Sitzung der Sportfreunde

Piratenschiff in Fahrt gebracht

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Fünf Stunden Spaß mit vollen Segeln genossen die Narren bei der Piratensitzung in der SGH-Sporthalle.

Hainhausen - „Tatort“, „Was bin ich“, „Bonanza“ und „Mainz bleibt Mainz“ – was immer im deutschen Fernsehen je der Mühe lohnte, passt in fünf Stunden Fastnachtsprogramm. Bewiesen haben das die Sportfreunde Rodgau mit ihrer Piratensitzung in der voll besetzten SGH-Sporthalle.

Kaum hatten die Matrosen der „Tanzflotte“ unter Stephanie Roth die Leinen losgemacht und das Piratenschiff in Fahrt gebracht, enterte Rudi Ott den Ausguck und holte die „hochverehrten Gebührenzahler“ aus den wolkigen Weiten der TV-Nostalgie zurück aufs schwankende Rodgauer Deck. Das geplante Hospiz am Jügesheimer Wasserturm hatte der Skipper ebenso auf dem Radar wie den ausgeträumten City-Traum in der künftigen Großstadt und die Leistungen von Politik und Bürokratie: Weil kein Schulbus mehr von Jügesheim nach Nieder-Roden fährt, ersetzt der Fußweg den Sportunterricht. Und wenn beim Winterwaldfest in Weiskirchen kein Wasser aus der Leitung kommt, liegt das an der Geografie: Schließlich droht im „hohen Norden“ – ganz anders als etwa bei der Dudenhöfer Holzversteigerung in Äquatornähe – permanent Frostgefahr.

Die Piraten-Poeten boten beste Fernseh-Unterhaltung. Sängerin Selina Beavers und ihr Gitarrist Mihael Prebezac haben genügend Kochshows gesehen, um zu wissen, dass in jeder Frau ein Stück Hefe steckt. Die geht dann ebenso auf wie die Rechnung von Frank und Martina Hochhaus, die mit Saskia Witt das Fernsehprogramm der Zukunft vorwegnahmen. Neben Youtube, Netflix und Sky gibt es dann noch Hoss und Little Joe, aber auch die Aldi-Drohne, die per Bildschirm-Order Klopapier abwirft. Die Tagessschau liefert das Neueste aus der Seniorenresidenz Guantanamo, Heimat der Ex-Präsidenten aus Russland, der Türkei und Amerika.

Andere Sorgen hatte Büttenass Frank Eser, geplagt von der Midlife-Crisis und einer Erkenntnis: Sind die Kinder aus dem Haus, fallen Mama und Papa in die Pubertät zurück. Bis dahin aber heißt es hart bleiben: „Einmal die Woch’ wird das Bad geputzt, so lange du mein W-Lan nutzt“ – mit gereimten Lehrsätzen dieser Güteklasse verdiente sich der Wortakrobat eine Fastnachtsrakete. Ohne Dichtung kam Max Eser aus: Wer Dudenhofen links liegen lässt, nach Amerika geht und in Disneyland jobbt, bringt genug Wahrheit mit, um auf Dichtung verzichten zu können. Auch im Team machte der Nachwuchs-Narr später eine gute Figur: Als „Six Pack“ gefielen Eser, Leon Brehler, Lars Mathes, Pelle Rauch und Moritz Schlaich mit schlagfertigen Dialogen und Gesang.

Bilder: Piratensitzung in Rodgau

Singen können auch Michael Weimer und Marcel Rupp – eine leichte Übung für die beiden Helden des Zwiegesprächs, die sich an einen Klassiker aus der Fernseh-Fastnacht wagten und „Fraa Struwwelisch un Fraa Babbisch“ mit einem veritablen Kalauer-Feuerwerk zum Leben erweckten. Welches Schweinderl wer gerne hätte, blieb nicht die einzige Frage bei einer Parodie auf „Was bin ich?“ von den Fastnachtsturnern. Die Disharmoniker gönnten sich dieses Jahr einen Camping-Urlaub nur für Männer und begeisterten mit fein gedrechselten A-Capella-Einlagen. Zurück ins Fernsehprogramm zappte die Kokolores-Kompanie und inszenierte einen chaotisch-vergnüglichen Drehtag samt Werbeblocks und Schlagerparade.

Krimi-Fans mussten fast bis zum Finale warten. Dann aber riss die Formation „TanzBar“ die Jecken von den Stühlen und legte unter der Regie von Anna Eser und Selina Beavers eine packende Tatort-Szene hin. Für Bewegung im Saal hatten zuvor schon Solo-Tänzerin Philine Täubner und die Piraten-Garde unter der Leitung von Nina Seum und Vanessa Witt gesorgt, ganz zu schweigen von Silke Seums „Druffkapell“ mit Guggemusik zum Warmlaufen nach der Pause. Dank „Taktlos“, dem preisgekrönten Männerballett unter der Leitung von Jutta Podroschko und Nadine Dorschner, weiß die Welt nun auch, warum das römische Reich untergegangen ist: Asterix und Obelix sind schuld. (zrk)

Piratensitzung in Hainhausen der Sportfreunde Rodgau: Bilder

Quelle: op-online.de

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