Fastnacht in Rodgau

Alter TGM SV-Adel

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Carmen I. und Patric II. haben die Herzen der Narren im Sturm erobert.

Jügesheim - Herrscher aus TGM SV regieren bis Aschermittwoch die Rodgauer Narren. Carmen I. und Patric II. sind das Prinzenpaar, das schon bei seiner Vorstellung am Samstagabend von einer wahren Woge der Begeisterung getragen wurde. Von Michael Löw

TGS-Sitzungspräsident Peter Otto hat bei der Wahl offensichtlich ein glückliches Händchen gehabt; in der Aula der Georg-Büchner-Schule jedenfalls schienen alle Vereinsgrenzen Relikte der Vergangenheit. So manches Vögelchen hatte die Namen des Prinzenpaares seit Tagen von den Dächern gepfiffen. Doch die TGS-Karnevalisten hielten die Spannung aufrecht, bis die neuen Herrscher auf die Bühne geleitet wurden. Herrlich war"s, als Peter Otto über die Unwägbarkeiten der Prinzenpaarsuche plauderte und einen riesigen Unterschied der Geschlechter herausarbeitete: Bekommt er zuerst den Mann ans Telefon, folgt nach langem fassungslosen Schweigen grundsätzlich die Frage „Und was kostet der Spaß?“. Nimmt die Dame des Hauses den Hörer ab, heißt"s lapidar „Ei Peter, ich habe schon voriges Jahr mit deinem Anruf gerechnet!“. Ob"s im Hause Hösbacher so war, behielt Otto taktvoll für sich.

Carmen Hösbacher trägt in den nächsten dreieinhalb Monaten den klangvollen Titel „Spross aus der Weiskircher Straß, zauberhafte Elfe des Sonnengruß, Lehrmeisterin der schwachen Herzen“. Ihr Prinz darf sich mit dem Anhang „Edler Ritter zu Hubertus, Tollkühner Held des Gedrängels, Herrscher über die Speichersysteme“ schmücken. Im Namen finden sich etliche der kunstvollen Verklausulierungen, mit denen die TGS Ratefüchse hinters Licht führen will. Ein paar Dinge im Klartext: Patric II. wuchs in der Rembrücker Hubertus-Siedlung auf, hat als Rugbyspieler keine Angst vor Sportlerknäuel und verdient sein Geld als Computerspezialist.

Carmen I. entstammt der alten Turngemeinde-Familie Ries/Glab und turnte schon im zarten Alter von drei Jahren in der Weiskircher Straße, geht einmal die Woche zum Yoga und hat eine Ausbildung als Herzsporttrainerin absolviert. Sie blickt auf eine lange karnevalistische Karriere zurück, deren bisheriger Höhepunkt ein Auftritt bei „Hessen lacht zur Fassenacht“ war. Dass der Prinz in dieser Hinsicht ein eher unbeschriebenes Blatt ist, mochte man nach seinen ersten Worten in der Bütt nicht glauben: „Nun steh ich hier und grins, ich bin euer Prinz!“ Wieviel Spaß das Regieren macht, bewiesen die Abschiedsworte des nunmehr Ex-Prinzen Stefan Grimm: Sollte das Personal einmal knapp sein, ständen er und seine Frau Sandra sofort wieder als Springer parat.

Zweiter wichtiger Protokollpunkt an diesem Abend war der Förderpreis der Giesemer Fastnacht. Den verlieh Stifter Lothar Mark an Jurema Schmidt (24) aus der Prinzengarde. Doch sie tanzt nicht nur, sondern ist ein echtes Multitalent. Sie entwirft Kostüme und Orden für die TGS-Karnevalisten, trainiert die Garde und schminkt die Narren. In der evangelischen Emmausgemeinde organisiert sie Ferienspiele und Kindergottesdienste. Ihre Frau steht sie unter der Woche im Chemie-Studium und am Wochenende hinter der Theke der Bäckerei Schäfer. „Jurema hat eine seltene Fähigkeit: Je mehr Erfolge sie verbucht, desto bescheidener wird sie“, lobte Mark.

Quelle: op-online.de

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