Feuerwehr: Neubau hat sich gelohnt

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Zeitgemäße Arbeitsbedingungen in der Werkstatt: Gerätewart Volker Kühne repariert den Motor eines Stromgenerators. Ein Hublift hält die Maschine in optimaler Arbeitshöhe.

Rodgau (eh) - Wenige Monate nach der Einweihung der Feuerwehrhäuser Rodgau-Süd und Rodgau-Mitte ziehen Magistrat und Feuerwehr eine erste Zwischenbilanz: Die Zahl der Einsätze sinkt, die tägliche Arbeit geht besser von der Hand und die Feuerwehren der Stadtteile wachsen zusammen.

Von „immensen Vorteilen“ spricht Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Die verkehrsgünstige Lage beider Häuser erleichtert im Ernstfall das Ausrücken; dank technischer Ausstattung arbeiten die Gerätewarte effizienter. Auf Dauer erwartet Hoffmann auch weniger Energiekosten.

Ein handfester Vorteil für die 225 Einsatzkräfte: Sie müssen sich nicht mehr in der Fahrzeughalle umziehen und können nach dem Einsatz duschen. Im alten Feuerwehrhaus Jügesheim war Warmwasser im Handwaschbecken schon Luxus.

Nach 15 Minuten ist ein Schlauch wieder einsatzbereit

Die Zahl der Einsätze ist zurückgegangen. Das liegt nicht nur daran, dass Ölspuren nun von einer Spezialfirma beseitigt werden. Auch die neuen Feuerwehrhäuser sind ein Grund dafür: Früher wurde ein Alarm doppelt gezählt, wenn zwei Stadtteilwehren ausrückten.

Die Gerätewarte arbeiten nun in modernen Werkstätten. „Bessere Arbeitsbedingungen kann ich mir nicht vorstellen“, sagt etwa Volker Kühnle: „Wir müssen nicht mehr unter die Fahrzeuge kriechen und uns nicht unnötig verrenken.“

An der Schlauchwaschmaschine: Laura Klein im Freiwilligen Sozialen Jahr und Gerätewart Thomas Manthey.

Einen enormen Fortschritt bedeutet die Schlauchwaschanlage. Benutzte Schläuche werden in einem Arbeitsgang gewaschen, druckgeprüft, getrocknet und aufgerollt. Nach 15 Minuten ist ein Schlauch wieder einsatzbereit - früher musste er tagelang im Turm trocknen. Auch Atemschutzgeräte werden maschinell gereinigt, 18 Stück auf einmal. Der größte Vorteil lässt sich nicht in Euro und Cent beziffern: In der Feuerwehr ist ein neues Wir-Gefühl entstanden. Das Ortsteildenken sei aus den meisten Köpfen verschwunden, sagt Stadtbrandinspektor Andreas Winter. Er glaubt, dass sich bald auch die Feuerwehrvereine zusammenschließen.

In Hessen gibt es rund 2 600 Freiwilligenwehren

Eine Feuerwehr-Fusion sei äußerst selten, sagt Bürgermeister Hoffmann: „Das sind ehrenamtlich tätige Menschen, die an den Standorten ihre Heimat haben.“ Der Stadtbrandinspektor weiß von einem ähnlichen Fall bei Pfungstadt. Laut Innenministerium gibt es in Hessen rund 2 600 Freiwilligenwehren in 426 Städten und Gemeinden.

Die Idee der Zusammenarbeit ohne Ortsteilgrenzen sei 1997 in der Feuerwehr entstanden, betont Winter: „Die Entscheidung war richtig. Das ist das einzig Vernünftige für unsere Stadt gewesen.“

Quelle: op-online.de

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