Brand im Industriegebiet

Feuer reißt Lücken ins Solardach

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Bis zu 50 Kilowatt elektrische Leistung konnten die Solarmodule bisher erzeugen. Ein Brand auf dem Dach der Lagerhalle richtete am Sonntagnachmittag hohen Schaden an. Das Foto zeigt etwa die Hälfte des Solardachs.

Nieder-Roden (eh) - Wie bringt man Solarzellen dazu, keinen Strom mehr zu produzieren? Diese Frage stellte sich gestern der Freiwilligen Feuerwehr an der Benzstraße. Dort hatte am Sonntag ein Hallendach mit Solarmodulen gebrannt. Schaden: 50.000 bis 100.000 Euro.

Tags darauf wurden die Einsatzkräfte noch einmal alarmiert. Der Brand hatte viele der rund 300 Solarmodule zerstört. Die übrigen lieferten weiter Strom - mit der Folge, dass offenbar ein Kabel durchschmorte. Ein Anwohner roch den Gestank und rief kurz vor 13 Uhr die Feuerwehr. Doch im Gegensatz zum Vortag mussten die Einsatzkräfte nicht löschen: Das Kabel löste kein Feuer aus.

Um weitere Zwischenfälle zu verhindern, klemmte ein Elektrobetrieb die Kabel von den Modulen ab. Ansonsten hätte es die Möglichkeit gegeben, die Solarpanels lichtdicht abzudecken. Für solche Fälle liegt eine dunkle Gewebefolie im Feuerwehrhaus Mitte bereit.

„Ein technischer Defekt wird nicht ausgeschlossen“

Welche Ursache der Brand vom Sonntag hatte, konnte die Polizei gestern noch nicht sagen. „Ein technischer Defekt wird nicht ausgeschlossen“, hatten die Beamten bereits am Sonntag gemeldet. Auch zur Schadenshöhe gab es gestern keine neuen Angaben. 50.000 bis 100.000 Euro, so lautete die erste Schätzung. Dabei handele es sich aber lediglich um den Gebäudeschaden, schränkt Polizei-Pressesprecher Ingbert Zacharias (Offenbach) ein.

Bereits vier Minuten nach dem Alarm war die Feuerwehr Rodgau-Süd mit dem ersten Fahrzeug ausgerückt. „Als wir am Bürgerhaus um die Kurve gebogen sind, sahen wir schon einen Rauchpilz stehen“, berichtet Einsatzleiter Thomas Murmann. Von zwei Seiten aus nahmen die Einsatzkräfte das Feuer in die Zange. Während der erste Trupp mit schwerem Gerät eine Stahltür am stillgelegten Bahngleis aufbrach, prasselte von der Drehleiter aus schon das Löschwasser aufs Dach. Nach einer halben Stunde war der Brand unter Kontrolle. Ein Messtrupp der Feuerwehr Ober-Roden stellte außer den Rauchgasen keine giftigen Dämpfe fest, die die Umwelt hätten gefährden können. Menschen kamen bei dem Feuer nicht zu Schaden.

Klopfzeichen aus dem Inneren des Gebäudes

Klopfzeichen aus dem Inneren des Gebäudes spornten den ersten Trupp beim Aufbrechen der Stahltür zu besonderer Eile an. Die Sorge um eingeschlossene Personen war aber unberechtigt. Aus der Lagerhalle kam ihnen Otto Haller entgegen, der Geschäftsführer der Haller Kunststofftechnik GmbH. „Ich wollte ihnen von innen aufschließen“, berichtet er, „das ging aber nicht mehr, weil die Tür schon so verbogen war.“ Weil er dem Brandrauch ausgesetzt war, wurde Haller vom Rettungsdienst der Johanniter untersucht.

Nachbarn, die im Garten grillten, hatten den Brand als Erste bemerkt. Sie alarmierten die Feuerwehr. Kurz darauf war es auch für den Firmenchef nicht mehr zu überhören, was sich in seinem Lager abspielte. Otto Haller zeigte den Feuerwehrleuten den Weg und trennte die Photovoltaik-Anlage vom Netz. „Die Jungs haben einen Super-Job gemacht“, lobt er.

Kartons voller Produkte

Die Haller Kunststofftechnik GmbH besteht seit 1991. Das Unternehmen hat etwa 65 Mitarbeiter. Sie stellen technische Kunststoff-Spritzgussteile her, unter anderem für die Autoindustrie.

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Solarpanels auf Dach abgebrannt

Die Höhe des Schadens war gestern für den Geschäftsführer noch nicht abschätzbar. Die Lagerhalle war stellenweise bis unters Dach mit Kartons voller Produkte gefüllt. Löschwasser und geschmolzene Reste der Dachdämmung hinterließen ihre Spuren. „Da sind ganze Paletten umgefallen“, berichtet Haller. Wegen der hohen Qualitätsanforderungen müsse diese Ware entsorgt werden. Wichtig sei nun eine rasche Dachreparatur - „damit es wieder dicht ist, bevor schlechtes Wetter kommt.“

Quelle: op-online.de

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