Gesundheitsamt: Kein Grund zur Sorge

Tuberkulose im Wohnheim

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Bisher wurden in der Flüchtlingsunterkunft in Weiskirchen zwei Fälle von Tuberkulose bekannt. Erkrankt sind Mitglieder einer Familie aus Somalia.

Rodgau - Ehrenamtliche Helfer in der Flüchtlingsunterkunft in Weiskirchen an der Schillerstraße sind in großer Sorge. Bei einer der dort lebenden Familien aus Somalia hat das Kreisgesundheitsamt Ende November 2016 Tuberkulose (TBC) festgestellt.

Zunächst handelte es sich nur um einen einzigen Erkrankten aus der Familie. Anfang Januar wurde dann ein zweites Familienmitglied in eine Klinik eingeliefert. Ein Helfer kritisiert, das Kreisgesundheitsamt gehe mit der Situation nicht professionell um. Zwar seien die erkrankten Familienmitglieder in Kliniken. Der Rest der Familie lebe aber immer noch in der Weiskircher Unterkunft. Auch werde nicht systematisch genug bei der Untersuchung der anderen Bewohner vorgegangen, Informationen und Aufklärung ließen zu wünschen übrig. Das Umfeld werde dadurch verunsichert.

Es soll Flüchtlinge geben, die beim Ausbruch der TBC Ende 2016 in dem Heim in Weiskirchen gewohnt haben, inzwischen aber in Berlin leben. „Was geschieht mit denen?“, fragt ein Ehrenamtler. Längst umgezogene Asylbewerber würden immer noch unter der Adresse Schillerstraße angeschrieben und gesucht. Fragwürdig sei auch, dass darauf verzichtet wurde, Mitglieder des Musikvereins Weiskirchen zu untersuchen, die in dem als Unterkunft für 85 Flüchtlinge genutzten Hotel proben.

Kreissprecherin Kordula Egenolf weist die Vorwürfe zurück. Es bestehe kein Grund zur Sorge. Das Kreisgesundheitsamt halte sich strikt an die bundesweit einheitliche Vorgehensweise bei einem Ausbruch von TBC. „Da gibt es strikte Vorgaben. Die werden eingehalten.“ Ende November nach dem Bekanntwerden des ersten Falls seien alle unmittelbaren Kontaktpersonen (Zimmergenossen) der Familie untersucht worden. Etwa acht Wochen später folgte die Umgebungsuntersuchung mit 121 Personen. Dabei sei in der Familie der zweite Krankheitsfall festgestellt worden.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Das Kreisgesundheitsamt habe „in ein oder zwei Fällen“ die Weiterverfolgung der Angelegenheit an andere Gesundheitsämter abgegeben, weil die betroffenen Personen umgezogen waren. Was aus diesen Fällen wurde, ist offen. Unter den Gesundheitsämtern bestehe keine Pflicht zur Rückmeldung. In Weiskirchen seien inzwischen „alle Befunde in Ordnung“. Die übrigen Mitglieder der Familie mit den zwei Kranken gelten nicht als erkrankt. Deshalb können sie in der Unterkunft bleiben. Auf eine Untersuchung der Musiker des MV Weiskirchen sei verzichtet worden, weil diese nicht als Kontaktpersonen und mithin nicht als gefährdet gelten. Kreisweit gab es Egenolf zufolge 2016 etwa fünf TBC-Fälle in Flüchtlingsunterkünften. (bp)

Quelle: op-online.de

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