Frauchen soll tief in die Tasche greifen

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Bärbel Zurkan, Nieder-Roden: Generell finde ich die Hundesteuer sehr günstig in Rodgau, aber ansonsten ist man hier nicht sehr hundefreundlich. Es gibt nur eine einzige Fläche, auf der man Hunde während der Brut- und Setzzeit frei laufen lassen kann. Und dieser Platz liegt ausgerechnet an der viel befahrenen Rodgau-Ringstraße. Ab 15. Februar macht die Stadt regelrecht Jagd auf Hundehalter. Das finde ich nicht in Ordnung. Diese rigide Politik hat nur dazu geführt, dass Leute mit mehreren Hunden im Dunkeln Gassi gehen.

Rodgau (eh) - Auf rund 1800 Hundehalter in Rodgau kommen höhere Steuern zu. Sie sollen dazu beitragen, das Haushaltsdefizit der Stadt Rodgau auf unter zwölf Millionen Euro zu drücken.

Bürgermeister und Stadtkämmerer Jürgen Hoffmann (SPD) schlägt im Konsolidierungskonzept zum Haushaltsplan 2012 eine kräftige Erhöhung vor. Die Steuer für den ersten Hund soll sich im nächsten Jahr auf 60 Euro fast verdoppeln, für weitere Hunde soll sie noch stärker steigen - auf 244 bis 260 Prozent der bisherigen Sätze. Hoffmann erwartet Mehreinnahmen von 85.000 Euro im Jahr.

Bereits vor knapp zwei Jahren war eine höhere Hundesteuer im Gespräch. Die damalige Stadtkämmerin Hildegard Ripper (CDU) hatte im Haushaltsjahr 2010 ebenfalls eine Erhöhung vorgeschlagen. Mit ihrem „Sparpaket“ fand sie aber keine Mehrheit bei den Stadtverordneten.

2010 lag der Kreisdurchschnitt für den „Ersthund" bei 45 Euro

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Erste Stadträtin Ripper wollte die Steuer für den „Ersthund“ auf den damaligen Kreisdurchschnitt von 45 Euro im Jahr erhöhen. Schon damals lag der Steuersatz in Rodgau mit 30,68 Euro auf einem der hinteren Plätze im Kreis; in Rödermark zum Beispiel wurden 60 Euro bezahlt. Aktuelle Zahlen zum Vergleich mit anderen Kommunen konnte die Stadtverwaltung gestern nicht nennen.

1790 Rodgauer haben ihren „besten Freund des Menschen“ im Rathaus angemeldet. 206 von ihnen halten zwei Hunde, 53 sogar drei oder mehr. Insgesamt sind 2 229 Hunde registriert. 180 dieser Vierbeiner sind jedoch steuerfrei.

Separat erfasst werden die so genannten „gefährlichen Hunde“: 30 davon gibt es in Rodgau. Fast alle haben ihren Wesenstest bestanden. Nur einer hat diesen Schein nicht. Sein „Herrchen“ muss für ihn die 20-fache Steuer bezahlen.

Das Echo auf die geplante Steuererhöhung ist bei den Betroffenen geteilt. Hundehalter seien die „Melkkuh“ der Kommunen, kritisiert Thomas Eberius, der Vorsitzende des Vereins für Deutsche Schäferhunde Weiskirchen. Der Vorstand des Jügesheimer Vereins, der 75 Mitglieder vertritt, will die Erhöhung nicht kommentieren.

Als einzige hessische Kommune erhebt Eschborn seit 1999 keine Hundesteuer mehr. Der hohe Verwaltungsaufwand sei durch die Einnahmen nicht gerechtfertigt.

Quelle: op-online.de

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