Gute Stimmung trotz Regen

Fastnachtszug in Jügesheim: Tanz der Hippies und Vampire

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Mit Flower-Power punktete die SG Hainhausen beim Fastnachtszug, wie hier am Bahnhof. Bilder von allen Gruppen gibt es in unserer Fotogalerie im Internet.

Jügesheim - Die Stimmung war gut - auch wenn das Wetter bei weitem nicht so prächtig war wie beim Rathaussturm. Der Fastnachtszug startete bei bewölktem Himmel, von dem später Regentropfen fielen. Von Simone Weil 

Viele verkleidete und gut gelaunte Zuschauer hatten sich entlang der Straßen eingefunden, um den närrischen Lindwurm im Herzen Giesems zu begrüßen.

Begeisterung strahlt diese Akteurin auf dem Drachenwagen aus.

Ganze Familien, oft mit mehreren Generationen, waren gemeinsam unterwegs, um ihren Spaß zu haben. Während die Eltern Bekannte trafen und babbelten, jagte der Nachwuchs dem Wurfmaterial hinterher, das die Narren reichlich unters Volk brachten. Bonbons, Lutscher, kleine Popcorntütchen, Chips oder süßer Speck flogen nur so von den Wagen herunter. Aber auch kleine Nagellackfläschen und weitere Kosmetikaccessoires wie Lidschatten und Puder kamen beim Publikum gut an.

Schon geraume Zeit vorm Start am Bahnhof waren die Bürgersteige dicht gefüllt. Die Rodgauer wollten sich ein gutes Beobachtungsplätzchen sichern: Schließlich hatten sie im vergangenen Jahr wegen einer Sturmwarnung auf ihren Fastnachtsumzug verzichten müssen.

Ein Hingucker: Das Material der Alphörner stammt vom Baumarkt.

Am Bahnhof stand auch einer der eifrigsten „Giesem“- Rufer: Der Hainhäuser Ehrenortsvorsteher Ewald Simon ließ es sich nicht nehmen, lauthals für Stimmung zu sorgen – heute ist er sicher heiser. Doch auch viele andere Passanten riefen und busselten sich durch den Fastnachtsdienstag: Ob Supermann oder Batman, Sträflinge oder Vampire, Chinesen oder Dirndlträgerinnen – viele Zuschauer hatten sich richtig viel Mühe gegeben mit ihrer Verkleidung.

Fastnachtsumzug in Jügesheim: Bilder

Keine Frage, dass die Profis im Zug das meistens toppten: Ihre Kostüme allerdings müssen gleich in mehrfacher Ausfertigung produziert und liebevoll ausgestattet werden. Besonders originell waren die „Becherinas“ von der JSK-Gruppe Konni Walter: Wie der Name schon verrät, waren ihre empfindlichen und nicht für die Ewigkeit bestimmten Kostüme aus weißen Plastikbechern zusammengesetzt und bildeten einen schönen weißen Pompon-Rock.

Tierisch ging es zur Sache: Stattliche Eulen, putzige Froschkönige, füllige Raupen, aber auch „der Wolf und die 24 Geißlein“ waren mit von der Partie. Zu den Klängen des Fastnachtsklassikers „Humba Täterä“ tanzten sie auf den von Zuschauern dicht gesäumten Straßen.

Die Rodgau-Indianer des Stammtischs vom Kegel-Center hatten ein wahres Kinderzimmer-Schmuckstück für ihren Motivwagen mit Totempfahl ergattert: ein altes Spielzelt, das aus den 50er oder 60er Jahren zu stammen scheint und die Zierde jeder Karl-May-Ausstellung wäre.

Besonders schöne Schmetterlinge mit überdimensionalen zart-irisierenden Flügeln waren unterwegs, die ihre empfindlichen Körperteile hoffentlich gegen den einsetzenden Regen schützen konnten. Die Gardemädchen jedenfalls wappneten sich mit transparenten Plastiktüten und verbargen darunter ihre empfindlichen Hüte.

Freibeuter, Robin Hood und seine Mannen samt Feuerspucker, Gemüse, Schwellköpp, Scheichs, Vampire sowie die stattlichen Pioneers mit Coach T. – sie alle machten die Straßen unsicher. Doch die Zuschauerscharen waren friedlich und gelassen. Die Stimmung passte gut zum Motto der SGH: „Flower-Power, Love and Peace – wir reisen in die Seventies“. Mit Westchen mit schrillen Mustern und Hüten, die von Prilblumen nachempfundenen Ansteckern oder Aufnähern geziert waren, tanzten die Hippies zur Freude des Publikums ganz entspannt auf der Straße.

Fastnachtsumzug in Jügesheim: Bilder Teil 2

Quelle: op-online.de

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