Feuerwehr auf dem Reiterhof

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In strömendem Regen absolvierten die Einsatzkräfte ihre Abschlussübung. - Fotos: Feuerwehr Rodgau

Rollwald - Zuckende Blaulichter, Qualm aus dem Pferdestall und Löschwasser von oben: Der Katharinenhof war der Schauplatz einer groß angelegten Übung der Freiwilligen Feuerwehr Rodgau-Süd.

Wo sich normalerweise ein friedlicher Anblick bietet, gelegentlich Pferde über den Hof geführt werden, spielte sich am Donnerstagabend ein dramatisches Szenario ab.

Wabernder Qualm aus der „Sattelkammer“, drei vermisste Personen, durcheinander rennende Bedienstete, 40 nervöse Pferde in ihren vom Feuer bedrohten Stallboxen: Ein Schreckens-Szenario, wie es so oder ähnlich auf jedem Reiterhof in Deutschland Wirklichkeit werden könnte. Glücklicherweise handelte es sich nicht um ein echtes Feuer, sondern um eine Übung. Für den Rauch sorgte eine Nebelanlage.

Wie in der Realität

Simuliert wurde ein Brand im Bereich der „Sattelkammer“ mit mehreren vermissten Personen. Wenige Minuten nach der Alarmierung bog das erste Löschfahrzeug, gefolgt von der Drehleiter in den Hof ein. Die anderen Fahrzeuge, insgesamt acht, folgten in kurzen Abständen. Mit dem zeitlich versetzten Ankommen ist es wie in der Realität. Selten kann ein kompletter Löschzug einer Freiwilligen Feuerwehr zeitgleich mit mindestens vier Fahrzeugen ausrücken.

Sogar der „Verletzte“ trug ausnahmsweise einen Feuerwehrhelm.

Die Menschenrettung unter Atemschutz, die Brandbekämpfung und die Wasserversorgung aus der Löschwasserzisterne auf dem Hof waren die primären Aufgaben der Jahresabschlussübung. Etwa 50 Einsatzkräfte bewiesen dabei ihr Können. Während die ersten Atemschutztrupps die vermissten Personen „retteten“ und den Innenangriff gegen das Feuer aufnahmen, wurde die Drehleiter in Stellung gebracht. Dann begann ein umfassender Löschangriff von außen.

Weitere Einsatzkräfte stellten ein Belüftungsgerät auf, das durch Überdruck den Rauch aus den Räumen drängt. Eine weitere Fahrzeugbesatzung stellte die Löschwasserversorgung sicher. Der Katharinenhof verfügt über eine eigene Zisterne, da er nicht an das Löschwassernetz angeschlossen ist. Bei größeren Bränden in dieser Gegend muss die Feuerwehr das Löschwasser im Pendelverkehr aus Rollwald herbeibringen, wie kürzlich beim Brand eines Brennholzlagers am Waldrand. Im Notfall könnte die Feuerwehr auch einen Anschluss bei der Gärtnerei Staudt anzapfen. Dazu wären allerdings sehr lange Schläuche notwendig. Bei der Übung reichten auch die eigenen Vorräte: In den Tanklöschfahrzeugen hatte die Feuerwehr rund 7 000 Liter Wasser mitgebracht.

eh

Quelle: op-online.de

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