„Firefit Challenge“ wird bei knapp 30 Grad zum Härtetest

250 Feuerwehrleute am Limit

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Drei Stockwerke schleppten Benjamin Aulich und die übrigen 250 „Firefit“-Wettkämpfer das 20-Kilo-Schlauchpaket nach oben. 

Nieder-Roden - „The five Stages of Pain“, die fünf Stufen des Schmerzes,  durchlitten gestern rund 250 Feuerwehrleute. Sie absolvierten einen Hindernisparcours der harten Sorte: die „Firefit Challenge“, die die Feuerwehr Rodgau Süd zum dritten Mal ausrichtete. Von Michael Löw 

Trotz rasendem Puls galt es vor diesen Flammen, ruhig Blut zu bewahren. Denn nur so konnten die Teilnehmer zielgenau löschen.

Erst ein 20 Kilo schweres Schlauchpaket sechs scheinbar endlose Treppen hinaufwuchten, oben noch so ein Paket ins dritte Stockwerk ziehen, 25 Meter Slalom und Flammen zielgenau löschen und zu schlechter Letzt noch einen 80 Kilogramm schweren Dummy ebenfalls 25 Meter schleppen: Das ist der Fünfkampf „Firefit Challenge“, der für rund 250 Feuerwehrfrauen und -männer gestern zur Hitzeschlacht wurde. Fast überflüssig zu erwähnen: Die Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Neuseeland traten unter Einsatzbedingungen an - also mit Stiefeln, Helm und komplettem Atemschutz. Ein Feuerwehrmann klappte bei dieser Belastung und Temperaturen von knapp 30 Grad zusammen und wurde von den Johannitern behandelt.

„Wir sind eine große „Firefit Challenge“-Gemeinde“, beantwortete Orga-Chef Sebastian Murmann von der Feuerwehr Rodgau Süd die verwunderte Frage, warum sogar Feuerwehrleute vom anderen Ende der Welt nach Nieder-Roden kommen.

Benjamin Aulich vom Emergency Service der US-Armee in Rheinland-Pfalz startete zum dritten Mal in Rodgau. Das Hochziehen des Schlauchs und der Transport des 80-Kilo-Dummys seien ihm am schwersten gefallen, sagte der bullige Profi, nachdem er seinen Kopf zweimal zum Abkühlen in ein Wasserbecken getaucht hatte.

Bilder zur „Firefit Challenge“ in Nieder-Roden 

„Puppe, Puppe“, keuchte Oliver Schadow aus Nieder-Roden, der ein paar Sekunden vor Aulich im Ziel war, auf die Frage nach der härtesten Disziplin. Beim Start an der Treppe war er noch hoch konzentriert, doch dann sei „die Erinnerung für zwei Minuten weg“. Da habe er den Kopf ausgeschaltet und sei einfach gerannt. Erst bei der Puppe - im Ernstfall ein Verletzter, der aus der Gefahrenzone gebracht werden muss - habe er wieder mit dem Denken angefangen.

Dass die „Firefit Challenger“ eine große Familie sind, zeigte sich nach jedem Durchgang: Wer vor seinem Konkurrenten wieder halbwegs bei Kräften war, rannte auf die Strecke zurück und feuerte ihn an. Schaute man den Männern und Frauen unter den Helm, sah man in ihren Augen, welche Qual die letzten fünf Meter mit dem Dummy sein können.

Quelle: op-online.de

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