Fortschritte bei der Energiewende

Rodgau (bp) - Kippen die Pläne zum Ausbau des Kraftwerks Staudinger, das auch Rodgauer Luft belastet? Gestern meldete der CDU-Landtagsvizepräsident Frank Lortz in unserer Zeitung seine Bedenken an.

Die Rodgauer SPD stemmt sich sogar vehement gegen den Erweiterungsbau und Block 6. Zum Ausbau dieses „Energie-Dinosauriers“ gebe es gute Alternativen, argumentieren die Genossen in einer Presseerklärung.

Vier Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ließen sich einsparen, wenn das Geld nicht in einen großen konventionellen Kraftwerksblock gesteckt würde, sondern in kleine dezentrale Heizkraftwerke im Rhein-Main-Gebiet. Großtechnik wie bei Staudinger behindere die Energiewende. Investitionen wie am Standort in Großkrotzenburg zementierten die Vorherrschaft der vier großen Energiekonzerne auf dem deutschen Markt. Das aber bedeute Zentralismus statt Dezentralität.

„Wir Rodgauer Sozialdemokraten sind der Auffassung, dass wir die klimaschädliche Kohlenstoffwirtschaft nur dann rechtzeitig loswerden, wenn Windenergie und Photovoltaik dezentral rasch weiterwachsen“, erklärte dazu SPD-Vorstandsmitglied Reinhard Seyer. Auch die hessische Landesregierung könnte hierzu einen Beitrag leisten. Sie müsse nur den Mut aufbringen, ihren selbst gesteckten Zielen konsequent zu folgen.

Zufrieden mit der Rodgauer Energiewende

Generell sind die Genossen zufrieden mit den Fortschritten in Sachen Energiewende in Rodgau. „In Rodgau kommen wir auf diesem Weg sehr gut voran“, freut sich der SPD-Vorsitzende Jürgen Kaiser. 2010 habe der Zuwachs an Photovoltaik in Rodgau 1,4 Megawatt betragen. Die Stadt habe sich in einem Aktionsplan zur Einsparung von Kohlendioxid verpflichtet. Zurzeit fänden sich Bürger in Solargesellschaften zusammen, die zum Beispiel die Dächer der neuen Feuerwehrhäuser mit Photovoltaik-Anlagen bestücken wollen.

„Windkraftanlagen und eine Biogasanlage für den Biomüll sind in Planung. Die Stadtverordneten befassen sich mit einem Antrag, der eine Rekommunalisierung der Energieversorgung unter Einschluss der Netze zum Gegenstand hat. Die Aktivitäten entsprechen der Bedeutung, die das Thema für unsere Zukunft besitzt. Und sie zeigen, dass auf kommunaler Ebene der Impuls angekommen ist“, lobt Kaiser. Die Stadt schaffe Freiräume, gebe Beispiele und stoße Projekte an. „Begleitet wird sie durch Initiativen des Stadtparlaments und die Aktivitäten der Bürgerinnen und Bürger.“ Auch die Landesregierung und der Landtag hätten beim jüngsten Energiegipfel, an dem auch Umweltschutzgruppen, Unternehmensverbände und Gewerkschaften mitwirkten, einen Handlungsleitfaden erarbeitet. Zu den Ergebnissen gehöre die Erkenntnis, dass der Schlüssel zur erfolgreichen Energiewende in der Dezentralität liege. Das bedeutet: Nur mit den Kommunen und den Bürgern gemeinsam kann die Energiewende gelingen. Kaiser: „Bei aller Kritik zeigt sich, dass die CDU/FDP-Landesregierung das Thema Energiewende endlich als zukunftsentscheidend erkannt hat.“

Quelle: op-online.de

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