Fossilien und Lederwerkstatt

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Den Mittelpunkt des Museums bildet die Dauerausstellung zur Erdgeschichte mit Fossilien und Steinen aus der Sammlung von Gerhard Lämmlein.

Jügesheim (eh) ‐ Der Heimatverein Jügesheim schlägt ein neues Kapitel in der Geschichte seines Museums auf. „Nächste Woche werden wie den neuen Mietvertrag unterzeichnen“, kündigt Vorsitzender Josef Herbert Spahn an, „dann bleiben wir zunächst einmal zwei Jahre drin.“

Während der Vorstand per Unterschrift die Zukunft sichert, blickt eine kleine Ausstellung auf die Vergangenheit zurück. Vom 29. März bis 8. April ist im Rathausfoyer zu sehen, wie sich das Museum für Heimat- und Erdgeschichte entwickelt hat. Das Heimatmuseum selbst bleibt aber im April geschlossen.

Im März 1990 hatte der Verein erstmals einen Mietvertrag für das ehemalige Schwesternhaus abgeschlossen. Saal, Bühne und Nebenräume waren renovierungsbedürftig. Nach zwei Jahren intensiver Arbeit wurde das Museum eröffnet.

Den Mittelpunkt bildet die Dauerausstellung zur Erdgeschichte mit Fossilien und Steinen aus der Sammlung von Gerhard Lämmlein. Eine Lederwerkstatt und andere Abteilungen vermitteln Eindrücke vom Alltag früherer Zeiten. Auch die bekannten „Giesemer Strohplatten“ dürfen nicht fehlen. Zahlreiche Fotos an den Wänden der Bühne laden ältere Besucher dazu ein, bekannte Gesichter wiederzufinden.

Zitterpartie für Heimatverein im vergangenen Jahr

Bei einer Besichtigung durch Mandatsträger des Kreises Offenbach erhielt der Heimatverein 1992 erstmals eine finanzielle Unterstützung zugesagt. Sie war auch dringend nötig, weil der Verein durch die Investitionen und die laufenden Mietzahlungen in Geldnot geraten war. Einnahmen aus Veranstaltungen, Spenden und die Vereinsförderung der Stadt Rodgau trugen dazu bei, die Schwierigkeiten zu überwinden.

Nur einmal im Monat - am ersten Sonntag - ist das Heimatmuseum für einige Stunden geöffnet. Darüber hinaus können Besuchergruppen individuelle Führungen vereinbaren: Eine Gelegenheit, die insbesondere Kindergartengruppen und Schulklassen nutzen. Seit ein paar Jahren macht das Museum nur in der warmen Jahreszeit auf, weil die alten Ölöfen außer Betrieb sind.

Eine Zitterpartie hatte der Heimatverein im vergangenen Jahr jedoch nicht wegen der Kälte zu überstehen, sondern weil die Erben des verstorbenen Eigentümers den Mietvertrag gekündigt hatten. Die Suche nach neuen Räumen blieb bisher erfolglos. Dennoch kann der Vorstand aufatmen. Der neue Mietvertrag sichert einen Verbleib für zwei Jahre. Vorsitzender Spahn: „Wir sind froh, dass der Käufer nicht gleich die Bagger bestellt hat.“

Quelle: op-online.de

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