Feuerwehr und THW nähern sich an

Rodgauer Kompetenz im Atemschutz auch in Offenbach gefragt

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In der zentralen Atemschutzwerkstatt im Feuerwehrhaus Rodgau-Mitte schließt Carsten Weitz eine Schutzmaske mit Lungenautomat an das Prüf- und Messgerät an. Als hauptamtlicher Mitarbeiter der Feuerwehr Rodgau hat sich Weitz auf Atemschutzgeräte spezialisiert. Gegen Gebühr übernimmt die Feuerwehr auch die Wartung der Geräte von Unternehmen.

Rodgau - Die moderne Atemschutzwerkstatt im Feuerwehrhaus Rodgau-Mitte ist über die Stadtgrenze hinaus gefragt. Das Technische Hilfswerk (THW) Offenbach will seine Atemschutzgeräte künftig in Rodgau warten lassen.

Außerdem absolvieren Einsatzkräfte des THW teilweise ihre Atemschutzausbildung in Rodgau. Von einer Zusammenarbeit können beide Seiten profitieren. Über freundschaftliche Kontakte waren die Offenbacher auf die Feuerwehr Rodgau aufmerksam geworden. Nach einem Informationsbesuch im März nahmen im April die ersten zwölf THW-Helfer an der theoretischen Ausbildung bei Thomas Hofferberth in Rodgau teil. Gemeinsam absolvierten zwei THWler und die hauptamtlichen Mitarbeiter der Feuerwehr Rodgau ihre jährliche Belastungsprobe auf der Atemschutz-Übungsstrecke in Rödermark.

Beide Seiten wollen jetzt gemeinsam eine Ausbildungsmöglichkeit entwickeln, die mehr auf die Belange des Technischen Hilfswerks zugeschnitten ist. Als Zivil- und Katastrophenschutzorganisation ist das THW vorrangig in der Hilfeleistung tätig.

„Über die Wartung der Geräte beraten wir noch“, sagt Stadtbrandinspektor Andreas Winter. Die Führungskräfte beider Organisationen seien dabei, mögliche Formen der Kooperation auszuloten: „Das ist völlig ergebnisoffen. Da muss man einfach mal gucken, was passt und was nicht.“ Es gehe darum, Synergieeffekte auszunutzen: „Auch wir können vom THW lernen.“

Atemschutzgeräte müssen zweimal im Jahr gewartet werden, damit sie im Ernstfall sicher funktionieren. Dabei werden die Geräte an einen Prüfstand angeschlossen, der sich ähnlich verhält wie ein atmender Mensch. Der Inhalt der Pressluftflasche wird über den Druckminderer und eine Maske sozusagen „abgeatmet“. Das System muss nicht nur dicht sein, sondern auch den hohen Druck der Pressluft auf ein gesundes Maß reduzieren. Die Luft in den Flaschen ist auf das 200- oder 300-Fache des normalen Drucks zusammengepresst. Eine Fehlfunktion kann tödlich sein.

Spezielle Prüfstände gibt es nicht überall. Bereits jetzt prüft die Feuerwehr die Atemschutzgeräte von Betrieben wie Mewa, Conrec und der Kläranlage Weiskirchen. Die Unternehmen bezahlen dafür Gebühren an die Stadt. So kostet das „einsatzbedingte Prüfen und Reinigen“ 53 Euro pro Atemschutzgerät, zehn Euro pro Lungenautomat und 14 Euro pro Atemschutzmaske. Andere Leistungen werden nach Zeitaufwand abgerechnet: zwölf Euro pro Viertelstunde.

Die Feuerwehr Rodgau hat sich hohe Kompetenz und Erfahrung im Umgang mit Atemschutzgeräten erworben. Ein Mitarbeiter der Stabsstelle Feuerwehr ist die ganze Woche hindurch damit beschäftigt, die Geräte zu prüfen, zu reinigen und instand zu halten. Nach Brandeinsätzen gibt es besonders viel zu tun. Dazu kommt die zusätzliche Ausbildung, die mehrmals im Jahr dienstags stattfindet.

Ob sich zwischen der Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk eine engere Zusammenarbeit entwickelt, bleibt abzuwarten. Beim ersten Besuch des THW Offenbach im Feuerwehrhaus Rodgau-Mitte stellten Markus Beck von der Stabsstelle Feuerwehr, Wehrführer Sven Ackermann sowie Nicolai Merz und Patrick Moller die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr Rodgau dar. Im Herbst sollen dann die Feuerwehrleute mehr über den Offenbacher THW-Ortsverband erfahren Er ist einer von bundesweit 668 Ortsverbänden. (eh)

Quelle: op-online.de

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