Fehlentscheidung nicht korrigiert

Rodgau - (eh) Kritik an der Amtsführung der Ersten Kreisbeigeordneten Claudia Jäger (CDU) formulierten Vertreter der Naturschutzverbände im Kreis nach dem Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Kassel zur Verlängerung der Rodgau-Ringstraße.

In ihrem politischen Ehrgeiz für den Straßenbau in ihrer Heimatstadt sei Claudia Jäger für die Argumente der Verbände uneinsichtig gewesen, schreiben Thorwald Ritter (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland), Dr. Joachim Wink (Naturschutzbund) und Ernst Böhm (Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz). Die Umweltdezernentin spricht von einem „polemischen Rundschlag“ und weist Kritik zurück: „Verfahrensfehler in unserem Haus sind jedenfalls nicht erkennbar.“

Gegen den Rat der Verbände, so der Vorwurf, habe Jäger im März 2005 eine artenschutzrechtliche Befreiung für die „Zerstörung der Nist-, Brut- Wohn- und Zufluchtstätten von Grauammer, Steinkauz, Rebhuhn, Feldlerche, Schafstelze, Neuntöter, Dorngrasmücke, Feldsperling und Wachtel“ unterzeichnet. Die Eingriffe durch den Straßenbau sollten unter anderem mit zehnjährigen Pachtverträgen anderer Wiesen kompensiert werden. Diese Konstruktion hat das Gericht abgelehnt: Eine befristete Befreiung reiche nicht aus und Pachtverträge auf zehn Jahre seien nicht nachhaltig genug.

Die ehrenamtlichen Naturschützer bezeichnen die geplante Trassenführung westlich von Weiskirchen als „grundsätzliche Fehlentscheidung“. Auch die angekündigten Nachbesserungen des Bebauungsplans könnten daran nichts ändern.

Die Erste Kreisbeigeordnete merkt in diesem Zusammenhang an, „dass der Naturschutzbeirat im Bebauungsplanverfahren Rodgau-Ringstraße seinerzeit der Stellungnahme des Kreises sogar zugestimmt hat“.

Quelle: op-online.de

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