Frauensitzung „Heide-Witzka“

Partystimmung auf Giesems Alm

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Eigentlich wollte Christoph Visone seine Leidensgeschichte als Single wider Willen erzählen. Doch das war den ausgelassenen Närrinnen viel zu traurig.

Jügesheim - Gute Stimmung und Party, bis die Wände wackeln, dafür steht die Frauensitzung „Heide-Witzka“ der TGM SV seit inzwischen sechs Jahren. Auch am Samstagabend ließen es die Akteure und das ausschließlich weibliche Publikum ordentlich krachen.

Ob Punkerin mit rosa Irokesenfrisur, scharfe Mieze oder - ganz getreu dem Kampagnenmotto - schicke Bäuerin und Kuh mit Euter auf dem Kopf: Immer mehr Närrinnen besuchen die Fastnacht als einheitlich kostümierte Gruppe. In der TGM SV-Narrhalla heißt es dieses Jahr „Es ruft der Berg, die Hütte kracht, das Alphorn bläst zur Fassenacht“. Für die Damen war das wie ein Urlaub in den Bergen: Tolle Aussichten, knackige Kellner, die Getränke und Snacks servieren, mehr oder weniger athletische Tänzer, flotte Sprüche, viel Musik und kein männliches Gequengel vom Nachbarplatz.

Den gelungenen Auftakt machte die Giesemer Druffkapell, denn die gab gleich richtig Gas und ließ mit „Sweet Caroline“ die Bühne beben. Ebenfalls wieder mit dabei war das Männerballett „First Generation“ aus Dienheim, das die Puppen tanzen ließ und mit einer tollen Bühnenshow und akrobatischen Einlagen glänzte. Von seiner Freundin verlassen und auf der Suche nach einem Trinkspruch versuchte Christoph Visone bei seinem ersten „Heide-Witzka“-Auftritt doch ernsthaft, seine Leidensgeschichte zu erzählen. Die wollte keine der Närrinnen hören, also griff er sich das Mikro und legte eine flotte Gesangsperformance hin.

Schlager und Männerballett

Die Formation „Flying Energy“ aus Weiterstadt feierte eine gelungene Premiere auf der Giesemer Bühne. Zu Titeln des „King of Pop“ groovten die Jungs übers Parkett. Als Lokalmatadore haben die „Giesemer Trottwa Lersche“ nicht nur ihr Herz an die Stadt mit dem Wasserturm verloren, sondern sind auch aus dem Programm nicht mehr weg zu denken. Selbst eindeutig-zweideutige Texte wie „Annita ist für alle da, bei Marleen tun sie Schlange stehen, Desiree gibt‘s auf DVD“, nahm ihnen ihr Publikum nicht übel. Vom „Wackelpo“ bis zur gesungenen Liebeserklärung an Dudenhofen und dem „Hähnche mit Pommes Frites und mit Salat“ stimmte das Publikum stets textsicher mit ein.

Mit einer ausgedehnten Show des TGM SV-Männerballetts „Jennis Sklaven“ ging das zweite Drittel weiter. Als „König von Mallorca“ und „DJ Ötzi“ brachten die Jungs den Schlager auf die Bühne und mit sportlichen Einlagen das Publikum zum Kreischen. Zunächst war es bei der Lämmerspieler Formation „Showtime“ still, doch auch ohne Ton herrschte tolle Stimmung. Mit gesanglich anspruchsvoller Darbietung präsentierte sie einen Querschnitt durch die komplette Unterhaltungsmusik. Zu „1000 Mal berührt“, „Rote Lippen soll man küssen“ und „Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann“ stimmte das Narrenvolk mit ein. Vor der Pause wurde es mit den „Leo Sandwich-Dancers“ aus Darmstadt noch einmal richtig sportlich.

Gardetanz mit Federboa, Ausdruck und Eleganz boten die „Pink Tigers“ aus Frankfurt. Selbst nach der Zugabe wollten die Mädels im Saal die Tänzer nicht ziehen lassen, doch mit lauten Trommelklängen war das Drumcorps „Marsch-Mellows“ aus Darmstadt schon vor der Tür zu hören. Von den Bergen Rodgaus in die zauberhafte Welt aus 1000 und einer Nacht entführten die „Funkenspritzer“ aus Weiterstadt das närrische Volk. Doch so ganz kamen sie im Orient nicht an, denn als Aladin die Wunderlampe rieb, erschien ihm bloß der Bembel-Geist. Doch immerhin war es im Saal gefühlt so heiß wie in der Wüste.

Völlig aus dem Häuschen waren die Frauen, die genau wussten, was nun kommt. Als männlichen Leckerbissen gab es zum Abschluss den Stripper Lex Jackson zu sehen. „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist“, erklärte Moderatorin Jennifer List am Ende, doch eines ist klar: Nächstes Jahr geht die große Party weiter.

(pep)

Quelle: op-online.de

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