„O Fortuna“ voller Stimmgewalt

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Sängerinnen und Sänger durchlaufen die Endphase der Proben mit Dirigent Gottfried Kärner.

Nieder-Roden - Ein musikalisches Großprojekt steht kurz vor der Aufführung: Am 25. und 26. Mai führen die Polyhymnia-Chöre im Bürgerhaus Nieder-Roden die „Carmina Burana“ von Carl Orff auf.

Mehr als 100 Chorsänger, drei Solisten, eine Schlagwerk-Gruppe und zwei Pianisten versprechen einen kulturellen Höhepunkt des Jahres. Ein kleiner mittelalterlicher Markt mit Gauklern, Feuerspucker, Töpfer, Falkner, Schmied, Spielgruppen, Kräuterfrauen und Wahrsagern stimmt die Besucher auf das Konzert ein. Die „Carmina Burana“ hat Carl Orff in den 1930-er Jahren als szenische Kantate komponiert. Die Texte in lateinischer und mittelhochdeutscher Sprache stammen aus dem 11. und 12. Jahrhundert.

„Alles, was ich bisher geschrieben und Sie gedruckt haben, können Sie nun einstampfen. Mit Carmina Burana beginnen meine gesammelten Werke.“ Diese Äußerung Orffs gegenüber seinem Verleger zeigt, dass dem Münchener Komponisten durchaus bewusst war, was er um die Osterzeit 1934 in fast fieberhaftem Rausch geschaffen hatte.

Eingangs- und Finalchor

„O Fortuna“ - diesen gewaltigen Eingangs- und Finalchor der Carmina Burana hat fast jeder schon einmal gehört. Er ist viel populärer als das Gesamtwerk. Sein wiederholtes Auftauchen in Werbung und Massenmedien lässt vergessen, wie vielschichtig und voller kontrastierender Farben der Rest der Gesänge ist. Statt konkreter Figuren treten bei Orff Typen auf: der Abenteurer, die Mädchen und ihre Gesellen, die Spieler oder das Liebespaar.

Am Beginn der Kantate steht die Lobpreisung des Frühlings, der Natur und der Daseinsfreude. Der zweite Teil erzählt von irdischen Genüssen aus der Sicht des Abts von Cucanien, dem Schlaraffenland, die in groteske Sologesänge gefasst sind, wie der Vaganten-Gesang oder das Lied vom gebratenen Schwan. Der letzte Teil ist der Liebe in ihren vielfältigen Erscheinungsformen gewidmet. Eine ungeheure Wirkung geht von diesem Stück aus.

Chor, Solisten, Schlagwerk und zwei Klaviere

Die Sängervereinigung Sängerkranz Polyhymnia hat sich auf eine Inszenierung für Chor, Solisten, Schlagwerk und zwei Klaviere festgelegt. Als Solisten wirken Christiane Maria Vetter (Sopran), Yang Li (Bariton) Und Joaquin Asian (Tenor) mit. Die „Carmina Burana“ sind ein weiteres Großprojekt der Polyhymnia nach dem Oratorium „Elias“ und dem Musical „Tanz der Vampire“, beide ebenfalls unter Leitung von Gottfried Kärner.

Den ersten Teil des Konzerts bestreiten Chorgruppen wie Mönche, Ehrendamen, Landsknechte und Landfrauen, ein Räuberhauptmann mit Braut, und ein Minnesänger mit Gefolge. Als „Herold“ führt Jürgen K. Groh in gewohnt unterhaltsamer Art durch das Programm. Im zweiten Teil des Abends sind Carl Orffs „Carmina Burana“ zu erleben. Die Aufführungen sind am Samstag, 25. Mai, um 19 Uhr und Sonntag, 26. Mai, um 17 Uhr. Eintrittskarten gibt es zu Preisen von 22 und 25 Euro bei Sport Manus, in der Jügesheimer Bücherstube und der Bücherwiese Weiskirchen.

eh

Quelle: op-online.de

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