5. Jahreszeit

Rathaussturm in Jügesheim ist ein voller Erfolg

Knallbunter Volltreffer: Dem Ansturm der Jung-Gugisheimer hält keine Rathaustür länger stand. Foto: Löw
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Knallbunter Volltreffer: Dem Ansturm der Jung-Gugisheimer hält keine Rathaustür länger stand.

Erster Akt der Straßenfastnacht: Nach dem samstäglichen Geläut der Kirchenglocken stürmen die Narren traditionell das Rathaus. Und genauso traditionell wie erfolglos bietet der Magistrat ihnen die Stirn.

Jügesheim – Nun ist die Stadtkasse ausnahmsweise mal einigermaßen gefüllt, und schon bringt das Prinzenpaar zum Rathaussturm Geld mit. Eine wahre Narretei? Keineswegs. Prinz Sebastian und Prinzessin Sabrina hatten während der ganzen Kampagne für die vom Gewittersturm „Bernd“ arg gebeutelten Jügesheimer Grünanlagen gesammelt und die Spende am Samstag dem Bürgermeister überreicht. 1 222 Euro kommen der Aktion „Town-Baum“ zugute. Rathausverteidiger Hoffmann will davon eine Prinzenpaar-Allee pflanzen.

Zuvor hatte er die Fastnachter eindringlich aufgefordert, sich gegen Terrorismus, Rassismus und Hass zu stellen. Die vielen hundert Besucher auf dem Hermann-Sahm-Platz honorierten diesen Appell mit viel Beifall. Und sie zeigten, dass sie trotz allem Entsetzen über den Anschlag von Hanau nicht dem Trübsal verfallen wollen.

Aus tiefstem Herzen: Der Bürgermeister beschwor die Toleranz der Rodgauer. Foto: Löw

Die von Prinz Sebastian II. und Prinzessin Sabrina II., dem Jugendprinzenpaar Louis-Poul und Lea-Sophiell und dem scheidenden Sitzungspräsidenten Peter Otto angeführten KSK-Fastnachter bliesen den Stadtoberen gehörig den Marsch. Wer ist Schuld an der Press-Bebauung mitten in Jügesheim, an allerorten fehlenden Parkplätzen und Jung-Rodgauern, für die es nur noch einen Kinderarzt gibt? Auf „Komme beim Dokter ned dran“ oder „Der Klimawandel fängt in Giesem an“, reimt sich trefflich Jürgen Hoffmann.

Der kann sich längst mit Reimen zur Wehr sitzen. Im Rathaus säßen viele gute Geister und Obergeist sei der Bürgermeister. Und in Sachen Nah-Verdichtung an der Ludwigstraße gab er kräftig zurück: Als das abgerissene „Pigs and Pipes“ noch „Downtown“ hieß und eine Ober-ohne-Bar war, hätte es den alten Giesemern nicht nah genug sein können.

Mitgemacht: Die Lieder der „Giesemer Trottwa-Lersche“ kennen schon die kleinsten Fassenachter. Foto: Löw

Doch wie alle Jahre wieder hielt die papierbezogene Rathaustür dem Sturm nicht stand, der Magistrat kapitulierte, und das Prinzenpaar samt Gefolge übernahm die Macht bis Aschermittwoch.

Fürs Warm Up an einem windigen Samstagnachmittag waren einmal mehr Frank Rebel, Andreas Held und ihre „Trottwa-Lersche“ zuständig. Die kümmerten sich auch ums musikalische Cool down, nachdem die Fastnachtsoffiziellen das Bürgermeisterbüro besetzt hatten.

Bilder: Erfolgreicher Rathaussturm in Jügesheim

VON MICHAEL LÖW

Quelle: op-online.de

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