Frauen auf dem Chefsessel

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Elke Wombacher ist seit 14 Jahren Geschäftsführerin des gleichnamigen Unternehmens für Bäder, Fliesen und Heizungen in Jügesheim.

Rodgau ‐ Trotz diverser Bemühungen um die Gleichberechtigung, ist es für Frauen weiterhin schwierig in Führungspositionen zu gelangen. Von Meera Weiland

Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung liegt der weibliche Anteil in den Vorständen der 200 umsatzstärksten deutschen Unternehmen bei gerade mal 2,5 Prozent. Fühlen sich weibliche Führungskräfte in Rodgau diskriminiert?

Inge Heppenheimer leitet das Jügesheimer Unternehmen Filtec Luftfilter und hat vier weitere Frauen in ihrem Führungsteam.

Elke Wombacher ist seit 14 Jahren Geschäftsführerin des gleichnamigen Unternehmens für Bäder, Fliesen und Heizungen in Jügesheim. Schon früh war sie in das Geschäft ihres Vaters involviert. Obgleich mit dem Unternehmen sehr vertraut, bemerkt sie Schwierigkeiten, die sich für eine Frau in dieser Position ergeben, zumal es sich bei ihrer Arbeit um einen „typischen Männerberuf“ handelt. So nehmen an den meisten Seminaren, die von der Unternehmerin besucht werden, überwiegend Männer teil und man muss sich als Frau zu behaupten wissen.

Mehr Leistung für gleiche Anerkennung

„Frauen müssen mehr leisten als Männer, um Anerkennung zu bekommen“, sagt die Enkelin des Firmengründers Gottfried Wombacher. Viele Menschen erwarten einen Herren in der Geschäftsführung, da das Bild von einer, von Männern dominierten Arbeitswelt sehr präsent ist. Doch nach und nach, wenn die Fähigkeiten unter Beweis gestellt werden, ist die Resonanz sehr gut - eine Frau in der Geschäftsführung wird durchaus anerkannt.

Elke Wombacher zufolge entsteht ein größeres Erfolgspotential durch die Zusammenarbeit zwischen Männern und Frauen. „Unterschiedliche Sichtweisen und Lösungsansätze können eingebracht werden“. Ein Betrieb wird dadurch ausgewogener und vielseitiger.

Ähnlich bewertet Inge Heppenheimer die Situation. Sie leitet das Jügesheimer Unternehmen Filtec Luftfilter und hat vier weitere Frauen in ihrem Führungsteam. Die Firma beliefert Betriebe, in denen die Reinhaltung der Luft eine wesentliche Rolle spielt. Dass die Branche stark von Männern dominiert ist, weiß auch die Inhaberin und Geschäftsführerin. Die ehemalige Arzthelferin hat im Beruf aus ihrer Rolle als Frau zwar nie Nachteile erfahren. Doch als Chefin in ihrer Branche erlebt sie, dass es schwer ist das Vorurteil, Frauen verstünden nichts von Technik, aus der Welt zu schaffen.

Daten und Fakten

  • In den Vorständen der DAX-30-Unternehmen war bis zum April dieses Jahres nur eine einzige Frau vertreten: Barbara Kux bei Siemens.
  • Erste Bundesministerin war Elisabeth Schwarzhaupt (CDU) aus Frankfurt. Sie leitete von 1961 bis 1966 das Ministerium für Gesundheitswesen.
  • Die erste Frau, die jemals in einem deutschen Parlament das Wort ergriff, war Marie Juchacz (SPD). Als eine von 37 Frauen wurde sie 1919 in die Weimarer Nationalversammlung gewählt. Am 19. Februar 1919 sprach sie dort als erste deutsche Parlamentarierin.

Quelle: op-online.de

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