Fossiliensammler nennt jüngsten Fund eine Sensation

Saurierzähne vom FKK-Strand

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So sehen versteinerte Saurierzähne aus: Der jüngste Fund vom FKK-Strand des Badesees.

Nieder-Roden - Ungewöhnlicher Fund am Badesee: Fossiliensammler Gerhard Lämmlein hat am FKK-Strand den versteinerten Oberkiefer eines Sauriers entdeckt.

Als Gerhard Lämmlein den seltsamen Stein mit acht Zähnen sah, dachte er sofort an einen Plesiosaurus. Daheim reichte ein Griff ins Bücherregal, um diese Vermutung abzuklären. Ein Fachbuch bestätigte: Er hatte tatsächlich das Fossil eines Plesiosaurus gefunden. Wenige Tage später fand er den passenden Unterkiefer. Der Plesiosaurus war eine Meeresechse, die vor rund 80 Millionen Jahren lebte. Die Tiere waren mehrere Meter lang, hatten einen langgestreckten Hals, einen kleinen Kopf und vier paddelartige Arme zur Fortbewegung unter Wasser.

Der bislang spektakulärste Fund

Von den vielen Funden, die Gerhard Lämmlein bereits am Badesee gemacht hat, ist dieser der spektakulärste. Lämmlein ist wohl der Erste, der hier ein Fossil dieser Art gefunden hat. „Sein“ Exemplar der Urzeitechse wurde wahrscheinlich durch eine Unterwasser-Schlammlawine eingeschlossen. Der Schlamm erstarrte im Lauf der Zeit zu Kalkstein, welcher die gesamte Lebenswelt in sich konserviert. Dieses Material nennt man Turbidit. Aus genau diesem Gestein besteht auch der versteinerte Plesiosauruskopf.

Sammlung steht im Heimatmuseum Jügesheim

Als vor 15 000 Jahren die jüngste Eiszeit zu Ende ging, wurde das Fossil wohl mit anderen Kalkgeröllen vom Ur-Main nach Rodgau gespült. Die Kieswerke Kaspar Weiss fördern mit ihrem Schwimmbagger regelmäßig verschiedenste Versteinerungen vom Grund des Badesees zu Tage.

Gerhard Lämmlein.

Schon seit 1960 sammelt Gerhard Lämmlein Fossilien. Die meisten Funde am Badesee macht er am FKK-Strand. „Am Textilbereich brauchen Sie gar nicht zu suchen, da ist alles mit Sand aufgeschüttet“, sagt er. Seine gesamte Sammlung steht im Heimatmuseum Jügesheim. In 700 Stunden Arbeit hat Lämmlein jeden einzelnen Fund gesäubert, katalogisiert und in 20 Vitrinen eingeräumt. Das Museum in der Ortsmitte ist einmal im Monat und zur Kerb geöffnet. Morgen, Sonntag, ist der neueste Fund dort erstmals zu bestaunen. Das Heimatmuseum ist von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Gerhard Lämmlein steht für Fragen und Erklärungen rund um die geografische Geschichte Rodgaus bereit.

Übrigens: Auch das angebliche Ungeheuer von Loch Ness ähnelt in manchen Beschreibungen den Urzeitechsen der Gattung Plesiosaurus. 

fed

Forscher entdecken spektakuläre Fossilien

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Quelle: op-online.de

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