Fastnachts-Show der TG Nieder-Roden

Tolle Stimmung auf dem Narrenschiff

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Fantastisch elastisch: Das Männerballett der TG Nieder-Roden ist über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

Nieder-Roden - Die Welt steht Kopf: Es ist Fastnacht bei der Turngemeinde Nieder-Roden. Ehemalige italienische Staatsoberhäupter in der Gestalt von Tieren, genannt Mu(h)ssolini und B(ä)rlus(t)coni, versuchen in Rodgau Unterschlupf zu finden.

Sie treffen dabei auf den „Paten“ der örtlichen Mafia, sollen den Sitzungspräsidenten Peter Wade entführen und werden von der Ortspolizei durch das ganze Programm verfolgt. Durch diesen roten Faden wurden Tanz, Musik und Schauspiel gekonnt verknüpft. Den Akteuren gelang es, das Publikum immer wieder zu begeistern.

Den Anfang machte traditionell die Rot-Weiß-Garde. Mit einem schwungvollen Gardetanz brachte sie das Publikum in Stimmung. Im Lauf des Abends gelang das den Aktiven auf der Bühne mit diversen Tänzen noch häufiger. Die „Habaneros“ ernteten besonderen Applaus für ihre selbst erstellten Kostüme und ihre eigene, neue Choreographie zum Thema „Tanz aus dem Weltall“. Spektakulär und einfallsreich präsentierten sich die „Youngsters“ mit einem „Striptease“ bei Schwarzlicht, wobei immer mehr sichtbare Kleidungsstücke im Dunklen verschwanden. Eine Tanzvorstellung der etwas anderen Art bot der Showact „Forever Young“. Mit einem Mix aus Musik und Tanz wurden die „Damen“ auf der Bühne von ihrem Personaltrainer (Hubert Simon) dazu angehalten, zu trainieren und abzuspecken. Dazu gab’s Hits wie „Ich will keine Schokolade“ und „Aber bitte mit Sahne“.

Ähnlich musikalische Elemente

Ähnlich musikalische Elemente zogen sich durch nahezu alle Programmpunkte. Pizzabäcker Luigi (René Marzo) sang beispielsweise „Azzurro“ für den Paten der Mafia (Frank Schüler), während er versuchte 300 Pizzen, die der Elferrat bestellt hatte, fertig zu bekommen. Auch Solisten und Redner waren zahlreich vertreten. Jürgen Eisenbach in der Rolle eines Schuljungen berichtete, was ein „Schulbub“ heutzutage so alles erlebt, wenn dieser dem Trend gemäß unter Fettleibigkeit leidet: Die Mutter näht Kleider in Übergröße und im Zoo wird er für ein junges Nilpferd gehalten. Beifall erhielt auch Andreas Kraus für seine Büttenrede über das Telefon, das immer zur falschen Zeit klingelt. Neben einigen Lachern wurde in zahlreichen Vorträgen aber auch Kritik an der Gesellschaft laut.

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Ein Resümee des politischen und gesellschaftlichen Geschehens in Rodgau, Deutschland und der Welt gaben Günther Keller und Peter Linz. Sie hielten protokollarisch fest, was alles schief gelaufen sei. Der Christbaum auf dem Puiseauxplatz sei beispielsweise zu schnell abgeräumt, die Glascontainer dafür wie immer viel zu langsam geleert worden.

Probleme mit dem Beamtentum hatten natürlich auch die „tierischen“ Italiener (Daniel Wade und Daniel Martin-Hauser). René Schüler als Ortspolizist verkündete per Durchsage, dass man die Flüchtlinge in Rodgau vermute. Nach einer langen Suche machte er die Flüchtlinge schlussendlich dingfest: Sie wurden durch die „Spice Girls“ abgelenkt und tappten dann noch in eine „venezianische Liebesfalle“. Das Männerballett „Fantastisch elastisch“ bot ihre wohl für die Verhaftung verantwortliche venezianische Fastnachts-Show in Form eines Tanzes dar.

Nicht ausgeliefert wurde hingegen der „Pfeifebloser“, der amerikanische Untermieter einer Dame der „Alten Garde“ , obwohl die Hörgeräte der Damen eher Abhörgeräte waren und die NSA ihren Kaffeekranz belauschte. Zum Finale fanden sich alle Mitwirkenden zu einer Polonaise durch den Saal zusammen. Mit der Musikgruppe „Holidays“, die den Abend musikalisch untermauert hatte, sang man gemeinsam Fastnachtslieder. So dauerte die ausgelassene Stimmung über das Ende des Bühnenprogramms hinaus an.

sjs

Quelle: op-online.de

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