Fluglärm weckt Kinder

Rodgau (eh) - Fluglärm ist nicht nur ein Weiskircher Problem: Darauf machten Mitglieder der Bürgerinitiative „Anflug mit Ruhe“ gestern vor dem Rathaus aufmerksam.

Vor Beginn der Stadtverordnetenversammlung verteilten sie Flugblätter mit der Forderung: „Wir wollen in Ruhe schlafen. “.

Die Flughöhen seien auch über Rodgau vermutlich schon im März um 300 Meter gesenkt worden, schreibt die Initiative. Weiskirchen leide dreifach unter Lärm durch Abflüge, Autobahn und Bundesstraße: „Seit Januar finden 775 Klein- und Schulkinder nun dauerhaft nachts keine Ruhe mehr.“ Darunter seien Kinder von Familien, die auch wegen einer hervorragenden Familienpolitik nach Rodgau gezogen seien.

Bei den Politikern mahnt die Bürgerinitiative „Anflug mit Ruhe“ eine stärkere Unterstützung an - sozusagen einen Plan B für den Fall, dass die Klage auf ein umfassendes Nachtflugverbot keinen Erfolg hat. Im weitaus weniger betroffenen Main-Kinzig-Kreis gebe es bereits ein breites Engagement von Politikern, Bürgern, Ärzten und anderen Gruppen, die das Problem öffentlich mache. „Dort, wo es am wenigsten Widerstand gibt, wird sicherlich in der Zukunft am meisten geflogen werden“, vermutet die Initiative.

Ein Lärmgutachten im Auftrag mehrerer Kommunen hatte kürzlich ergeben, dass es seit Einführung des neuen Anflugverfahrens „Segmented Approach“ in Rodgau lauter geworden ist. Im monatlichen Mittel der Überflugereignisse erreiche Rodgau fast die Kategorie des „unzumutbaren Fluglärms“ in der Nacht. Bürgermeister Jürgen Hoffmann setzt auf den Zusammenhalt der betroffenen Städte und Gemeinden.

Quelle: op-online.de

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