Das Geheimnis ist gelüftet

Sebastian II und Sabrina II führen die Rodgauer Narren

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Sebastian II und Sabrina II regieren die Rodgauer Narren. Bei der Eröffnungsgala stellte der JSK das Rodgau-Prinzenpaar vor.

Der Prinz war mal Gugi. Der Gugi war mal Jugendprinz, genau wie der Prinz. Wenn das Prinzliche Orchester für Staatsbesuche (Prost) dem Prinzen, seiner Prinzessin und dem Gugi den Marsch bläst, gibt der Prinz den Ton an.

Rodgau – Wer das alles versteht, war wahrscheinlich Gast der Eröffnungsgala des JSK. Allen anderen sei verraten: Sebastian und Sabrina Mahr haben bis Aschermittwoch das Sagen, Philipp Jansen ist als Gugi der Narr der Stunde.

Ob sie ihm noch folgen könnten, fragte Sitzungspräsident Peter Otto die bestens aufgelegten Jecken in der voll besetzten Aula der Georg-Büchner-Schule immer wieder einmal – nicht so sehr, weil die Giesemer Kampagne mit rund vier Stunden Programm einen ungewöhnlich langen Anlauf nahm. Vielmehr forderten die Narren ihr Publikum mit anspruchsvollen Inhalten: Der Elferrat in neuen Klamotten, nach der Kappe im vergangenen Jahr nun auch noch Fliege und Jackett. Was mag da noch kommen? Oder Ottos messerscharfe Analyse, was es mit der Elf als Narrenziffer auf sich habe: „Nix genaues waaß mer halt net“.

Klare Verhältnisse herrschen derweil beim Spitzenpersonal. Mit Sebastian II. und Sabrina II. hat Jügesheim ein sportliches Prinzenpaar. Gerne gehen der Prinz und seine Prinzessin zusammen wandern oder laufen. Darüber hinaus ist Sebastian Mahr (30), im Zivilberuf Mechatroniker und Elektrotechniker, erfolgreicher Triathlet und macht gern Musik. Das Prost-Orchester, das er bis heute leitet, hat er auch gegründet, als Kind die klassische JSK-Fastnachtslehre bei den Minkas und den Hippers begonnen und es bis zum Jugendprinzen der Kampagne 2000/2001 gebracht. Von 2011 bis 2017 war er als Gugi die Symbolfigur der Giesemer Fassenacht.

Seine Prinzessin und Ehefrau kennt der Prinz seit der Schulzeit. Auch Sabrina Mahr (31) hält sich gern fit, am liebsten mit Schwimmen und Radfahren. Außerdem mag die gelernte Bürokauffrau die Natur und die fünfte Jahreszeit. Bei dem „Lästerschwestern“ stieg sie ein und fungiert heute als Sprecherin bei den Alt-Gugisheimern.

Angesichts solcher Qualifikationen hätte es eine konkurrierende Bewerbung wohl schwer gehabt. So stellten Sarah und Holger Differenz bei ihrem letzten Auftritt als scheidendes Prinzenpaar der verflossenen Kampagne mögliche Ansprüche auf eine zweite Amtszeit nach kurzer Erwägung zurück und schwelgten lieber in Erinnerungen.

Als Gugi ist Philipp Jansen (Mitte) Symbolfigur der Giesemer Fastnacht. Lothar Mark (links) überreichte ihm bei der JSK-Eröffnungsgala den Förderpreis.

Chancen auf eine künftige Regentenwürde darf sich indessen Philipp Jansen ausrechnen, der die Rolle des Gugi von Sebastian Mahr übernommen hat. Immerhin stand der heute 21-Jährige schon als Erstklässler auf der Schultheaterbühne, feierte mit elf Jahren bei der Gruppe Zick Zack Fastnachtsdebüt und wurde 2013/14 Jugendprinz. Inzwischen hat er als Akteur bei „Mut zur Lücke“ und mit Kabarett-Gastspielen bei „En Haufe Leut“ Erfahrung gesammelt, schreibt närrische Texte und organisiert die JSK-Jugendfastnacht mit. Für so viel Engagement erhielt er am Samstag den Förderpreis der Giesemer Fastnacht von Lothar und Elfriede Mark.

An jungen Talenten mangelt es den Karnevalisten offenbar auch anderweitig nicht. Neben den Crazy Chicken mit einem flotten Showtanz aus der Glamourwelt empfahlen sich Johannes Schüler und Marvin Kühne im schlagfertigen Polit-Palaver: Hitzefrei statt Fridays for Future, Zeit zum Handeln ist es immer nach der nächsten Wahl. Wem zur SPD rein gar nichts mehr einfällt, wählt besser AfD - lieber Absturz als Niedergang.

In sozialen Netzwerken und anderen digitalen Fallstricken verhedderten sich Bettina Hartmann und Anja Werner, bewährtes Doppel vom Nieder-Röder Kreppelkaffee. André Haus als stressgeplagter Papa und die „Buntgemischten“ mit einer pfiffig choreographierten Kostümrevue im Stil von Anziehpuppen förderten den Appetit des Auditoriums auf die kommende Saison. Lange bevor das Prinzenpaar mit dem traditionellen Walzer auf Mitternacht zu tanzte, nahm die Narrenschar das Training auf: Spätestens nach dem Auftritt der Giesemer Trottwa-Lersche waren alle Kehlen geölt und die Narrhall auf Betriebstemperatur.  

zrk

Quelle: op-online.de

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