Flickenteppich statt Holperstrecke

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Ganz schön tief: Loch in der Daimlerstraße.

Rodgau (eh/bp) ‐ Gut 100 Schlaglöcher haben Arbeiter der Stadtwerke Rodgau in diesem Winter bereits gefüllt. Die Kosten dafür betrugen etwa 7000 Euro.

Pressesprecherin Sabine Fischer sagt, in Rodgau sei die Lage an der Schlaglochfront deshalb entspannter als in anderen Kommunen, weil der Bauhof übers ganze Jahr vorbeugend und sehr exakt Risse im Asphalt mit Flüssigbitumen verschließe. Das verhindert, dass Wasser eindringt und dann bei Frost seine Sprengkraft entwickelt.

Seit einer Woche sind Hans Kurth und Hilmar Sextro wieder auf Tour, um Rodgaus Holperstrecken zu entschärfen. Die beiden Mitarbeiter des Bauhofs haben eine Liste der schlimmsten Schlaglöcher dabei. Aber sie richten sich nicht stur nach der Liste. Jedes Loch, das sie unterwegs entdecken, wird gleich gefüllt. Das spart doppelte und dreifache Anfahrtwege.

Die provisorische Reparatur dauert nur wenige Minuten. Einer der beiden gießt fertiges Kaltmischgut in die Vertiefung und streut Sand darauf, der andere stampft den körnigen Brei fest. „Den Rest machen die Autofahrer“, sagt Hilmar Sextro. Jeder Reifen, der über die Flickstelle rollt, drückt die Masse noch tiefer hinein, bis sie auch die letzte Ritze ausfüllt.

Jede Nahtstelle ist ein Angriffspunkt

Das Material braucht ein paar Tage, bis es aushärtet. Danach ist es so fest wie normaler Asphalt. Trotzdem: Neu ist anders. Mit einem geflickten Schlagloch ist es wie mit einer provisorischen Füllung beim Zahnarzt: Im günstigsten Fall hält sie jahrelang, aber wenn man Pech hat, fällt sie bald wieder raus.

Jede Nahtstelle im Fahrbahnbelag ist ein Angriffspunkt für Wasser, Eis und mechanische Einwirkungen. Mit der Zahl der Reparaturen steigt das Risiko von Folgeschäden. Manche Straßen sehen bereits wie Flickenteppiche aus, etwa die Schillerstraße in Weiskirchen und die Hegelstraße in Dudenhofen.

Eine Übersicht der Schlaglöcher in der Region

„Unsachgemäße Aufgrabungen von Versorgungsträgern“ macht Professor Dr.-Ing. Axel Poweleit von der Hochschule Darmstadt für viele Straßenschäden verantwortlich. Das können auch die Praktiker vom Bauhof der Stadtwerke Rodgau bestätigen. Am besten sei es, neu asphaltierte Straßen möglichst lange in Ruhe zu lassen und nicht aufzugraben, meint Hans Kurth. Mit einem einfachen Satz bringt er die Probleme auf den Punkt: „Geflickt ist halt nur geflickt.“

Quelle: op-online.de

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