Sportliche Höchstleistungen und allerlei ulkige Redebeiträge

Im Schlingerkurs durch Zeit und Raum bei der SG Hainhausen

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Über Stimmungsgipfel kraxelten die gestandenen Mannsbilder vom SGH-Männerballett. 

Hainhausen - Die Zeiten ändern sich – unter närrischen Vorzeichen eine Binsenweisheit mit Chaospotenzial.

Was ein paar lockere Schrauben oder defekte Lötstellen in einer Zeitmaschine anrichten können, daran hatte eine begeisterte Narrenschar in der SGH-Halle am Sportfeld am Samstagabend über fünf Stunden ihre Freude.
Ob mit oder ohne Science-Fiction-Vehikel - wer sich im Stau festfährt, kann immer was erzählen, wenn auch nur in seltenen Fällen so beredt wie Andreas Kraus. Als bewährtes Trumpf-As der Haahäuser Fassenacht machte der Wortakrobat aus Offenbach-Bieber seinem Redner-Ruhm einmal mehr alle Ehre und krönte das 13 Nummern lange Sitzungsprogramm mit einem Brillantfeuerwerk an skurrilen Beobachtungen. Lahmgelegt zwischen lästigen Gaffern, blickdichten Lastern und mit ungewollter Nahsicht auf unfeine Angewohnheiten seiner Mitstauenden heimste der ausgebremste Bütten-Poet zu später Stunde rhythmischen Beifall und eine Rakete ein.

Elf Schoppen auf dem Biermeter, neun Tänzer – da fällt auch für die Sitzungspräsidenten noch was ab.

Im Schlingerkurs durch Raum und Zeit behielt das Präsidentenduo Will Eichhorn und Torsten Rudolf jederzeit das Steuer in der Hand und konnte sich auf eine mehr als 100 Akteure und Helfer starke Crew verlassen. Zum Glück, denn Jochen Pommer als Erfinder des „Futuromobils“ musste kurz nach dem Start im Jahr 2027 notlanden. So lieferte er denn auch kein Protokoll, sondern eine Zukunftsvision, in der die Offenbach-Post aus Plastik ist, Dudenhöfer Gehirnzellen als Raritäten verhökert werden und Fastnacht – als Folge einer weiteren Rechtschreibreform – mit V geschrieben wird. Es gibt auch gute Nachrichten: Die SGH-Halle steht noch, die Kickers spielen in der zweiten Liga und um die Dudenhöfer kümmert sich ein Integrationsbeauftragter.

Ein Debüt bei der SGH gab Steffen Kuhn, als Ur-Hainhäuser heimgekehrt aus dem Giesemer Exil und dort in närrischer Langzeitbeobachtung geschult. Schon ein weiter Weg aus der Stubb mit Kaffeekannewärmer, Schesslong und Opas Sackduch ins globale Getwitter mit Snapchat, Instagram und Payback-Karte. Gibt es Treuepunkte für 26 Jahre Ehe, sind acht Flensburg-Punkte für ein Fahrrad einzulösen und wann findet die erste Payback-, Brot- und Dönerpunkte-Tauschbörse in Hainhausen statt?

Offene Fragen plagten auch Garion Engel und Maximilian Speyer als klassischer Tom Sawyer und moderner Hip-Hop-Fynn im Zwiegespräch. Weniger in Zukunft als in Nostalgie machten Martina Speyer-Böttcher und Thomas Engel als zänkisches Geschwisterpaar beim Dachbodenstöbern. Rund um Omas alte Bimbam-Uhr gruben sie Kalauer und sogar nummerierte Witze aus. Sterne sah Elke Reif, Neuzugang aus Jügesheim: Was Sternzeichen sagen über Mann und Frau, weiß die närrische Astrologin ganz genau.

Chaotische Zeitreise der SG Hainhausen: Bilder

Was sie von den Giesemer Trottwa-Lersche erwarten dürfen, wissen die Hainhäuser längst und bereiteten der bewährten Barden-Combo einen begeisterten Empfang. Auch die Druffkapell, zum Wiederanschub nach der Pause aufmarschiert, hat nördlich Giesem unüberhörbar ihre Fangemeinde. Schon eher zu erwarten waren Überraschungen vom ulkigen Ausflug der Gassehopser: Nicht im Zukunftsmobil, sondern in einem Bus mit blindem Fahrer kutschierten die ehemaligen Handballerinnen ihr Publikum mit Hits aus fünf Jahrzehnten durch ein halbes Menschenleben.

Fast alles noch vor sich haben die Kolibris der SGH. Begeisterten Beifall verdienten sich die jüngsten Tänzer und durften später ihrer Trainerin Clarissa Dörfler zujubeln, die zusammen mit Jessica Schön und zu Hits aus der Disco-Ära im Garde-Duo sportliche Höchstleistung bot. Noch weiter in der Zeit zurück wagten sich die Starlight Dancers mit einer rasanten Rockabilly-Nummer aus den 50er Jahren. Nur bis ins Jahr 2000 zurück schaffte es das SGH-Männerballett. Was Wunder, mussten die „Rodau-Dabber“ aus dem Flachland – auch noch in Lederhosen – doch über Stimmungsgipfel ins Finale kraxeln. Feiern lassen durften sie sich unter anderem mit der Haahäuser Hymne im Massenchor. (zrk)

Quelle: op-online.de

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