Fluglärmgegner verspüren Aufwind

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Renate Albin und Heinz Carl wollen sich auch künftig gegen den Kunstflieger wehren.

Dudenhofen (bp) - Das „Aktionsbündnis gegen den Fluglärm des Kunstfliegers“ schöpft neue Hoffnung. Das Bundesverkehrsministerium hat die Deutsche Flugsicherung in Langen angewiesen, keine Genehmigungen mehr für Kunstflüge über den Gemeinden Wörrstadt und Wöllstein in Rheinhessen zu erteilen.

Was im Landkreis Alzey/Worms gelte, müsse auch in Dudenhofen rechtsverbindlich sein, argumentiert das Aktionsbündnis. Dessen Mitglieder Renate Albin und Heinz Carl werden nun nichts unversucht lassen, davon die örtlichen Bundes- und Landtagsabgeordneten, das Regierungspräsidium Darmstadt und das Hessische Verkehrsministerium zu überzeugen.

Seit 2007 nervt ein Frankfurter Flugsportler Anwohner von Dudenhofen regelmäßig mit Sturzflügen und anderen lautstarken Kunstflugübungen über dem Opel-Testgelände. Ältere Anlieger fühlten sich an Kriegsszenen erinnert und gingen voller Angst in Deckung.

Seit Jahren wehrt sich das Aktionsbündnis dagegen, dass der Flieger zu dicht an der Wohnbebauung übt. Hunderte Seiten Papier wurden inzwischen beschrieben, an Ministerien in Hessen und Berlin verschickt, Petitionsausschüsse angerufen, Unterschriften gesammelt und übergeben und diverse Gespräche mit dem Piloten und Genehmigungsbehörden geführt: ohne zufriedenstellendes Ergebnis.

Vereinbarungen gekündigt oder nicht eingehalten

Vereinbarungen wurden wieder aufgekündigt - oder man hielt sich nicht daran. Die Chronologie der von Heinz Carl schriftlich katalogisierten Gesprächstermine, Stellungnahmen, E-Mails, Protestaktionen und Briefwechsel umfasst seit Juni 2007 inzwischen 62 Punkte!

„Ich fürchte, dass es jetzt, wenn das Wetter wieder aufbricht, wieder los geht“, beschreibt Carl seine „innere Unruhe“. Er setzt große Hoffnungen auf die Entwicklung in Rheinland-Pfalz und dankt der örtlichen Politik für die bisherige Unterstützung, namentlich dem Landtagsvizepräsidenten Frank Lortz, Landrat Oliver Quilling, der Landtagsabgeordneten Judith Pauly-Bender und deren Bundestagskolleginnen Patricia Lips und Uta Zapf.

„Uns geht es auch um Minimierung der inzwischen stark gestiegenen Gesamtbelastung“, führt Renate Albin ein weiteres Argument an. Durch den Ausbau des Frankfurter Flughafens sei Rodgau dem Fluglärm ohnehin mehr ausgesetzt als noch vor einem Jahr. „Da muss man doch ein Einsehen haben und wenigstens dafür sorgen, dass Kunstflugübungen nicht zu nah an der Wohnbebauung stattfinden dürfen“, hofft sie auf die Einsicht der Luftfahrtbehörde. Auch gelte es sicherzustellen, dass die Grenzwerte für Lärm eingehalten werden. Bisher habe das Regierungspräsidium (RP) mit Verweis auf bestehende Radaraufzeichnungen sich solchen Lärmmessungen verweigert. Aus den Unterlagen gehe hervor, dass der Flieger „die Vorgaben der Luftverkehrsordnung eingehalten hat“. Das bestreiten Renate Albin und Heinz Carl - und wollen weiterhin am Ball bleiben.

Quelle: op-online.de

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