Leitung in jüngere Hände abgegeben

Giesemer Fastnacht: Marionetten nun ohne Christopher Sattler

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Christopher Sattler hat die Marionetten zu einem Aushängeschild der Giesemer Fastnacht gemacht. Jetzt überträgt er die Leitung der attraktiven Truppe an die amtierende Edelholzkönigin des Gesangvereins Germania Dudenhofen, Stephanie Weimer.

Jügesheim - In der aktuellen Kampagne vollzieht sich ein Wechsel in der Giesemer Fastnacht, der aufhorchen lässt. Im 33. Jahr als aktiver Fastnachter überträgt Christopher Sattler die Leitung seiner Marionetten in die jüngeren Hände von Stephanie Weimer.

Das hochdekorierte Aushängeschild für getanzte, anspruchsvolle Performance hat sich in der Region einen Namen gemacht und in den letzten Jahrzehnten alle Ehrungen abgeräumt, die man als Giesemer Fassenachter nur erreichen kann: Millennium-Förderpreisträger der Giesemer Fastnacht, Goldene Flamme und Goldenes Vlies trägt er so selbstverständlich wie er seine Balletttruppe, die bis zu 20 Personen stark werden kann, alljährlich mit großer Disziplin eine spektakuläre Choreografie einüben lässt.

Wer nun glaubt, es handele sich bei dem Chef des Giesemer Hofballetts um einen Altgedienten, der sieht sich getäuscht. Denn der 36jährige Friseurmeister ist seiner Zeit wie immer im Leben voraus“, würdigt eine JSK-Pressemitteilung den engagierten Ehrenamtler. Bereits als 22-Jähriger wurde er als jahrgangsbester Innungsmeister 2002 in der Paulskirche ausgezeichnet. Er gewann zahlreiche Wettbewerbe im Friseurhandwerk und ist seit 2005 eine Institution in der Rodgau-Passage, in der er sich mit 24 Jahren selbstständig machte. Er hat immer auf die Stärke der Qualität gebaut, beruflich wie in seinem Hobby. „In der Talentschule der TGS war er früh mit Begriffen wie Verantwortung, innerer Haltung, Leistung und Ehrenamt vertraut gemacht worden. Vier Jahre Minkas, vier Jahre Kindergarde, 1994 Jugendprinzenpaar mit Sabrina Grimm, von 1995 bis1999 Jugendpräsident und zugleich ab 1997 Tänzer der Jumping Jack, später Marionetten. Bis 2012 tanzte er mit, hielt die Truppe aber auch danach als die führende Tanzformation zusammen“, heißt es weiter.

Das gelang ihm auch über die Fusion von TGS und TGM SV hinweg, die er mit seiner liberalen, toleranten Haltung befürwortet. Es ist eine seiner Stärken, unterschiedliche Fähigkeiten, Größen und Veranlagungen seiner Protagonisten in einem Tanz zu vereinen und damit jede JSK-Sitzung zum Höhepunkt zu treiben.

Seine Nachfolgerin hat er in einem langen Prozess wohlüberlegt ausgewählt. Stephanie Weimer ist eine bekannte Größe im Rodgauer Vereinsleben. Mit 15 Jahren kam sie von Dudenhofen in die Rodgauer Fastnachtshochburg. Schnell wurde sie auf der Bühne heimisch. Sie ist aktiv bei den Giesemer Sing-Sang-Mädels, kümmert sich um die Jugend und ist bei den Marionetten zu Hause. Wettkampferfahrung bringt sie reichlich mit. Denn für die Turnabteilung des JSK ist sie beim Turngruppenwettstreit regelmäßig zu sehen – zuletzt als Hessenmeisterin mit ihrer Mannschaft. Aber auch in Dudenhofen ist sie gut verwurzelt. Sie ist amtierende Edelholzkönigin. Der aktuelle Tanz ist bei der großen Fremdensitzung des JSK in der Weiskircher Straße zu sehen. Sieben Auftritte absolviert die Formation in dieser Kampagne. Die Giesemer Fastnachter bedankten sich am vergangenen Wochenende mit stehenden Ovationen bei dem Großmeister der Choreographie und ließen die Raketen steigen. JSK-Präsident Peter Otto leitete nach der Würdigung in ein rauschendes Finale über. Der anschließende Triumphmarsch war auch einer für Christopher Sattler.

Bilder: Frauensitzung „Heidewitzka“ in Jügesheim

Quelle: op-online.de

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