Hersteller stoppt Auslieferung

Feuerwehr: Digitalfunk mit Problemen

Rodgau - Technische Probleme belasten die Einführung des Digitalfunks bei der Feuerwehr auch in Rodgau. Dies wurde am Donnerstag in der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr deutlich.

„Die Hoffnung war groß, die Ernüchterung ist es teilweise auch“, sagte Stadtbrandinspektor Andreas Winter im Jahresbericht. Er hoffe, „dass die Probleme in Zukunft besser und auch zeitnah gelöst werden können“. Vom neuen Funknetz für Feuerwehr, Rettungsdienste und Polizei versprechen sich die Behörden einen besseren Informationsaustausch.

Ein Sorgenkind ist die so genannte Mandown-Funktion, die einen Alarm auslösen soll, wenn sich ein Feuerwehrmann beim Einsatz verletzt oder ohnmächtig wird. Bisher kommt es offenbar zu unnötigen Notrufen, die den Funkverkehr beeinträchtigen. „Weiterhin gibt es noch keine Möglichkeit, die Geräte zu orten“, so Winter. Falls sich daran nichts bessere, beschränke sich der angebliche Mehrwert gegenüber den analogen Funkgeräten auf eine bessere Sprachqualität und weniger Nebengeräusch.

„Es ist immer noch ein Probebetrieb“, betonte Kreisbrandinspektor Ralf Ackermann. In keinem anderen Bundesland werde das Netz so schnell aufgebaut wie in Hessen. Allein im Kreis Offenbach seien fast 1 000 Handfunkgeräte ausgeliefert. Eine neue Software-Version solle in vier Wochen die aktuellen Probleme lösen. Bis dahin habe der Hersteller die weitere Auslieferung der Geräte gestoppt. Ackermann sagte, die Einführung des Digitalfunks bei der Feuerwehr werde als größtes Projekt seit der Motorisierung bezeichnet.

„Fortschritte beim Digitalfunk“, jubelte das hessische Innenministerium in einer Pressemitteilung vom 7. Februar. 348 der 405 Basisstationen seien aufgebaut, der im Jahr 2012 begonnene Testbetrieb laufe erfolgreich, „Auffälligkeiten und Störungen sind dabei die Ausnahme“. Trotz dieser Aussagen empfiehlt das Ministerium, die analogen Funkgeräte im Zwei-Meter-Band weiterhin ständig im Betrieb zu halten.

Feuerwehr Rodgau im Einsatz: Feuer in Scheune (Mai 2012)

Feuer in Scheune mit Landwirtschaftsmaschinen

Pech hatte die Gemeinde Niedernhausen, die die bisher genutzten Funkgeräte verkaufte und sich voll auf die Funktionsfähigkeit des neuen Systems verließ. Während eines Brandes brach der Funkkontakt zu den Einsatzkräften ab. Nun funken die Feuerwehrleute dort mit alten, ausrangierten Funkgeräten der Polizei.

(eh)

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Quelle: op-online.de

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