Fast wie die großen Rockstars

Freie Musikschule feiert das 25-jährige Bestehen ihrer Rockwerkstatt

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Im Haus der Musik an der Ober-Rodener-Straße 47 wird in den Räumen der Freien Musikschule nicht nur gerockt, sondern auch posiert, wie das Bild aus vergangenen Jahren zeigt.

Rodgau - Ein früher in Hessen einmaliges Musikprofil der Freien Musikschule Rodgau (FMR) feiert Jubiläum: Die Rockwerkstatt für Kinder und Jugendliche ist seit 25 Jahren fester Bestandteil im Programm der FMR. Von Bernhard Pelka 

Bässe dröhnen, die E-Gitarre kreischt, das Schlagzeug hämmert. Dann setzt der Leadsänger kraftvoll ein – und die Jungs und Mädels auf der Bühne im Konzertraum der FMR legen los. Und das nicht nur laut, sondern richtig gut und vor allem mit viel Freude. Einmal im Scheinwerferlicht stehen. Einmal Star sein. Vielleicht beflügelt dieser reizvolle Gedanke die Teilnehmer der Rockwerkstatt für Kinder und Jugendliche.

1992 nahm die Freie Musikschule dieses Angebot in ihr Programm mit auf. Hessenweit war dies damals einmalig. Schließlich waren die 90er die Jahre, in denen sich Musikschulen traditionell eher der Klassik verbunden fühlten. „Wir wollten dem Nachwuchs unbedingt etwas Neues bieten. Es ging darum, den Umgang mit populärer Musik so zu gestalten und zu präsentieren, dass Kinder und Jugendliche ohne große Schwellenangst einen Zugang dazu finden“, erinnert Klaus Schrön an die Anfänge. Zusammen mit weiteren Musikpädagogen entwickelte der Fachbereichsleiter Rock-Pop das Konzept Rockwerkstatt. Der besondere Charme dessen besteht darin, dass Kinder und Jugendliche innerhalb nur eines einzigen Tages die Grundfertigkeiten an einem Instrument lernen, zur Band zusammenwachsen und am Abend ein echtes Bühnen- und Erfolgserlebnis haben. Und das selbst ohne Vorkenntnisse. Das Schöne: Eltern, Geschwister – ja die ganze Familie und Freunde – hören und schauen beim Livekonzert zu.

Musikpädagoge Klaus Schrön ist einer der Väter der Rockwerkstatt für Kinder und Jugendliche.

Die Teilnehmer brauchen dafür nicht einmal Vorkenntnisse. Interessant ist dieser Workshop aber nicht nur für blutige Anfänger, sondern auch für Musikfreunde, die mal ein neues Instrument ausprobieren möchten.

Markant war in den ersten Jahren, dass Mädchen ausdrücklich zur Teilnahme aufgefordert werden, weil Rock und Pop damals wohl noch als reine Männersache galten. „Inzwischen haben wir einen Mädchenüberhang“, beschreibt Schrön eine aktuelle Entwicklung. Gewandelt hat sich auch das Durchschnittsalter der Teilnehmer. Sie werden immer jünger. Heute liegt das Einstiegsalter bei acht Jahren. Früher lag der Altersdurchschnitt bei 15 bis 17. Aus einem Pool aktueller Hits wählen sie in der Rockwerkstatt ihre Lieblingslieder und bestimmen ein Wunschinstrument.

Vormittags ist Üben angesagt, nachmittags werden dann aus rund 30 Nchwuchsmusikern fünf Bands zusammengestellt, um unter Anleitung der Profimusiker der FMR den Wunschtitel einzuüben. Jeder Band steht ein komplett ausgestatteter Proberaum zur Verfügung. Nach dem Abendessen wartet dann der große Auftritt.

„Die Kunst bei der Titelauswahl besteht darin, dass es Songs sein müssen, die innerhalb der kurzen Zeit auch machbar und spielbar sind. Die Kinder sollen abends mit dem guten Gefühl nachhause gehen, einen tollen Auftritt gehabt zu haben“, erläutert FMR-Chef Piotr Konczewski.

Der durchschlagende Erfolg der Rockwerkstatt für Kinder und Jugendliche bestärkte die Musikschule schon 1993 darin, einen eigenen Fachbereich Popularmusik einzurichten. Vor sieben Jahren kam dann eine Rockwerkstatt für Erwachsene hinzu. Erstmals ist nun auch eine Rockfreizeit über ein ganzes Wochenende für den 1. bis 3. Dezember geplant. Fest steht auch der nächste Rockwerkstatttermin für die Jungen: Samstag, 11. März, 10 Uhr. Das Konzept trägt durchaus Früchte. Lokale Bands wie „Marie Wonder“ oder „Iron Cow“ gehen zurück auf die Rockwerkstatt.

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Quelle: op-online.de

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