Richtiges Licht und guter Ton

Technik-Team des JSK: Unverzichtbare Stromer

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Wenn andere am Samstagmorgen noch gemütlich beim Frühstück sitzen, proben die Fassenachter schon in der GBS-Aula. Julien Grimm (links), Andej Korinth und ihre Kollegen von der Technik-Mannschaft des JSK sind dabei unverzichtbar.

Rodgau - Die Scheinwerfer streiken. Dabei soll die morgendliche Probe für die Fastnachtssitzung in 15 Minuten beginnen. Knifflige Situationen wie diese sind ein Fall für das Technik-Team des Jügesheimer Sport- und Kulturvereins JSK. Von Bernhard Pelka 

Neun Mann rücken die Fassenachter bei ihren Auftritten ins rechte Licht und geben ihnen eine Stimme. Wir haben drei von der Technik-Crew bei der Arbeit begleitet: Julien Grimm, Andrej Korinth und Felix Otto. Sobald bei den großen JSK-Galasitzungen oder den Jugendsitzungen das Scheinwerferlicht erstrahlt, hat die Technik-Mannschaft des Vereins ihre Finger im Spiel. Längst sind die Zeiten vorbei, in denen die Spots einzeln per Hand bedient wurden. Das übernimmt heute Kollege Computer en Block. Dem entsprechend modern ist der Arbeitsplatz von Andrej Korinth und Julien Grimm auf der Empore der Aula der Georg-Büchner-Schule eingerichtet: zwei Tastaturen, drei Bildschirme, ein Rechner – wie im Büro. Auf den Takt genau sind für Gardetänze, Gesangsnummern und Parodien die Licht- und Farbwechsel im computergesteuerten Mischpult programmiert. Damit Musik und optische Effekte perfekt zueinander passen. „Das geht bis in den Zehntelsekundenbereich“, erläutert Andrej die Feinabstimmung.

Felix Otto (links) legt dem Jugendsitzungspräsidenten Yves-Joel Grimm das Kopfmikrofon um und verkabelt ihn.

Während er den Einsatzplan auf seinem Bildschirm noch einmal durchgeht, kümmert sich Julien Grimm darum, dass die Akteure unten auf der Bühne wissen, wer welches Kopfmikrofon benutzen soll. Neun Headsets kann er von seinem Mischpult aus ansteuern. Hinzu kommen vier Handmikrofone und drei weitere für die Musik. Derweil ist im Saal die Fehlersuche in vollem Gang, denn die Scheinwerfer wollen immer noch nicht. Dabei möchten die „Drum Boys“ ihre Nummer für die Jugendsitzung proben. Auch das Jugendprinzenpaar ist inzwischen samt Eltern eingetroffen. Prinzen-Mama Martina Berg geht mit ihrem Benjamin noch einige Notizen durch. Ex-Prinzessin Sandra Grimm hilft beim Kulissenschieben und legt Requisiten an ihren vorbestimmten Platz, damit die Akteure sie im entscheidenden Moment nur noch rasch greifen müssen.

„Welche Kanäle sind das auf dem Mikro“? ruft Felix Otto zu Julien Grimm auf der Empore. „Die eins und die zwei“, antwortet der 18-Jährige. Danach verschwindet Otto in den Tiefen der Bühne – und hat den Fehler im Kabelstrang tatsächlich schon ein paar Minuten später gefunden. Es kann also los gehen. Kann es? „Ich brauch’ erst noch ne Cola“, tönt’s von unten leicht verschlafen aus dem Saal. Nachdem auch dieses Problem behoben ist, legen die „Drum Boys“ endlich los – und rappen, reimen und singen, was die Stimmbänder her geben.

Regler auf, Regler zu: Julien Grimm ist für den perfekten Ton verantwortlich. Felix Otto hingegen schiebt Kulissen, verkabelt Redner und Sänger, und heftet ihnen die Kopfmikrofone an. „Allein dafür sind wir bei einer großen Sitzung mindestens zu dritt.“ Sonst gingen die zuweilen fliegenden Wechsel auf der Bühne sicher manchmal daneben. Bis die Technik steht und eine Sitzung beginnen kann, vergehen etliche Stunden des Aufbaus. Die Aula der Georg-Büchner-Schule ist zwar schon von Hause aus gut ausgestattet mit Scheinwerfern & Co. Für die JSK-Fastnacht sind allerdings noch 750 Meter Kabel, 14 Scheinwerfer, vier Spezialscheinwerfer, die sich vertikal und horizontal bewegen, sechs Lautsprecher und viele Mikrofone zusätzlich nötig.

XXL-Galerie: Fastnachtssitzung der JSK Rodgau

Bis zu vier Leute brauchen einen ganzen Arbeitstag, um den Aufbau zu stemmen. Inklusive Proben, Eröffnungsgala und Sitzungen investiert jedes Mitglied der Technik-Mannschaft während der Kampagne fast 190 Stunden ehrenamtliche Arbeit in das närrische Vergnügen. Die Techniker stehen dabei zwar nie im Rampenlicht, aber immer dahinter. Ohne sie ginge deshalb nichts. Das technische Geschick und Interesse der drei kommt nicht von ungefähr. Julien Grimm studiert Elektrotechnik im dualen Studiengang, Andrej Korinth startet im Sommer mit dem Studium der Wirtschaftsinformatik und Felix Otto ist IT-Berater und Systemadministrator. Unverzichtbar sind sie auch, sobald das JSK-Kabarett „En Haufe Leut“ oder die Footballer der Rodgau Pioneers Übertragungstechnik brauchen.

Nicht immer läuft bei solchen Gelegenheiten alles glatt. Während der ersten JSK-Gala vor 14 Tagen, zum Beispiel, fiel urplötzlich das Licht aus. Die Techniker hatten das Problem aber schnell im Griff. „Da zahlen sich die vielen Proben dann aus“, sagt Julien Grimm zufrieden und schiebt die Mikroregler weiter auf. Damit man die „Drum Boys“ unten auf der Bühne besser versteht.

Quelle: op-online.de

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