Bauplätze für Gemeinschaftsunterkünfte

Die ersten Flüchtlinge sind da

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Die Stadt Rodgau sucht Bauplätze für Gemeinschaftsunterkünfte.

Rodgau - Mit Hochdruck widmet sich die Stadt der Suche nach Unterkünften für Asylbewerber. Am kommenden Dienstag will der Magistrat eine Liste möglicher Standorte vorlegen.

Die ersten neun Flüchtlinge sind schon da: Der Kreis Offenbach hat sie in einer Pension in Weiskirchen untergebracht. Erster Stadtrat Michael Schüßler (FDP) wies am Mittwoch im Sozial- und Kulturausschuss den Vorwurf zurück, die Stadt Rodgau tue zu wenig für die Unterbringung von Asylbewerbern. Der Kreis liefere notwendige Informationen zu spät und zu spärlich. Erst am 18. November habe die Stadt erfahren, nach welcher Art von Immobilien sie suchen soll. Anforderungen an Grundstücke für Gemeinschaftsunterkünfte seien sogar erst am 25. November mitgeteilt worden. Eine spezielle Arbeitsgruppe im Rathaus sucht seither nach Grundstücken von mindestens 1 000 bis 1 500 Quadratmeter, die sich zum Bau von Häusern für 60 bis 80 Menschen eignen. Für 2014 sind 130 Flüchtlinge avisiert.

Gemeinschaftsunterkünfte vorgeschrieben

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Für Flüchtlinge ohne gesicherten Aufenthaltsstatus seien Gemeinschaftsunterkünfte vorgeschrieben, so Schüßler. Der Kreis Offenbach suche zurzeit Mietobjekte für drei bis fünf Jahre mit Verlängerungsoption: „Das heißt, wir reden über fünf bis zehn Jahre.“ Für solche Zeiträume lohne sich auch ein Umbau oder ein Neubau. Dabei gehe „Gründlichkeit vor Schnelligkeit“, betonte der Sozial- und Baudezernent. Es sei nicht sinnvoll, vorschnell über einzelne Grundstücke zu diskutieren. Zunächst gelte es die Eignung der potenziellen Bauplätze zu prüfen. Der Magistrat werde voraussichtlich am Dienstag dem Haupt- und Finanzausschuss eine Liste möglicher Standorte vorlegen. Ein breiter politischer Konsens werde angestrebt.

„Wir müssten bei 45.000 Einwohnern eigentlich in der Lage sein, 200 Menschen unterzubringen“, sagte Göksal Arslan, der Vorsitzende des Ausländerbeirats. Er bat darum, das Thema nicht zum Anlass für politischen Streit zu nehmen.

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Dennoch gab es Kritik am Antrag des Ausländerbeirats. „Der Magistrat wird beauftragt, den Kreis Offenbach bei der dringlichen Unterbringung von Asylbewerbern zu unterstützen“, formulierte der Beirat darin am 13. November. „Wir brauchen keinen, der unseren Magistrat antreibt“, entgegnete Heino Reckließ (FDP). Vielmehr stehe die schwarz-rote Koalition im Kreistag auf der Bremse. Kreis-Sozialdezernent Carsten Müller (SPD) schiebe seine unerledigten Hausaufgaben auf die Kommunen ab. Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) bat, sich nicht zu sehr auf eine Person zu fokussieren. Er versuche, eine vernünftige Zusammenarbeit mit dem Kreis zu organisieren. Jürgen Kaiser (SPD) verortete den Kern des Problems in Berlin: Erst nach langem Zögern habe der Bund beschlossen, ein größeres Kontingent an Flüchtlingen aufzunehmen, und nun lasse er die Kommunen mit dieser Aufgabe allein. 

eh

Quelle: op-online.de

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