Fünf Stunden Programm

Frauenfastnachts-Party „Heide Witzka“: Schnell in Ballermann-Laune

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Mit Pop-Evergreens und Schlagern heizte Sängerin Lisa Bund die Stimmung an.

Jügesheim - Sitzung? Nur dem Namen nach. Auf den Stühlen hielt es bei der Frauenfastnacht „Heide Witzka“ am Samstagabend niemanden lange. Zeitweise stand das Stimmungsbarometer in der brechend vollen Narrhalla an der Weiskircher Straße auf Orkan.

Bei „Heide Witzka“ hielt es die Frauen nicht lange auf den Stühlen.

Nach knapp fünf Stunden Programm fanden viele der feiernden Mädels und Damen lange noch kein Ende. Die achte Frauenfastnacht war aber auch die erste. Bislang lief „Heide Witzka“ unter dem Emblem der TGM SV, erstmals firmierte diesmal der neu aufgestellte JSK als Gastgeber. Am bewährten Strickmuster änderte das nichts: Büttenreden und karnevalistisches Zeremoniell gelten als verzichtbar, „Heide Witzka“ ersetzt als Schlachtruf das sonst unvermeidliche Hellau. Männer kommen nur auf der Bühne, im Technikteam, in neckischen Leibchen als Kellner oder als tänzelnde Nummernboys vor. In der Sektbar wird mit dem Damen-Dollar bezahlt, der den Akteuren auch als Trinkgeld zugesteckt werden darf. Einen Stimmungsknüller nach dem anderen, inklusive zweier Männerstrip-Einlagen vor der Pause und zum guten Schluss, präsentierte Moderatorin Jennifer List - künftig allerdings nicht mehr, wenn Eingeweihte Recht behalten. Dass die bewährte Frontfrau das Mikro weitergeben will, hatten zumindest die „Funkenspritzer“ gehört und ein Abschiedsgeschenk mitgebracht.

Die Akteure vom Männerballett des Karnevalclubs Weiterstadt, diesmal als feurige Spanier nach Jügesheim gekommen, dürfen als gut informiert gelten: Von Anfang an gehören sie zur Stammbesetzung bei der Frauenparty; diesmal leiteten sie das Finale ein. Ein Heimspiel hatte Sänger Thorsten Rech, der mit Schlagern und Stimmungshits die Anheize übernahm. Ihre eigene Männer-Tanztruppe „Jennis Sklaven“ schickte die Chefin mit einer Popshow aus fünf Musikjahrzehnten ins Getümmel. Mit den Giesemer Trottwa-Lerchen stimmte der ganze Saal in die Hymne „Giesem du mein Heimatort“ und die Evergreens der fünften Jahreszeit ein: Annika ist für alle da, naa naa, isch hab heut was anners vor und atemlos durch die Nacht - gell, des hättste net gedacht?

Bilder: Frauensitzung „Heidewitzka“ in Jügesheim

Mit dem Mallorca-Ferienflieger landeten die Herren der „First Generation“ und versetzten die feiernden Ladys ohne erkennbare Mühe in Ballermann-Laune. Zum Mitsingen und Klatschen animierten die Hinnergassebuwe aus Münster mit Fastnachtshits und Schunkelliedern, bei „Dancing Disaster“ im Bundeswehr-Dress ging es dann eher militärisch-zackig zu. Den richtigen Ton zum Wiedereinstieg nach der Pause traf Sängerin Lisa Bund mit Pop-Evergreens, Partysongs und Hits von Tina Turner und Helene Fischer.

Als die „Pink Tigers“ aus Frankfurt die Bühne stürmten, einen männlich-rassigen Gardetanz und eine neonschrille Disconummer auf die Bretter legten, gab es kein Halten mehr. Zur furiosen Percussion-Show der Marschmellows aus Darmstadt tanzte der ganze Saal, um gleich darauf zu staunen: Als lebende Leichen auf der Suche nach dem verlorenen Schädel faszinierten die „Schlappedapper“ mit großartigen Kostümen und einem schaurig schönen Totentanz. (rdk)

Quelle: op-online.de

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