Leben ohne Fastnacht nicht denkbar

Rodgau-Prinzenpaar steht in den Startlöchern

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Beim Prinzenpaar zuhause am Jügesheimer Rembrandtring ist alles startklar: Lars und Angie Schneider freuen sich auf den Trubel der nächsten Wochen; ihre beiden Kinder Yanic und Fiona haben sie mit dem Fastnachtsvirus angesteckt.

Rodgau - Weihnachten, Silvester, und was dann? In mindestens einem Jügesheimer Haushalt läuft der Countdown nach Neujahr weiter: Lars und Angie Schneider zählen bis zum 20. Januar. Dann erreicht die Giesemer Saalfastnacht mit der ersten Gala-Sitzung in der Aula der Georg-Büchner-Schule den Gipfel. Der Ernst des Lebens hat für das Rodgau-Prinzenpaar indessen schon begonnen.

Denn auch wenn die Narretei entlang der Rodgau eine weniger ernste Sache ist als vielfach anderswo – viel Arbeit wird es für den hohen Adel ganz sicher geben, zumal die Kampagne nur bis Mitte Februar läuft. Dadurch gebe es aber kaum weniger Veranstaltungen, sagt JSK-Sitzungspräsident Peter Otto: „Sämtliche Wochenenden sind von Freitag bis Sonntag verplant“, oft stünden dem Prinzenpaar mehrere Auftritte an einem Abend bevor. Schließlich sind Lars (47) und Angie Schneider (43) nicht nur die Majestäten ihres Vereins, der sie allein bei sechs Veranstaltungen fordert: Mit ihrem Hofstaat aus Elferrat, den Gugisheimern, dem Till, der Prinzengarde, den Pagen und dem Orchester tauchen sie in ganz Rodgau auf.

Erschrecken lassen sich die beiden Hoheiten durch den prall vollen Terminkalender nicht. „Wir sind bereit für die närrische Zeit“, reimen sie gemeinsam und fügen hinzu: „Das ist im Prinzip wie bei unserer Hochzeit, nur mussten wir da keine großen Reden halten.“ Schon vor ihrer offiziellen Vorstellung am Elften Elften hatten sie nach eigenen Angaben einen Großteil ihres prinzlichen Pensums auf der Reihe. Besonders freuen sie sich auf die drei Sitzungen des JSK, die sie erstmals in voller Länge erleben können: In den vergangenen Jahren hatten beide eigenen Auftritte als Aktive und verpassten dadurch immer einen Teil des Programms.

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Der mehrmonatige Vorlauf, den die Schneiders planerisch zu nutzen wussten, erklärt sich aus den seit vielen Jahren eingespielten Regeln der Jügesheimer Prinzenpaar-Suche. Nach geeigneten Kandidaten für die nächste Kampagne fahndet Peter Otto stets, sobald er nach Aschermittwoch die Kappe abgesetzt hat. „Da klingelt quasi aus dem Nichts das Telefon und dann wird die entscheidende Frage gestellt“, beschreiben die Schneiders ihre Kür. Zeige das ausgewählte Paar Interesse, werde es „intensiv beraten“ und mit den Aufgaben vertraut gemacht, berichtet Otto. Dann folge die Vereidigung noch vor der Kerb und dem 24-Stunden-Lauf im September.

Männerballett-Wettbewerb der JSK-Fastnachter: Bilder

Bei der Auswahl achtet der JSK darauf, nicht nur Paare aus den eigenen Reihen zu küren. Lars und Angie Schneider nennt Otto indessen ein „Insider-Prinzenpaar“. Beide gehören dem JSK – respektive dem Vorgängerverein TGS – seit rund zehn Jahren an. Beim Kinderturnen ihres Sohns Yanic, heute 13 Jahre alt, fanden sie den Kontakt zum Verein. Lars Schneider, gelernter Bankkaufmann und jetzt Investmentbanker in Frankfurt, hatte schon früher, etwa in der Kolpingsfamilie, Fastnacht in „Giesem“ gemacht und stieg 2008 bei den „Bachbrigge-Baabambelern“ ein. Seit 2011 gehört er zu den „Kehlewetzern“ und ist seit 2015 einer der Akteure, die das Kampagnenlied auf die Bühne bringen.

Angie Schneider erlebte das Narrentreiben bis vor wenigen Jahren vorwiegend als Zuschauerin. 2012 schloss sie sich, ermuntert von ihrem Mann und Freunden, ebenfalls den „Kehlewetzern“ an und hatte ihren ersten Auftritt als Märchentante im Schaukelstuhl. Inzwischen sei sie „so sehr vom Fastnachtsvirus infiziert, dass ich mir ein Leben ohne die Fastnacht nicht mehr vorstellen kann“, bekennt die Rechtsanwalts- und Notariatsfachangestellte. Seit 2015 tanzt sie auch bei den „Mothers on Move“ (MOM). In die Wege gelegt war die Begeisterung für die Narretei den beiden nicht.

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Weder Prinz noch Prinzessin entstammen einer der lokalen Fastnachtsdynastien. Lars Schneiders „Einstiegsdroge“ war die Musik: Schon als Schüler war er in Bands aktiv, beherrscht Klavier, Keyboard und Akkordeon – „Hauptsache schwarze und weiße Tasten“, sagt er. Bis heute gehört der der Sacro-Pop-Gruppe „Charisma“ an und rockt in der Coverband „Pictures of You“, wirkt außerdem an einem Chorprojekt mit. Angie Schneider fand über den Sport zum Spaß, macht beim JSK Fit-Aerobic, joggt und schwimmt sehr gern. „Außerdem bin ich eine begeisterte Event-Managerin“, verrät die Prinzessin. Für ihr Leben gern plane sie Feiern oder Urlaubsreisen.

Sitzungspräsident Otto hat weitere Qualitäten entdeckt: „Beide haben auf der Bühne eine enorme Ausstrahlung und können das Publikum in ihren Bann ziehen.“ Privat ist ihnen das offenbar schon gelungen: Bisher, sagt Angie Schneider, hätten Sohn Yanic und seine zehnjährige Schwester Fiona eher beiläufiges Interesse an der Fastnacht gezeigt. „Jetzt sind die beiden mit Begeisterung dabei“. (zrk)

Quelle: op-online.de

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