Vereinsfusion und neuer amerikanischer Präsident sind Dauerbrenner

Sportfreunde Rodgau: Piratensitzung im Märchenland

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Kein Pipi, sondern Konfetti kommt - den „Fastnachtsturnern“ sei Dank - aus den Nachttöpfen der Altenheimbewohner, die den Sparzwang am eigenen Leib erleben müssen.

Hainhausen - Zwei zusammenwachsende Vereine, ein frisch ins Amt eingeführter und amerikanischer Präsident und darum herum eine Welt aus Märchen, Feen und viel Fantasie - das sind ausgesprochen gute Zutaten für eine gelingende Piratensitzung der Sportfreunde Rodgau. Von Christine Ziesecke 

Die Premiere in der opulent geschmückten SGH-Halle begeisterte die Besucher. Für die beiden weiteren Sitzungen gibt es noch Karten. Die Fastnachtsspezialisten des bisherigen FTF spielten ihr Können voll aus. Die Running Gags des Abends waren die Vereinsfusion und der neue, sehr seltsame US-Präsident. Der stets liebevoll auf die Schippe genommene Zusammenschluss der Vereine brachte so herrliche Programmnummern hervor wie den Hausmeister (Frank Hochhaus, begleitet von Pokémon Ankea Metzker und Wunschfee Carina Werner), der so gerne weiter in der SKV-Halle das Zepter schwingen möchte. Ihr Bühnendebüt als junges Tanzpaar gaben Maike Spitzer und Joscha Pommer – sie von den Sportfreunden, er ein Urgewächs des ehemaligen SKV.

Audienz beim Sultan in 1001 Nacht: „Mr. President“, am Vortag im wahren Leben ins Amt eingeführt und nun den ganzen Abend lang närrisch präsent (Michael Weimer, Marcel Rupp).

„Mister President“ wurde immer wieder mit Plakaten, Zitaten oder Frisuren ins Spiel gebracht, am wunderbarsten karikiert bei der Audienz des frisch Gekürten beim Sultan (Michael Weimer und Marcel Rupp), begleitet von drei Leibwächterinnen, was zum Problem wird, „weil er doch nur zwei Hände hat“.

Kapitän Rudi Ott brachte des Thema auch bei seinem Protokoll ins Gespräch neben viel Lokalkolorit: von IGEMO bis Reyclinghof und von Dudenhofen bis zu den kostenfreien Kindergärten. Viel Kopfnicken erfuhren auch Selina Beavers für ihr erfolgloses Bemühen um vegane Ernährung („Der vollendetste geometrische Körper ist doch die Kugel!“) und als Gegenstück der Männerkochclub der „Rodgauer Freibeuter“ mit seinem Grillkurs. Meist ums Gegenteil des Essens gings bei der unbeschreiblich komischen und gelungenen Parodie der „Fastnachtsturner“ auf die Kosteneinsparungen in Altenheimen. Ein Blatt Klopapier pro Person muss ebenso reichen wie ein Waschlappen für alle und ein von Mund zu Mund weitergereichter Schluck Wasser zum Mundspülen. Hier flossen im Saal Lachtränen ohne Ende. Da hätte auch Frank Eser reingepasst, der - Mitleid erregend leidend - deutlich machte: „Männerschnuppe kann schrecklich soi!“

Märchenhaft war vieles, auch die eindrucksvolle Eröffnung im Zeichen von „Die Schöne und das Biest“ oder die Kokolores-Kompanie mit ihrer Show: Was wäre, wenn die Brüder Grimm und Andersen ähnlich wie die Rodgauer Vereine koaliert hätten? Ein herrlicher Spaß. Dazwischen tummelten sich Tänzer wie etwa die Solo-Gardetänzerin Philine Täubner, die Flotte Tanzflotte oder die Blackbirds, die Piratengarde oder die neue Formation „Tanz-Bar“. Die jungen Herren der „Sixpacks“ schlossen sich den Tänzern an – erst wurde gegrübelt, was denn nun aus ihnen werden solle, dann wurden erst mal grazile und wunderbar tapsige Balletttänzer draus. Musikalisch gabs zwei Highlights – einmal das alles mit ihrem Tusch und vielem mehr umrahmende „Kurorchester“ unter der Stabführung von Christian Massoth, zum anderen die Guggemusik „Druff Kapell“. Sie machten nicht nur lautstark, sondern auch optisch herzerfrischend auf sich aufmerksam. Erstmals waren alle Akteure auf der Bühne Eigengewächse des Vereins

Piratensitzung in Hainhausen der Sportfreunde Rodgau: Bilder

Märchenprinzen, Showstars oder Tanzmariechen besonders hervorzuheben ist nicht zu machen. Ein besonderes Lob verdienen - wie auch von Kapitän Rudi Ott betont - die zahllosen Heinzelmänner und -frauen hinter der Bühne, die für die bis ins Feinste durchdachten Kostüme, die Maske und die Dekoration sorgen. Jedes einzelne Stück bereitet großes Vergnügen. Wer das alles bei der Premiere verpasst hat, der hat noch zwei Chancen: am Freitag und Samstag dieser Woche. Karten gibt’s unter info@ freundeskreis2011. Zwei Jugendsitzungen folgen am 29. Januar und am 4. Februar.

Quelle: op-online.de

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