Flut von Wahlplakaten absehbar

Rodgau - (eh) Eine noch nie dagewesene Flut von Wahlplakaten kommt möglicherweise auf die Rodgauer Bevölkerung zu: Bis zu 2 100 Plakate im Stadtgebiet sind eine Schattenseite des „Superwahltags“ am 27. September.

Bisher durfte jede Gruppierung nur 50 Plakate in ganz Rodgau aufstellen, diesmal sind es nach Angaben der Stadtverwaltung bis zu 400: 100 für die Bundestagswahl und je 150 für die beiden Direktwahlen. Bei jeweils drei Kandidaten für Bürgermeister- und Landratswahl und zwölf Landeslisten zur Bundestagswahl kommen bis zu 2 100 Plakate zusammen - falls alle ihre Höchstzahl ausschöpfen. Von den Bundestagsbewerbern haben allerdings noch nicht alle eine Genehmigung beantragt.

Früher durfte jede Gruppierung nur 50 Plakatständer im Stadtgebiet aufstellen. Nach der Landtagswahl 2008 hat die Stadt Rodgau diese zurückhaltende Regelung aufgegeben. Damals hatten fünf politische Organisationen über die Stränge geschlagen, allen voran die CDU Nieder-Roden und die Republikaner. Der „Spitzenreiter“ hatte 133 Plakate an den Straßen postiert. Die Stadt stellte den Plakatsündern damals die Kosten der Beseitigung in Rechnung, insgesamt 1 127 Euro. Der REP-Landesverband wies die Forderung als rechtswidrig zurück: Den Parteien stehe pro 100 Einwohner ein Wahlplakat zu - in Rodgau wären das mehr als 400.

Erst vier Wochen vor der Wahl dürfen die Parteien und Wählergruppen ihre Plakatständer am Straßenrand aufstellen, genau ab 28. August. Das Wettrennen um die besten Plätze ist bereits teilweise entschieden: Die Bürgermeisterkandidaten und ihre Unterstützer haben sich strategisch günstige Stellen an den Ortseinfahrten und Hauptstraßen gesichert. Sie nutzen dabei ein Schlupfloch in den Bestimmungen: Veranstaltungen dürfen auch schon vor der Vier-Wochen-Frist beworben werden.

Spezielle Spielregeln gelten offensichtlich auch für Großplakate: CDU-Bürgermeisterkandidatin Anette Schweikart-Paul lächelt seit dem Wochenende überlebensgroß von Zwei-mal-drei-Meter-Plakatwänden, etwa an der Einhardstraße und an der Rodgau-Ringstraße.

Quelle: op-online.de

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