Prinzenpaar bietet Lösungen

Narren regieren im Rathaus

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So geht der Rambazamba: Mit dem Tanz der „Trottwa-Lerche“ bereitet sich das närrische Volk auf die Ankunft des Prinzenpaars vor.

Jügesheim - Die Fastnachter haben das Rathaus erstürmt, nun regiert das Prinzenpaar. Lars I. und Angie I. versprechen dem Narrenvolk einfache Lösungen für alte Probleme: Straßen sanieren, Feuerwehrplatz bebauen, Rußfabrik abreißen und schnelles Internet für alle. Von Ekkehard Wolf 

Ein Beitrag zur besseren Umweltbilanz: Die große Konfettikanone funktioniert mit Druckluft, schießt allerdings nicht sehr weit.

Wenn die Kirchenglocken läuten, ist es so weit. Ein vielstimmiges „Giesem Hellau“ empfängt die beiden Prinzenpaare, die mit Blasmusik und Hofstaat dem Rathaus entgegenziehen.
Prinzenpaar und Bürgermeister liefern sich ein freundschaftliches Wortgefecht. Da geht es um den Zustand der Konrad-Kappler-Straße („100 Sorten Platten, Löcher und Asphalt“), um die Zukunft des Feuerwehrplatzes („Baut Wohnungen und lasst Menschen rein“), um strenge Parkplatzvorschriften für Ein-Zimmer-Wohnungen und um die Rußfabrik („kann weg“). Bürgermeister Jürgen Hoffmann kontert: Die Konrad-Kappler-Straße komme schon noch an die Reihe, aber erst dann, wenn der Bahnhofsplatz in Dudenhofen fertig sei – in 15 Jahren. Und wenn Google einen Altbau in New York kaufen könne, lasse sich vielleicht auch die Rußfabrik versilbern: „Für zwei Milliarden würde ich sogar laufen.“

Für das Dauerthema Feuerwehrplatz bringt JSK-Sitzungspräsident Peter Otto sogar eine Fernseh-Vorabendserie ins Gespräch: Was für den WDR die „Lindenstraße“ sei, werde für den HR „Der Feuerwehrplatz von Giesem“.

Der Gugi macht den Weg frei: Als Erster durchbricht Philipp Jansen die papierbespannte Eingangstür.

Die Gugisheimer laden ihre Konfettikanonen. Die kleine macht „Bumm“ und die große nur „Pffff“: Sie funktioniert mit Druckluft statt Böller – ein Beitrag zur besseren Umweltbilanz. Viel Staat lässt sich damit trotzdem nicht machen, denn die Schussweite ist kläglich. Eine kleine Konfettiwolke stiebt durch die Luft und bleibt mehrere Meter vor dem Rathauseingang liegen.
Als subtile Art der Verteidigung hat ein unbekannter Künstler die papierbespannte Eingangstür mit dem JSK-Fastnachtsmotto „Dschungel“ bemalt: zum Zerstören viel zu schade. Doch der Gugi lässt sich nicht beirren: Mit einem lauten „Ratsch“ bricht er durchs Packpapier und macht den Tollitäten den Weg frei.

„Hier ist’s schön warm, hier bleibe ich“, ruft Prinz Lars I. aus, kaum dass er den ersten Fuß ins Foyer gesetzt hat. Auch für den Hofstaat ist die Wärme eine Wohltat: Ob Gugisheimer oder Gardemädchen, alle haben ein paar Stunden Kälte hinter sich.

Bilder: Narren stürmen Rathaus in Jügesheim

Auf der Magistrats-Etage im zweiten Stockwerk wartet Bürgermeister Jürgen Hoffmann im Safari-Kostüm, beide Arme abwehrend ausgestreckt: „Wir lassen nicht jeden rein.“ Als ob das Prinzenpaar „jeder“ wäre! Doch Prinzessin Angie I. kennt die geheime Losung, umarmt den Rathaus-Chef, haucht links und rechts zwei Küsschen in die Luft. Der Widerstand schmilzt dahin. Im Bürgermeisterbüro gibt es Sekt und O-Saft. Überraschung beim Blick in die Geldkassette: Darin liegt nicht nur ein einsamer Schokotaler, sondern ein Bündel Spielgeld. Vom Balkönchen regnet es Bonbons und Popcorn auf das Volk im Rathaushof – ein kleiner Vorgeschmack auf den Fastnachtszug am Dienstag.

Quelle: op-online.de

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