Bei Mottoshow von TGM SV bleibt kein Auge trocken

Schlappen-Klau im Vatikan

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Spektakulär und nach dem Vorbild von Tom Cruise in „Mission impossible“ seilt sich Giuseppe (Fabian Balz) bei der Eignungsprüfung zum Paten im Vatikan ab, um dem Papst (Peter Gajewski) seine goldenen Schlappen zu klauen. Das misslingt, das Seil reißt. Giuseppe ist eben ein echter „Dabbes“ und erleidet einen Berufsunfall der besonderen Art. Die Schlappen klaut letztlich Uschi.

Jügesheim - Sobald sich komödiantisches Talent, gesangliche Qualitäten, Selbstironie und eine gute Portion Mutterwitz zu bester Unterhaltung mischen, ist Ufftakt bei TGM SV.

Traditionell gestalten die Jügesheimer Narren ihren Start in die Kampagne als temporeiche Mottoshow mit Musik, Gesang und Tanz. Diesmal erlebten die begeisterten Gäste den humorvollen Ausflug in die Geschichte einer deutsch-italienischen Familie.

Im Zentrum dieser haarsträubenden Familiensaga mit unerwarteten Wendungen und komischen Episoden stand die Suche nach einem Nachfolger für den toten Paten von Rimini, Don Vito Corleone (Claus Müller) - passend zum Fastnachtsmotto „Mafia, Pizza, Rimini - Fassenacht in Italy!“ Ob beim Leichenschmaus, einem mysteriösen Schlappen-Diebstahl im Vatikan oder dem Nudelwettessen: Während des fantastischen Fastnachtsmusicals aus der Feder von Siegmar (Siggi) Balz und André Haus herrschte vom ersten Moment an Lach-Garantie.

Hintersinniger Humor

Natürlich bedienten die Darsteller Klischees nur allzu gern: Hier der teils kindlich-schwärmerische und zugleich mafiös-durchtriebene italienische Teil der Familie, auf der anderen Seite die rustikale Biertrinkerfraktion aus Deutschland, die in Rimini sofort eine Handkäsmanufaktur eröffnet und den Ebbelwoi etabliert. Trotzdem ist nicht derber Klamauk das Genre der Fassenachter von TGM SV, sondern hintersinniger Humor. Ein Beispiel: Die einzige Italienerin im Ensemble ist Sara Iantorno. Und die spielte ausgerechnet eine Deutsche, die Uschi, die letztlich zur Überraschung aller die Nachfolge des Paten antritt. Das nennt man eine Pointe!

Aber von vorn: Die Mottoshow begann mit einem Trauermarsch mit Sarg durch die Narrhalla. Mama Maria (Jennifer List), die trauernde Witwe, beklagt Don Vitos Tod. Trotz allen Schmerzes muss schnell ein Nachfolger gefunden werden. Die Geschäfte müssen schließlich weitergehen. Doch auch Don Wendelino (Götz Schwarz) weiß selbst auf Nachfrage bei höchster Stelle keine Antwort. Auch beim Leichenschmaus kann die Sache nicht geklärt werden. Giuseppe (Fabian Balz), der Sohn des verstorbenen Don Vito und ein echter „Dabbes“, meldet als Erster seine Ansprüche an. Auch Luigi (André Haus), der Bruder des Paten, und dessen Sohn Thomaso (Klaus Hoffmeister) wollen nicht zurückstehen. Da keine Einigung erzielt wird, kommt wieder Pfarrer Don Wendelino ins Spiel, der das Tonband-Testament des Paten abspielt.

Verabschiedung von Sitzungspräsident Frank Rebel

Danach entspinnt sich dann die aberwitzige Geschichte mit Irrungen und Wirrungen, mit Rückblicken, wie es überhaupt zu der ungewöhnlichen Familienkonstellation mit Beteiligten aus Rimini und Giesem kam, und mit Sketchen am laufenden Band: eine herrliche Persiflage italienischer und deutscher Lebensart. Das Publikum spendete am Ende minutenlang Beifall.

Ein emotionaler Moment war auch die Verabschiedung von Sitzungspräsident Frank Rebel. Nach fünf Jahren an der Spitze der Fassenachter tritt er aus beruflichen Gründen in die zweite Reihe. Auf der Bühne reichte er die Fasanenfedern für die Narrenkappe und den Jockel weiter an seinen bisherigen Vize Siggi Balz.

Der gebürtige Kasselaner aus „hessisch Sibirien“ ist bekannt als Mottoshow-Darsteller und Protokollant. Auch gilt er als feste Größe beim Männerballett. Rebel wird als Mitglied des Abteilungsvorstands, Sitzungskoordinator und natürlich als Frontmann der Giesemer Trottwa-Lersche weiterhin der TGMSV-Fastnacht erhalten bleiben. Applaus im Stehen und viele herzliche Worte des Dankes begleiteten den Abschied des beliebten Vollblut-Narren. Einen Wechsel erlebte auch das Amt des Ufftakt-Kreischers. Lukas Raab löst Helmut Jung nach zehn Jahren ab.

Bilder der gelungenen Mottoshow

TGM SV mit Mottoshow zum Ufftakt

Viel Beifall gab es auch für den Besuch des Rodgau Prinzenpaars. Sandra I. und Stefan II. (Grimm) machten aus ihren Heimatgefühlen kein Geheimnis. Sie ist echte Giesemerin und im Ostring aufgewachsen. Er kommt aus Offenbach, lebt seit 1980 in Rodgau und wohnt seit zwölf Jahren in Jügesheim. Außerdem kennt man ihn als ehemaligen Stürmer der TGM. Und noch wichtiger: Prinz und Prinzessin lernten einander beim Zinnober an der Weiskircher Straße kennen und lieben. Der Auftritt der Tollitäten war mithin ein echtes Heimspiel und Stefan II. schwelgte: „Ich fühl mich, als käm’ ich heim. Schließlich war die TGM lang mein Verein!“

„Ische libbe disch.“ Mit herrlich italienischem Akzent hatte nicht nur Claus Müller die Lacher auf seiner Seite. Hier bezirzt der Verführer zwischen Handkäs und Ebbelwoi Renate (Lena Haus).

Kein Ufftakt ohne hochklassigen Gardetanz, das Aushängeschild von TGMSV. Eindrucksvoll präsentierte die Jugend-Polka-Formation Tinyloose ihre neue Choreografie für die kommende Turniersaison, in die sie als Dritte der Deutschen Meisterschaft des Deutschen Verbands für Garde- und Schautanz startet. Mit einer Mischung aus Jazztanz, Ballett, Hip-Hop und Akrobatik brillierte die Modern-Formation Footloose. Der musikalische Rausschmeißer des Abends waren die Giesemer Trottwa-Lersche. Energiegeladen wie immer, mischten die Stimmungskanonen den Saal zum Schluss nochmal so richtig auf. Wie gut, dass die Gäste danach noch viele Stunden an der Bar und im Saal abkühlen konnten. 

bp

Quelle: op-online.de

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