Toller Triumph über den Trumperator

Fastnachter der TG Nieder-Roden bedienen sich freimütig an Star-Wars-Filmen

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Des Trumperators letztes Aufgebot: Betörende, wenn auch schon etwas reifere Damen von der dunklen Seite der Macht.

Nieder-Roden - In Nirreroure hat er keine Chance. Nach fünf Stunden zieht sich der Trumperator auf die dunkle Seite der Macht zurück und grübelt dort, in Dudenhofen, was schief gelaufen ist. Offenbar sind die Jecken von der TG Nieder-Roden eine Nummer zu närrisch.

Bis weit nach Mitternacht feiert das Narrenvolk im Bürgerhaus seinen Triumph über Trump. Mehr als 120 Akteure boten die Karnevalisten bei ihren beiden Fastnachtssitzungen am Wochenende auf, um dem Tyrannen der Rodgaulaxie zu trotzen. Freilich hatten die „Muckelchen“, vielfach bewährte Schauspieltruppe aus den Reihen der TG, das Imperium des weißen Riesen selbst herausgefordert und sich dabei freimütig am Science-Fiction-Klassiker „Star Wars“ bedient. Ober-Muckel Daniel Martin Hauser in einer Doppelrolle gab sowohl den pelzigen Alt-Dudenhöfer Kaubacke - Star-Wars-Fans als Chewbacka geläufig - als auch den dunklen Herrscher.

Viermal ritten die Sternenkrieger im Verlauf des 15-Nummern-Programms ihre Attacken auf die Lachmuskeln, rangen um das benebelte Gewissen des verkaterten Luke Skywalker (Daniel Wade) und ließen alte Bekannte aufmarschieren. Zwar musste Meister Yoda (Markus Keller) ob der späten Stunde bald ins Gretel-Egner-Haus zurück. Ha(h)n Solo (Roger Matzeg) aber zeigte sich der Lage ebenso gewachsen wie der Roboter C3PO (Marcus Seitel), der mit Blechkamerad R2D2 Verstärkung aus der französischen Partnerstadt rief: Als Can-Can-Truppe aus Puiseaux erschien das Männerballett, von Maria Simon und Katrin Koch trainiert, und entschädigte Luke für die graziösen, wenn auch betagten Damen (Björn Hartmann, Markus und Michael Engel, Benjamin Spahn, Robin Betzel), mit denen der Trumperator ihn hatte betören wollen. Das war’s dann: Der Macht-Mann spielt lieber Clown im Weißen Haus und an der Rodau regieren die Narren.

Neu in der TGN-Fastnacht: die „Grown-Ups“ mit einer tierischen Schwarzlicht-Show.

Dass aus der Geschichte im richtigen Leben kein amerikanischer Alptraum wird, hofft Protokoller René Marzo. Genug im Argen liege ohne Trump: Nervenkrieg im Osten, Flüchtlingsschicksale und Schlepper-Profite auf Kosten der Menschlichkeit, religiöse Verblendung und Terrorangst - zum Glück gibt es da noch den Sport. Bei den Bayern bekommen Vorbestrafte ihre zweite Chance, aufs Eröffnungsspiel der Mega-WM 2026 – Grönland gegen Dschibuti – freut sich der Narr schon jetzt. Dann schlagen auch die HSG-Handballer den THW Kiel.

Noch bevor der Chronist vom Leder ziehen durfte, hatte Sitzungspräsident Peter Wade mit der Kinder- und der Rot-Weiß-Garde die erste Shownummer angesagt. Beide Formationen mit ihren Trainerinnen Ann-Kathrin Keller, Julia Spahn und Andrea Vay verdienten sich ihren Beifall mit zackigen Marsch-Tänzen. Ein gelungenes Debüt in der Bütt feierten Katharina Keller und Anna Passing: Jetzt weiß der ganze Ort, dass beim Mallorca-Trip der Handballerinnen nicht nur Sport getrieben wurde.

Einen Begeisterungssturm entfachte die Jugendtanzgruppe der TG mit einem Medley aus Tanzfilmen wie „Dirty Dancing“ und „Footloose“. Die Gruppe von Anita Gehrung kam um die Zugabe nicht herum. In der Bütt zurück meldete sich Jenny Hein: Sie spielte nach der Babypause sich selbst und klärte ihr Publikum in Reimen und Liedern über die Mühsal der Mutterschaft auf. In Sachen Gesang setzen die „Golden Merwes“ mit Christiane, Johanna und Amelie Brückner als Trio die Maßstäbe: Mit Schlagern und Stimmungshits schickten die „Gewitterhexen“ ihr Publikum in die Pause.

Närrische Stimmung bei der Fastnachtssitzung der Turngemeinde Nieder-Roden: Bilder

Neben dem Showdown mit dem Trumperator boten die TG-Fastnachter auf der Zielgeraden auch eine Premiere: Als „Grown-Ups“ inszenierten Verena Simon, Maike Sauter, Katja Mück, Selina Schnur, Louisa Meisenfelder, Katharina Keller, Anna Passing und Laura Keller eine tierische Schwarzlicht-Show mit knalligen Neo-Effekten. Beim „Dehoam-Shopping“ der Alten Garde packten Christina Keller, Yvonne Möller, Nicole Keller, Antje Setterl, Liane Keller und Isabell Murmann nicht nur die unvermeidliche Tupperware aus. Ihren zweiten optischen Treffer landete die Rot-Weiß-Garde als tanzende Cowgirls.

In einer Glanzrolle weckte Andreas Kraus, einziger Import und zugleich Stammgast der TG-Fastnachter, zu später Stunde als Nachtmensch wider Willen auch noch den letzten Schläfer auf. Übel nahm ihm das keiner, denn schlaflos bleibt der Jeck in diesen Zeiten ohnehin. (rdk)

Quelle: op-online.de

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