„Fliegt nicht - gibt‘s nicht“

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Im Laufschritt wurden die Kraken in die Höhe gezogen - oben bleiben sie nur bei kräftigem Wind. Der größte Oktopus gehört dem Drachenclub Aiolos und ist 28 Meter lang.

Nieder-Roden - „No wind, no fun“ stand auf einer der vielen Fahnen beim Drachenfest am Badesee. Kein Wind, kein Spaß? Von wegen: Trotz der oft schwachen Luftbewegung gab‘s für Drachenpiloten und Zuschauer viel zu sehen. Von Ekkehard Wolf

Etwa 60 Drachenbauer mit Familien, die meisten aus der Region, sorgten für ein buntes Bild in der Luft und am Boden. Auswärtige Gäste waren mit Wohnmobil oder Zelt angereist, unter anderem aus Köln, Bad Kreuznach und aus Baden-Württemberg. Der älteste Teilnehmer war Klaus Gose (70) aus Runkel, der Jüngste war ein dreijähriger Dreikäsehoch. „Also ein richtiges Familienfest“, freute sich Werner Wengerter, der Vorsitzende des Drachenclubs Aiolos.

Mich regt nichts auf“ oder „Leben und leben lassen“ nannten etliche Teilnehmer als persönliches Motto. Drachenfreunde sind ein stressarmes Völkchen, wie Wengerter bestätigt. „Wenn der Drachen nicht aus der Hand fliegt, hinsetzen und Bier trinken“, rät ein erfahrener Teilnehmer. Das Warten auf Wind gehört dazu - denn im Herbst weht er nicht so ausdauernd wie im Frühjahr.

Zu zweit geht‚‘s leichter: Drachenpiloten spannen gemeinsam einen Drachen auf.

Der Moderator am Samstag legte ungeduldigen Naturen mehr Gelassenheit ans Herz: „Wir sind ja auf dem Drachenfest und nicht auf der Flucht.“ Aber was tut man, wenn der Wind eine längere Verschnaufpause macht? Wer den Zeitplan einhalten will, muss auch mal rennen. So ging es nicht nur den Schülern bei ihrem Massenstart, sondern auch den stolzen Besitzern der Riesenkraken. Im Laufschritt wurden die fliegenden Tintenfische in die Höhe gezogen, bevor sich die langen Tentakeln am Ende des Platzes majestätisch wieder zu Boden senkten. Man glaubt es kaum: Der 28 Meter große Oktopus des Drachenclubs Aiolos soll am Freitag fast zwei Stunden lang ohne Unterbrechung geflogen sein. „Fliegt nicht - gibt‘s nicht“ lautet das Credo von Leuten, die Leicht- oder gar Nullwinddrachen bauen.

Ab in die Luft:

Drachenfest am Badesee

Ein Beispiel war bei der Nachtflugshow zu bewundern: Viel Beifall erhielt der Tanz zweier Delta-Lenkdrachen aus golden und silbern glänzender Rettungsfolie, die dank des leichten Materials auch bei fast völliger Windstille rasante Flugmanöver zur Musik hinlegten. Da bekommt die Rettungsfolie eine ganz neue Bedeutung: Für Drachenpiloten ist sie die Rettung, wenn kein Wind weht.

Quelle: op-online.de

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