19.04 Uhr auf die Premiere ab 19.11 Uhr ein, indem es selbst seine Premiere feierte. Dann erst nahmen Elferrat und Prinzenpaar die Bühne für sich ein. Da sich auch Präsident Peter Otto kürzer fassen musste, stoppte er die Zeit von fünf Minuten mit einer Sanduhr. Er manövrierte allerdings dennoch um Haaresbreite am angepeilten Limit vorbei. Das Zwiegespräch des Prinzenpaares handelte von einer USA-Reise noch vor Trumps Amtsantritt. Der neue Gugi, Philipp Jansen, stand ebenfalls im Zwiegespräch auf der Bühne. Mit seinem Vorgänger Sebastian Mahr debattierte er über die Themenwahl für eine Büttenrede. Zwischen Katja Schweppe, Elena Smoydzin und Helga Görtz war es dann sogar ein Tri-Gespräch. Als Bienen verkleidet verschafften sie dem Scheitern des Generationenvertrags Gehör, indem sie Jung und Alt verbal aufeinanderprallen ließen.

Soenke Herzog nahm sich US-Präsident Donald Trump und das „racial profiling“ zur Brust. Mit seiner Anekdote von einer katholischen Frau, die von einem protestantischen Ordnungshüter einen Strafzettel erhalten habe und sich rassistisch diskriminiert und zum Auswandern nach Dudenhofen gezwungen gesehen habe, nahm er dem Thema erfolgreich die Brisanz und führte es ad absurdum. Der Giesemer Till widmete sich positiven Themen, unter anderem Rodgau, der kinderreichsten Stadt im Kreis, der es sogar verstehe, mit den fehlenden Kitaplätzen umzugehen.

Die Kehrseite der Attraktivität Rodgaus zeigte Claudia Wenhardt. Graffiti und vom Vandalismus zerstörte Gegenstände wurden in sarkastischer Intonation als besondere Sehenswürdigkeiten betitelt. Thorsten Baader komplettierte bei seinem Solodebüt in der Bütt mit einigen chaotischen Geschichten aus der Ehe die Schar von Rednern. Trotz seines Solos durfte er bei den „Kehlewetzern“ nicht fehlen. Diese bekräftigten gesanglich die kuriose Verschwörungstheorie, dass auf dem Opel-Prüffeld so einiges Zukunftsträchtiges geforscht und gezüchtet werde, unter anderem auch der perfekte Mann für alle Frauen.

Nach eben jenem Mann suchen die „Giesemer Sing Sang Mädels“ derweil allerdings noch. Nina Gröpl, Nadine Dorschner und Stephanie Weimer bereitet die Zukunft wegen des Mangels an unverheirateten Millionären nämlich Unbehagen. Auf „Rickys Pop-Sofa“ suchten Sandra, Stefan und Patrick Grimm sowie Matthias Ott nicht den perfekten Liebhaber, sondern einen guten Musiker. Doch Ricky wurde von den Kandidaten vor einem tosenden Publikum enttäuscht.

XXL-Galerie: Fastnachtssitzung der JSK Rodgau

Wenigstens ging es den Gugisheimern ähnlich. An Michis Kiosk tummelten sich Touristen, die sich nicht nur verlaufen, sondern verflogen hatten, Rentner, deren beste Jahre längst vorüber waren, ein abgebrannter Rocker und eine aufgedrehte Postfrau. Klar, dass bei dieser Konstellation auch jede Figur vor einer sichtlich amüsierten Zuhörerschaft einiges einstecken musste. Etwas mehr zum Schunkeln waren die Lieder der Kapelle „Prost“ und der „Giesemer Streuner“, Joachim Löw und Thorsten Hahn, gedacht. Die beiden sangen umgedichtete Fastnachtslieder, und ihre Zuhörer schwangen im Takt hin und her.

Bei den diversen tänzerischen Darbietungen kam die Narrenschar überhaupt nicht aus dem Klatschen heraus. Die Prinzengarde unter der Leitung von Alina Grimm, Susan Hebeisen und Jurema Schmidt, die Gruppe „Mothers on move“, gecoacht von Martina Kottmeier, die Tänzerinnen der Gruppe „Cupiditas“, trainiert von Sabrina Stark, und die „Marionetten“, geleitet von Stephanie Weimer und Christopher Sattler, begeisterten rundum. Und auch Franziska Mahrs Tanzsolo fand gebührende Anerkennung. (sjs)

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare