RMC-Modellbahnschau gut besucht

Faszination Eisenbahn

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Fingerspitzengefühl verlangen die winzigen Züge von Jürgen Tuschick.

Dudenhofen - Einen Blick in andere Länder, Städte oder in andere Zeiten konnte man am Wochenende im Bürgerhaus Dudenhofen werfen.

(K)ein Kinderspiel: Kinder aus der „Burg Schlotterstein“ arbeiten mit Geduld und Geschick an ihrer Modellbahnanlage.

Die Ausstellung der Rodgauer Modellbahn-Connection (RMC) war an manchen Stellen wie eine Reise in die Vergangenheit Rodgaus, an anderen wie eine Reise nach Amerika. Zum 15-jährigen Bestehen ihres Vereins hatten die RMC-Mitglieder das ganze Bürgerhaus mit Modelleisenbahnen bestückt. Herzstück der Ausstellung im Saal war die Anlage des Vereins mit etwa 80 Meter lange Gleisstrecke in Größe H 0 (1:87). Einige Module zeigen die alte Rodgauer Bahnstrecke von Weiskirchen nach Obertshausen und Offenbach. Andere Teile der Anlage sind aus der Phantasie geschaffen, passen aber zum Gesamtbild einer Strecke der 60er oder 70er Jahre. Dazu zählt auch ein Brückenübergang aus Nürnberg, der bis ins kleinste Detail nachgebildet ist. Für manche Teile sei es allerdings schwierig gewesen an Baupläne für den Nachbau zu gelangen, berichtet, RMC-Mitglied Heinrich Bucher. Dann habe man eben selbst nachgemessen.

In den kleineren Räumen des Bürgerhauses waren noch mehr Ausstellungsstücke zu besehen. Nahezu alle üblichen Modellbahngrößen waren abgedeckt. Jürgen Tuschick aus Bad Homburg zeigte beispielsweise eine amerikanische Bahnstrecke in Missouri in der winzigen Baugröße Z (1:220). Eine andere Anlage passte in einen Gitarrenkoffer.

Highlight der Ausstellung

Ein Highlight der Ausstellung war die Modellbahnanlage der Kindertagesstätte Burg Schlotterstein aus Jügesheim. Kinder des Kinderhorts hatten die Anlage unter Anleitung zweier Erwachsener gebaut. Natürlich führten sie sie auch selbst vor. Die Kinder können so das Hobby ihre Väter weitertragen, wie Thorsten Günther, der Vater eines Kindes, sagte.

Die Begeisterung für die Modelleisenbahn hatte bei den meisten Ausstellern im Kindesalter mit einer Märklin-Bahn an Weihnachten begonnen, wie Heinrich Bucher, Jürgen Tuschick und weitere Teilnehmer erzählten. Für manch einen war dann der Sohn wieder der Anlass, das Hobby wieder aufleben zu lassen. Andere haben die kleinen Züge nie aus den Augen verloren. Heinrich Bucher bezeichnete sein Hobby als einen „Bazillus“, den er seit der Kindheit mit sich herumtrage und der sich zu einer Leidenschaft entwickelt habe.

Amerika-Ausstellung der Modellbahn-Convention

Amerika-Ausstellung der Modellbahn-Convention

Liegt es an den Kindheitserinnerungen, dass die RMC-Mitglieder eine Landschaft und Bahnstrecke der 60er und 70er Jahre modellieren? Die Modellbahnfreunde sind gewissermaßen dem Kind in sich treu geblieben. Es ist sicher auch eine Zuflucht vordem Alltag, wenn man sich im Verein einmal die Woche trifft, um wieder „Kind“ zu sein. Auf der Ausstellung konnte man große und kleine Kinder bei ihrer Leidenschaft beobachten. Das mag den ein oder anderen noch mehr fasziniert haben als die Ausstellung an sich.

sjs

Quelle: op-online.de

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