Ruß und Rauch

Feuerwehr stoppt schwarze Wolken

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Fast knietief wateten die Einsatzkräfte durch den Löschschaum. Hinter ihnen ist einer der großen Öfen zur Rußherstellung zu erkennen.

Hainhausen (eh) - Ein technischer Störfall in der Rußfabrik hatte am Freitag einen Großeinsatz der Feuerwehr zur Folge. Als sich schwarze Qualmwolken ausbreiteten, versuchten die beiden Arbeiter, die Situation in den Griff zu bekommen.

Einsatzkräfte aus fünf Städten brauchten rund vier Stunden, um das Feuer zu löschen. Verletzte waren nicht zu beklagen. Nur 200 Meter Luftlinie trennen die Rußfabrik vom Feuerwehrhaus Rodgau-Mitte. Doch der Notruf machte einen großen Umweg. Während die Arbeiter noch mit eigenen Löschversuchen beschäftigt waren, fuhr zufällig ein Rettungswagen auf der Alfred-Delp-Straße vorbei. Die Besatzung meldete den starken Rauch an die Leitstelle in Dietzenbach.

Um 16.15 Uhr piepsten die Empfänger der Feuerwehr, ein paar Minuten später standen die ersten Einsatzkräfte vor dem verschlossenen Tor. Stromausfall! Mit Leitern kletterten die Feuerwehrleute über die Mauer. Erst dann konnten sie das schwere Schiebetor von Hand öffnen. In einer Halle mit Produktionsöfen brannten drei Ölwannen. Die Rauchentwicklung war extrem. „Der Ruß ist aus allen Löchern herausgequollen“, berichtet ein Feuerwehrmann.

Stadtbrandinspektor Andreas Winter gab Vollalarm für die Feuerwehr Rodgau und forderte zusätzliche Sonderlöschmittel und -fahrzeuge an. Während die Rodgauer das brennende Öl unter Schaum setzten, eilten Kollegen aus Obertshausen, Hanau und Neu-Isenburg herbei. Sie rückten unter anderem mit zwei Großtanklöschfahrzeugen an.

Kein Brand in der Brockhues GmbH

Die Verstärkung war sehr willkommen, denn mit Schaum allein ließ sich das Feuer bei diesen hohen Temperaturen nicht bekämpfen. 650 Kilogramm Löschpulver brachten schließlich den gewünschten Erfolg. Zum Vergleich: Diese Menge entspricht etwa 110 mittelgroßen Handfeuerlöschern à sechs Kilo. Die Löscharbeiten dauerten bis gegen 20 Uhr. Kreisbrandinspektor Ralf Ackermann koordinierte den Einsatz der 90 Feuerwehrleute aus fünf Städten. Auch der Rettungsdienst der Johanniter-Unfallhilfe war vor Ort.

Viel Ruß und unangenehme Gerüche erinnerten Anwohner an alte Zeiten, als die so genannte „Rußbude“ häufig Anlass zum Naserümpfen gab. Diesmal war die Angst vor gesundheitlichen Folgen wohl unbegründet, wie die Messungen der Feuerwehr Klein-Krotzenburg in umliegenden Straßen ergaben. Bedenkliche Werte seien glücklicherweise nicht gemessen worden, berichtet Günter Fenchel, der Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Offenbach. Als Ursache des Störfalls in der Rußfabrik vermutet die Polizei den Stromausfall vom Nachmittag. Dadurch sei zu viel Öl in einen Brenner geraten. Dies habe zu Rauch- und Qualmentwicklung geführt.

Große Mengen an Schaum und Pulver waren notwendig, um die Flammen zu löschen. Die Feuerwehrleute kühlten die Anlage herunter, um eine Wiederentzündung zu verhindern.

„Es hat nicht gebrannt“, betont Uwe Strang, der in der Geschäftsführung der Brockhues GmbH & Co KG für die Produktion verantwortlich ist. Die schwarze Wolke erklärt er so: „Das was wir produzieren, ist ausgetreten und sollte abgesaugt werden. Als wir gerade dabei waren, den Prozess zu beenden, kam die Feuerwehr.“ Die Betriebsstörung führt Strang auf den Stromausfall zurück. Ohne Strom seien die Ventilatoren nicht gelaufen, so dass der erzeugte Ruß nicht durch die Filteranlage geführt worden sei. Für heute kündigte das Unternehmen eine ausführliche Pressemitteilung an.

Quelle: op-online.de

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