Fastnachtsspaß für zwei Euro

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TGS-Sitzungspräsident Rudi Ott (rechts) gehörte zu den Kunden von Walter Schnorrbusch. Ott hatte zwar schon Plaketten gekauft, holte sich trotzdem noch Nachschub. „Die Zeit, die man zum Verkaufen braucht, darf man natürlich nicht rechnen“, sagt Schnorrbusch.,

Rodgau ‐ Auf den Tischen lagen Luftschlangen, zum obligatorischen Kaffee gab‘s diesmal sogar Kreppel und Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) begrüßte die Gäste in gereimter Form. Gestern Morgen war die Magistratspressekonferenz ganz auf Fastnacht eingestellt. Von Bernhard Pelka

Kein Wunder: IGEMO-Chefin Melanie Meyer-Marbach und ihre Stellvertreterin Petra Seyffarth stellten den Jügesheimer Fastnachtszug vor. Das farbenfrohe Spektakel finanziert sich - außer mit Spenden der Stadt und der Volksbank Maingau - zum Großteil aus dem Verkauf von etwa 5 000 Zugplaketten zu je zwei Euro. Die Vereine TGM SV, AGV Sängerkranz, Sängervereinigung Jügesheim, TGS und die Kolpingfamilie setzen sie ab.

Einer der dienstältesten Plakettenverkäufer ist Walter Schnorrbusch. Der 75-Jährige zieht seit 13 Jahren in seinem Bezirk für den AGV zu Fuß oder mit dem Fahrrad von Haustür zu Haustür. Auch auf dem Wochenmarkt, beim Rathaussturm - natürlich beim Zug - und bei anderen Gelegenheiten engagiert sich der Senior für die gute Sache.

Erstmals ziert der Wasserturm die Jügesheimer Fastnachtszugplakette. Der Entwurf stammt aus der Feder von Günther Ketterl (Schützen TG Weiskirchen und Diana Jügesheim).

Seine Markenzeichen sind ein schwarzer Filzhut und ein Bauchladen. In dem liegen die Plaketten. „400 Stück will ich schon packen. So wie jedes Jahr“, sagt der fleißige Fastnachter. Dafür lässt sich seine Familie gern einspannen. Sohn Rainer, die Enkel Yannik und Niklas und Ehefrau Christel greifen Walter Schnorrbusch unter die Arme. Ausdauer ist dabei eine unverzichtbare Tugend. Denn die Ausreden sind vielfältig. „Ich guck doch nur aus dem Fenster.“ „Ich hab‘ gerade kein Kleingeld.“ Solche Sprüche hört der Plakettenverkäufer sehr oft.

„Es ist manchmal hart, wenn man frierend da steht und kaum was verkauft. Aber man darf das den Leuten nicht krumm nehmen“, ist Schnorrbuschs positive Devise. Damit fährt er seit 13 Jahren gut. Die Zahl der Abfuhren, die er erlebt, liegt weit unter der Zahl der freundlichen Begegnungen, die mit dem Kauf einer oder mehrerer Plaketten enden. „Die Leute lieben doch die Fastnacht“, sagt der Plaketten-Walter, lacht, zwinkert mit dem Auge und geht weiter - immer auf der Suche nach dem nächsten Kunden.

58 Zugnummern

Die bisher 58 Nummern des närrischen Lindwurms setzen sich am Fastnachtsdienstag, 8. März, um 14 Uhr am Bahnhof in Bewegung. Aufstellung in der Weiskircher Straße ist bereits 30 Minuten früher. Dort ist an der Ecke mit der Ludwigstraße bei der Zugleitung eine Anmeldung für Kurzentschlossene noch möglich. Wer sich vorher entscheidet, meldet sich unter z 06106 3203. Das Motto: „In Giesem, uff de Gass, hat der ganze Rodgau Spass!“

Die Zugteilnehmer werden am Bahnhof begrüßt und vorgestellt. Dort steht eine Bühne für Freunde und Förderer der Rodgauer Fastnacht sowie verdiente Mitglieder aus den Vereinen. Neu dabei sind das „Große Welttheater“, die Nieder-Röder Suppenküche „5+2“ sowie eine private Gruppe aus drei Familien, die als „Räuber Hotzenplotz“ gehen. Von den Kitas nehmen die „Kleinen Strolche“ und die Kita Alter Weg teil. Die „Knallkepp“ haben das Motto „Zauberwelt, Zauberwald“, der SKV grüßt „von einem anderen Stern“, die TGH greift die Fußball-WM auf. Unterwegs sind sieben Kapellen und zwölf große Motivwagen (einer mehr als 2010).

Wieder mit im Zug ist das Dietzenbacher Prinzenpaar, Dieter I. und Ros wi tha I., sowie das Kinderprinzenpaar, André I. und Alexandra I. Eine Jury (Inge und Paul Scherer, Marianne Kneißl und Willi Rossbach) bewertet die Zugnummern. Auf der gesamten Strecke gilt ein beidseitiges Haltverbot. Die Straßen sind von 13.30 bis 18 Uhr gesperrt. Über die Eisenbahnstraße, Dudenhöfer Straße, Südring, Babenhäuser Straße, Ostring, Landwehrstraße, Ludwigstraße, Nordring, Weiskircher Straße, Hintergasse, Vordergasse und Konrad-Kappler-Straße geht es bis zum Bahnhof Jügesheim. Dort löst sich der närrische Tross auf.

Ordnungspolizeibeamte der Stadt sichern den Zug. Am Fastnachtsdienstag fahren keine Busse den Bahnhof in Jügesheim an! Freuen würde sich die IGEMO, sofern auf der Durststrecke im Nordring mehr Publikum stünde und die Häuser entlang des Zugwegs wieder schön geschmückt wären.

Zug-Maut

TGM SV verkauft am Tag des Fastnachtszugs Plaketten an der Eisenbahnstraße bis zum Fußweg ehemalige Paketstelle der Post und an der S-Bahn-Unterführung sowie am Bahnsteig.

Sängervereinigung: Eisenbahnstraße/Ecke El bin ger Straße, Theodor-Heuss-Straße, Kettelerstraße.

AGV: Weiskircher Straße/Ecke Wasserfallstraße,

Finkenweg/Egerstraße,

Egerstraße/Eisenbahnstraße.

Kolpingfamilie: Konrad-Adenauer-Straße/Hochstädter Straße.

AGV: Babenhäuser Straße/Südring, Dudenhöfer Straße/Südring.

Quelle: op-online.de

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