Messstation Weiskirchen

Mehr Beschwerden wegen Fluglärm

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Rodgau - Laute Flugzeuge geben in Rodgau verstärkt Anlass zu Beschwerden. 152 Klagen von Rodgauer Bürgern wurden im ersten Halbjahr über den Deutschen Fluglärmdienst (DFLD) abgegeben, wie die Stadtverwaltung berichtet.

Allein von April bis Juni beschwerten sich Bürger 113 Mal - fast dreimal so oft wie in den ersten drei Monaten des Jahres. Besonders laut war es im Juni. Das belegen die Daten der Fluglärm-Messstation auf dem Christian-Zang-Haus. Die Anzahl der „erkannten Überflüge“ war höher als in den beiden Monaten zuvor:

April 199

Mai 184

Juni 353

Diese „erkannten Überflüge“ sind Lärmspitzen, die mindestens 15 dB (A) lauter als das Grundgeräusch sind. Anders gesagt: Jeder „erkannte Überflug“ ist auch für Menschen wahrnehmbar - und wird möglicherweise als störend empfunden. Besonders nachts. Allein im Juni fielen 104 dieser Lärm-Ereignisse in die Nachtstunden zwischen 22 und 6 Uhr, fünf davon in die so genannte Kernnacht (23 bis 5 Uhr), in der in Frankfurt weder Starts noch Landungen erlaubt sind.

Die lautesten Flugzeuge wurden von April bis Juni allerdings vormittags registriert. Den Rekordwert erreichte eine Maschine am Montag, 2. Juni, um 9.49 Uhr mit 81 dB (A). Sehr laut war es auch am 31. Mai und am 25. Juni mit 76 dB (A) sowie am 12. April, 1. Juni und 14. Juni mit jeweils 75 dB (A).

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All diese „Ausreißer“ flogen bei Betriebsrichtung Ost, also bei Ostwind. Dabei starten die Flugzeuge vom Frankfurter Flughafen in Richtung Osten. Weitaus weniger Lärmspitzen misst die Station in Betriebsrichtung West, also beim Landeanflug bei Westwind.

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Die Stadt Rodgau lässt die Messdaten vom DFLD, einem eingetragenen Verein, auswerten. Sie bezahlt dafür 250 Euro pro Jahr. Der Verein besteht seit 2002 und ist Mitglied der Bundesvereinigung gegen Fluglärm. Er wertet derzeit die Daten von 594 Messstellen aus; davon befinden sich 214 in der Region Frankfurt. Aus dem Juli dürften hingegen nur wenige Messwerte vorliegen. Die Fluglärm-Messstation vom Christian-Zang-Haus war für etwa zwei Wochen nicht in Betrieb. Das Gerät befand sich zur Wartung und Kalibrierung in Hofheim. Diese „große Wartung“ ist alle zwei Jahre notwendig. Am 1. August sollte das Gerät wieder in Betrieb sein. Bei der „kleinen Wartung“ im vergangenen Jahr war der Windschutz des Messmikrofons ausgetauscht worden.

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Die Messstation ist seit 4. Juli 2012 in Betrieb. Die bisher ermittelten Messwerte der erkannten Überflüge mitsamt Statistik und Graphiken sind auf den Internetseiten des Deutschen Fluglärmdienstes und der Stadt Rodgau einsehbar.

eh

Quelle: op-online.de

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