Puppenmutter feiert Geburtstag

Parade der Prinzenpaare

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Liebevoll setzt Erika Rhein dem Prinzen die Kappe auf. Das Puppenpärchen auf dem Foto stellt das Jugendprinzenpaar des vergangenen Jahres dar, Leia I. und Benjamin III..

Jügesheim - Fastnachts-Prinzenpaare aus mehr als 20 Jahren bevölkern das Wohnzimmer von Erika Rhein. Seit 1991 bastelt sie Puppen nach Fotos der Tollitäten. Von Ekkehard Wolf 

Morgen gibt es ein Wiedersehen mit den Originalen aus Fleisch und Blut: Die Mutter der Prinzenpaarpuppen feiert am Sonntag ihren 90. Geburtstag.
Wer war gleich noch mal Prinzenpaar vor ... Jahren? Erika Rhein hat sie alle parat. Mehr als 110 Puppen stehen auf Schränken und im Regal. Außerdem gibt es ein Album mit allen Namen und Bildern. Royaler Glanz, wohin das Auge auch blickt: Die einzigartige Puppensammlung ist gleichzeitig eine Modenschau edler Gewänder – ein Spiegelbild des Zeitgeistes, wenn man so will.

Wann hat sie mit den Prinzenpaarpuppen angefangen? „Das war in dem Jahr, in dem die Fastnacht wegen des Golfkriegs ausgefallen ist“, erzählt Erika Rhein. So wurden Steffi Colloseus und Martin Specht-Colloseus zum ersten Prinzenpaar der Sammlung. Einige Jahre später bastelte Erika Rhein sogar zwei Puppen nach dem allerersten Rodgau-Prinzenpaar. August Bonifer und Helma Subtil führten 1947 die Giesemer Narren an und verzauberten die Herzen der Menschen in der Nachkriegszeit.

Mit viel Liebe zum Detail bildet die kreative Jügesheimerin die närrischen Herrscher nach. Stickerei, Zierlitze, Rüschen, winzige Perlen: Nicht immer ist es leicht, die passenden Stoffe und Kleinteile zu finden. Sie kauft sie unter anderem in Aschaffenburg, Frankfurt und im Handarbeitsgeschäft in Nieder-Roden.

Ob Schuhe, Unterrock oder Unterhosen – jedes einzelne Stück Puppenkleidung ist selbst gemacht. Bei der Unterwäsche hört die naturgetreue Nachbildung auf, stattdessen regiert die kreative Freiheit: Oder wer glaubt ernsthaft daran, dass eine Prinzessin unter ihrem Kleid knielange, gerüschte Beinkleider trägt?

In erster Linie kommt es ihr auf Kleidung, Haartracht und schmückende Accessoires an. Die Statur ist weniger wichtig und die Gesichter sehen sowieso alle sehr ähnlich aus – wie Puppen eben. Das hängt mit der Art ihrer Herstellung zusammen, die sich an den sogenannten Schweizer Puppen orientiert. Die Köpfe bestehen aus Kunststoff-Formen, die mit hautfarbenem Trikotstoff überzogen sind.

Wie werde ich..? Spielzeugmacher

Die Köpfe sind momentan die größte Sorge der Puppenmutter. „Bald gehen mir die Köpfe aus“, sagt Erika Rhein. Sie besitzt nur noch ein männliches Gesicht und ein paar weibliche Gesichter. Die Rohlinge, die sie bisher verwendet, werden nicht mehr hergestellt. Die Handarbeitshändlerin sucht nach einer neuen Bezugsquelle. Falls sie keine findet, muss Erika Rhein entweder Porzellanköpfe kaufen oder mit dem Puppenbasteln aufhören.

Der Giesemer Fassenacht ist Erika Rhein seit Jahrzehnten eng verbunden. Ihr Ehemann war 1958 Fastnachtsprinz. Eine ihrer Töchter saß ebenfalls auf dem Prinzenthron (Ursula Lohse, 1972), die andere (Karin Haag) begleitete als Page ein Prinzenpaar. Seit zwei Jahren ist Erika Rhein Ehrenmitglied des JSK Rodgau. Ihren runden Geburtstag feiert sie mit Familie und Freunden am Sonntag im Lokal „Bei uns“ der SG Hainhausen. „Wir feiern eine Fastnachtsparty“, freut sich die Jubilarin. Wetten, dass sich dort auch einige Prinzenpaare blicken lassen?

Quelle: op-online.de

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